Corona-Impfung

Informationen rund um die Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat am 21. Dezember die europaweite Zulassung für einen ersten Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Impfstoff von Biontech/Pfizer) erteilt. Seit dem 27. Dezember 2020 konnten in Deutschland die Corona-Impfungen wie geplant beginnen. Seit dem 06. Januar 2021 ist ein zweiter Impfstoff zugelassen (Moderna).

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen darüber, welche Personengruppen zuerst Anspruch auf die Impfung haben, wie Sie einen Impftermin erhalten und wie die Impfung abläuft. Da noch nicht alle Informationen final bekannt sind (Stand 18.01.2021), wird diese Seite laufend aktualisiert und ergänzt.

Anspruch auf die Impfung

Grundsätzlich haben alle Personen, die in Deutschland leben, sich für gewöhnlich dort aufhalten oder in Deutschland arbeiten, unabhängig von ihrem Versicherungsschutz Anspruch auf die Corona-Impfung. Die Impfung ist für diese Personen kostenfrei.

Priorisierung der Personengruppen

Da vor allem zu Beginn nur begrenzt Impfstoff verfügbar ist, werden bestimmte Bevölkerungsgruppen bei der Reihenfolge zur Impfung bevorzugt. Das Bundesgesundheitsministerium hat diese Priorisierung bei der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (STIKO) in Auftrag gegeben. Gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und dem Deutschen Ethikrat hat die STIKO Kriterien für eine Priorisierung der Corona-Impfung ausgearbeitet, die das Bundesgesundheitsministerium in der Coronavirus-Impfverordnung berücksichtigt hat.

Es sind drei Personengruppen mit unterschiedlicher Priorität festgelegt worden:

1.    Alle Personen, die 80 Jahre und älter sind,

2.    Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder dort tätig sind, 

3.    Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen,

4.    Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit sehr hohem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, dazu gehört Personal in:
a)    Intensivstationen, 
b)    Notaufnahmen, 
c)    Rettungsdiensten, 
d)    der ambulanten Palliativversorgung,
e)    SARS-CoV-2-Impfzentren sowie 
f)    Bereichen, in denen infektionsrelevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden,

5.    Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, dazu zählt insbesondere Personal in der
a)    Onkologie und
b)    Transplantationsmedizin.

1.    Personen von 70 Jahren bis einschließlich 79 Jahren,

2.    Personen, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht:
a)    Personen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom),
b)    Personen mit einer Demenz oder geistigen Behinderung,
c)    Personen nach einer Organtransplantation, 

3.    enge Kontaktpersonen
a)    von pflegebedürftigen Personen ab dem Alter von 80 Jahren bzw. für pflegebedürftige Personen, die in einer stationären Einrichtung zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden. Diese Kontaktperson muss von der pflegebedürftigen Person oder deren gesetzlichen Vertreter bestimmt werden.
b)    von schwangeren Personen. Die enge Kontaktperson muss von der Schwangeren oder deren gesetzlichen Vertreter bestimmt werden.

4.    Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege geistig behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen,

5.    Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit hohem oder erhöhtem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, 
a)    insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbaren Patientenkontakt, 
b)    Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und 
c)    in SARS-CoV-2-Testzentren,

6.    Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind,

7.    Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind.

8.    Personen, die in Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 3 oder 4 des Infektionsschutzgesetzes untergebracht oder tätig sind.

1.    Personen von 60 Jahren bis einschließlich 69 Jahren, 

2.    Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht:
a)    Personen mit Adipositas (BMI >30),
b)    Personen mit chronischer Nierenerkrankung,
c)    Personen mit chronischer Lebererkrankung,
d)    Personen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion, 
e)    Personen mit Diabetes mellitus,
f)    Patienten mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie/Vorhofflimmern oder koronarer Herzkrankheit oder arterieller Hypertension,
g)    Personen mit zerebrovaskulären Erkrankungen/Apoplex,
h)    Personen mit Krebserkrankungen,
i)     Personen mit COPD oder Asthma bronchiale,
j)    Personen mit Autoimmunerkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen,

3.   Personen, die in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen tätig sind, insbesondere
a)    in den Verfassungsorganen,
b)    in den Regierungen und Verwaltungen, 
c)    bei den Streitkräften, 
d)    bei der Polizei, 
e)    beim Zoll,
f)    bei der Feuerwehr, 
g)    im Katastrophenschutz einschließlich Technisches Hilfswerk,
h)    in der Justiz, 

4.    Personen, die in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur tätig sind, 
a)    insbesondere im Apothekenwesen, 
b)    in der Pharmawirtschaft, 
c)    in der Ernährungswirtschaft,
d)    in der Wasser- und Energieversorgung, 
e)    in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, 
f)    im Transport- und Verkehrswesen sowie 
g)    in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen,

5.   Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind,
a)    insbesondere in Laboren,
b)    und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten betreut,

6.    Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind,

7.    Personen, die als Erzieher oder Lehrer tätig sind,

8.    Personen, mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen.

Allerdings sieht die Corona-Impfverordnung vor, dass auch innerhalb der drei Gruppen eine weitere Priorisierung vorgenommen werden kann, wenn dies auf Basis der infektiologischen Erkenntnisse, der STIKO-Empfehlung und der epidemiologischen Situation vor Ort notwendig erscheint.

Daher werden auch zunächst innerhalb der Gruppe 1 folgende, besonders vulnerable Personen priorisiert geimpft:

Mit genügend Impfstoff für die ganze Bevölkerung rechnet das Bundesgesundheitsministerium derzeit ab Juli 2021.

Hinweis zur Impfung von Kindern:

Momentan gibt es keine generelle Impfempfehlung für Kinder. Denn Kinder leiden in der Regel nicht an einem starken Verlauf von COVID-19. Zudem sind die bisher in Deutschland verfügbaren Impfstoffe nicht für die Verwendung bei Kindern zugelassen (Comirnaty von Biontech/Pfizer ab 16 Jahren, Covid-19 Vaccine Moderna ab 18 Jahre). Dies liegt daran, dass neue Impfstoffe erst an Kindern und Jugendlichen erprobt werden, wenn die Studien an Erwachsenen keine gravierenden Nebenwirkungen zeigen. Erste Studien zur Verwendung der Impfstoffe bei Kindern und Jugendlichen sind inzwischen jedoch gestartet. Erst wenn die Sicherheit und Wirksamkeit bestätigt werden kann, entscheiden Experten über eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche.

Sollte ein Kind zu einer der Hochrisikogruppen gehören (z. B. aufgrund einer Behinderung oder chronischen Erkrankung), empfiehlt sich die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. Er entscheidet dann, ob nach strenger Risikoabwägung eine Verwendung des Impfstoffes auch ohne Zulassung in der Altersklasse befürwortet werden kann (sogenannter Off-Label-Use).

Impfschema

Im Moment stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung: der Impfstoff "Comirnaty" von Biontech/Pfizer und der Impfstoff "Covid-19 Vaccine Moderna" von Moderna.

Die zweite Dosis muss mit dem gleichen Impfstoff erfolgen wie die erste Dosis. Zudem hat die Vervollständigung der Impfserie vor dem Beginn der Impfung neuer Personen Priorität, dazu wird von den Impfzentren bzw. Impfteams entsprechend Impfstoff zurückgelegt. 

Bei Überschreiten des Impfabstands zwischen der ersten und zweiten Impfstoffdosis soll die Impfserie fortgesetzt und nicht von vorn begonnen werden.

Hinweis: Patientinnen und Patienten können nicht selbst entscheiden, mit welchem Impfstoff sie geimpft werden. Die Impfstoffauswahl wird von den impfenden Personen anhand Verfügbarkeit, STIKO-Empfehlungen und Vorgaben der Impfstoffzulassung getroffen. Hinsichtlich der Wirksamkeit sind beide Impfstoffe jedoch vergleichbar (Angabe der prozentualen Verringerung des Risikos einer Covid-19-Erkrankung):

Eintritt und Dauer der Schutzwirkung

Die volle Schutzwirkung tritt bei beiden Impfstoffen ca. eine Woche nach der zweiten Impfdosis ein. Wie lange die Schutzwirkung anhält, kann noch nicht abschließend beantwortet werden.

Ob und wann eine Auffrischungsimpfung nach der Grundimmunisierung mit zwei Impfdosen notwendig wird, kann daher momentan ebenso noch nicht abgeschätzt werden.

So bekommen Sie die Corona-Impfung

Bis der Impfstoff in ausreichenden Mengen verfügbar ist und die Impfstoffe weniger sensibel hinsichtlich Lieferung und Lagerung gehandhabt werden müssen, wird vorrangig in speziellen Corona-Impfzentren und durch mobile Teams geimpft.

Terminvergabe

Die Terminvergabe zur Impfung in Impfzentren soll über die Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer geregelt werden, sodass sie in jedem Bundesland unterschiedlich ablaufen kann. Ein Termin kann entweder über eine Online-Plattform oder spezielle Telefonnummern gebucht werden. Die Terminvergabe zur Impfung in Impfzentren hat in manchen Bundesländern bereits begonnen, ist aber noch nicht überall möglich. 

Manche Bundesländer planen zudem, die anspruchsberechtigten Personen von einer offiziellen Stelle, z. B. über die Gesundheitsämter bzw. Einwohnermeldeämter, zur Impfung einzuladen. Zu diesen Bundesländern gehören Berlin, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Von weiteren Ländern ist uns kein Einladungsverfahren bekannt.

Auf der Seite des Patientenservice 116117.de der Kassenärztlichen Bundesvereinigung finden Sie eine Übersicht aller Bundesländer und deren Vorgehen zur Terminvereinbarung sowie die Information, welche Personengruppen sich in dem Bundesland derzeit impfen lassen können.

Hinweis: Pflegeeinrichtungen koordinieren mit den in den Bundesländern zuständigen Stellen die Corona-Impfung innerhalb der Einrichtung via mobiler Impfteams. Pflegebedürftige, nicht-mobile Personen der ersten Prioritätengruppe können derzeit noch nicht im privaten Haushalt durch mobile Impfteams geimpft werden. Dies wird möglich sein, sobald weniger sensible und besser transportfähige Impfstoffe zur Verfügung stehen.

Unterlagen für die Impfung

Diese Unterlagen müssen Sie zur Corona-Impfung mitbringen:

Ablauf der Impfung

  1. Impfberatung und Aufklärung zum Nutzen der Impfung, zu Nebenwirkungen, Eintritt und Dauer der Schutzwirkung, Hinweise zu Folge- und Auffrischungsimpfungen, Empfehlungen für Verhaltensmaßnahmen nach der Impfung
  2. Symptombezogene Untersuchung und Anamnese zum Ausschluss von Erkrankungen und Allergien
  3. Verabreichen des Impfstoffes
  4. Nachbeobachtung auf mögliche Impfreaktionen
  5. Ausstellen einer Impfdokumentation

Gut informiert entscheiden

Sie möchten wissen, ob eine Corona-Impfung für Sie in Frage kommt? Hier finden Sie weitere wichtige Informationen zur Corona-Impfung, die Sie bei Ihrer Entscheidung für oder gegen eine Impfung unterstützen können:

Häufige Fragen zur Corona-Impfung

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