Häufige Fragen zur Gürtelrose-Impfung

Antworten auf häufige Fragen zur Gürtelrose-Impfung – damit Sie gut informiert entscheiden können

Sie möchten wissen, ob eine Gürtelrose-Impfung für Sie in Frage kommt? Hier finden Sie weitere wichtige Informationen zur dieser Impfung, die Sie bei Ihrer Entscheidung für oder gegen eine Impfung unterstützen können.

Häufig kann es bei einer Gürtelrose-Infektion zu komplizierten Erkrankungsverläufen mit Komplikationen oder Spätfolgen kommen. Dazu gehören zum Beispiel Lähmungen im Gesicht, Hörbeeinträchtigungen und Hornhautentzündungen oder anhaltende Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie). 

Es gibt in Deutschland zwei Impfstoffe gegen Gürtelrose, die für Personen ab 50 Jahren zugelassen sind: den Lebendimpfstoff Zostavax® (seit 2013) und den Totimpfstoff Shingrix® (seit 2018).

Der Totimpfstoff Shingrix® zeigte in Studien eine hohe Wirksamkeit und hat den Vorteil, dass sich auch Personen mit Vorerkrankungen oder Immunschwäche impfen lassen können. Die STIKO empfiehlt daher die Impfung mit Shingrix®. Die Kosten hierfür werden von der SBK getragen.

Der Lebendimpfstoff Zostavax® wird nicht empfohlen, da dieser in Studien eine geringe Wirkung und eingeschränkte Wirkdauer aufwies. Der Lebendimpfstoff eignet sich zudem nicht für Personen mit Immunschwäche. Daher können keine Kosten für den Lebendimpfstoff Zostavax® übernommen werden.

Bei einer Überempfindlichkeit gegen einen oder mehrere Bestandteile des Impfstoffs sollte nicht geimpft werden. 

Zudem liegen keine ausreichenden Daten darüber vor, ob eine Impfung mit dem Totimpfstoff während der Schwangerschaft sicher ist. Daher sollten sich schwangere Frauen nicht impfen lassen. Im Gegensatz zu Windpocken (Varizellen) ist eine Gürtelrose während der Schwangerschaft für das Kind jedoch ungefährlich.

Wie bei allen Impfungen wird auch dazu geraten, bei schweren und mit Fieber einhergehenden Krankheiten auf die Gürtelrose-Impfung zu verzichten.

In den Zulassungsstudien konnten keine schweren Nebenwirkungen verzeichnet werden, insofern gilt der Totimpfstoff Shingrix® als sicher. Bei etwa jeder zehnten geimpften Person treten lokale Schmerzen, Schwellungen oder Rötungen an der Einstichstelle oder Reaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Muskel- oder Kopfschmerzen auf. Diese Symptome klingen in der Regel nach ein bis zwei Tagen wieder ab.

Nach vollständiger Immunisierung mit dem Totimpfstoff zeigt die Impfung zuverlässigen Schutz vor einer Gürtelrose-Infektion und vor durch Gürtelrose verursachte Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie): 92 % der Geimpften waren innerhalb von vier Jahren nach der Impfung nicht an Gürtelrose erkrankt. 82 % der Geimpften bekamen keine postherpetische Neuralgie.

Auch wenn eine Person bereits eine Gürtelrose-Infektion durchgemacht hat, kann diese erneut an Gürtelrose erkranken. Daher ist eine Impfung auch bei diesen Personen gemäß der STIKO-Empfehlung sinnvoll.

Die Impfung ist jedoch nicht zur Behandlung einer akuten Gürtelrose-Erkrankung oder einer bestehenden postherpetischen Neuralgie vorgesehen. Erst wenn alle Symptome abgeklungen sind, darf geimpft werden.

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