Darmkrebsfrüherkennung durch Darmspiegelung

Eine Entscheidungshilfe: Alles Wichtige rund um die Darmspiegelung für eine frühzeitige Diagnose.

Die Darmspiegelung (Koloskopie) gehört zu den empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen der Darmkrebsvorsorge. Doch häufig ist die Entscheidung für oder gegen die Untersuchung nicht leicht. Wie zuverlässig ist die Darmspiegelung? Wann sollte ich sie machen? Gibt es Nachteile? Mit den Antworten auf die wichtigsten Fragen möchten wir Sie bei Ihrer persönlichen Entscheidung unterstützen.

Darmkrebsfrüherkennung durch Darmspiegelung – Ihre SBK-Vorteile:

  • Wir übernehmen die Kosten für zwei Untersuchungen im Abstand von zehn Jahren für Kunden ab 55 Jahren.
  • Wir unterstützen Sie bei der Suche nach einem geeigneten Facharzt. Wenden Sie sich dazu einfach an Ihren persönlichen Kundenberater.

Katja Klingler, SBK-Kundenberaterin in Karlsruhe

"Gehen Sie zur Darmkrebsfrüherkennung, sie kann Leben retten. Wir unterstützen Sie bei der Suche nach einem spezialisierten Arzt in Ihrer Nähe."

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in Deutschland. Jedes Jahr wird sie bei mehr als 70.000 Menschen entdeckt und von den Betroffenen sterben jährlich ca. 27.000 an den Folgen.

Die gute Nachricht: Bei frühzeitiger Diagnose sind die Heilungschancen sehr hoch. Denn findet der Arzt einen Darmpolypen – eine gutartige Veränderung der Darmschleimhaut -  kann dieser meist vollständig entfernt werden, bevor Krebs entsteht. Deshalb: Die Darmspiegelung ist die beste Chance, Leben zu retten!

Die Spiegelung des Darms (Koloskopie) wird unter anderem zur Darmkrebsvorsorge als Teil des gesetzlichen Programms zur Früherkennung eingesetzt. Die Koloskopie gilt heute als die zuverlässigste Methode zur Darmkrebsfrüherkennung.

Eine Darmspiegelung ist heute die Standard-Untersuchungsmethode zur Früherkennung von Darmkrebs. Es ist eine schmerzfreie und risikoarme Untersuchung, üblicherweise unter einer leichten Narkose. Auch zur Klärung eines Krebsverdachts oder anderer Darmerkrankungen sowie als Nachsorge-Untersuchung nach einer Darmkrebserkrankung ist sie sinnvoll.

Experten empfehlen Frauen und Männern ab 55 Jahren zur Vorsorge zweimal im Abstand von zehn Jahren eine Darmspiegelung vornehmen zu lassen.

Nein. Die Darmspiegelung ist für Versicherte ab 55 Jahren eine gesetzliche Leistung und wird deshalb von uns zweimal im Abstand von zehn Jahren übernommen.

Bei fast allen Patienten findet eine Darmspiegelung in spezialisierten Arztpraxen, die einen Nachweis über eine festgelegte Mindestanzahl von Darmspiegelungen pro Jahr vorweisen können, statt. Die Untersuchung nehmen meist Fachärzte für Innere Medizin, die sich auf Erkrankungen des Verdauungstraktes spezialisiert haben (Gastroenterologen) vor.

Zur Vorbereitung auf die Untersuchung ist es erforderlich, den Darm vollständig zu entleeren. Dazu erhalten Sie bei der Anmeldung zur Darmspiegelung (Koloskopie) ein Rezept für geeignete Abführmittel. Viele Praxen geben Ihnen die notwendigen Medikamente sogar gleich mit nach Hause.

Vor der Untersuchung führt der behandelnde Arzt mit Ihnen ein Aufklärungsgespräch. Die eigentliche Untersuchung dauert etwa eine halbe Stunde. Dabei liegt man seitlich auf eine Liege. Der Arzt führt einen etwa fingerdicken, biegsamen Schlauch mit einer kleinen Kamera am Ende über den After in den Enddarm ein. Dieses Koloskop schiebt er dann durch den gesamten Dickdarm vor. Während dieses Vorgangs wird Luft eingeblasen, damit sich der Darm weitet und dadurch besser einsehbar ist. Die Kamera überträgt Bilder auf einen Monitor. Erst beim langsamen Zurückziehen des Koloskops kontrolliert der Arzt die Dickdarmschleimhaut gründlich – Abschnitt für Abschnitt. Entdeckt er auffälliges Gewebe, entnimmt er entweder Proben oder entfernt Darmpolypen gleich ganz.

Moderne Untersuchungsgeräte sind mit weichen Schläuchen und winzigen Instrumenten ausgestattet. Daher ist die Darmspiegelung nur selten schmerzhaft. Falls eine Kurznarkose eingesetzt wird, spüren Sie nichts von der Untersuchung. Lassen Sie sich vorab von Ihrem Arzt beraten, ob es persönliche Gründe gibt, die möglicherweise gegen diese kurze Betäubung sprechen, zum Beispiel Unverträglichkeiten auf Narkosemittel oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Die Untersuchungsrisiken gelten insgesamt als gering. Möglich sind kleine Blutungen im Darm – vor allem dann, wenn Polypen entfernt oder Gewebeproben entnommen werden. Solche Blutungen werden meist noch während der Darmspiegelung gestillt. Zu schweren Komplikationen kommt es nur sehr selten: Studien zeigen, dass es bei 3 von 1.000 Untersuchten zu Problemen während der Untersuchung kommt. Der Nutzen überwiegt das Risiko also bei Weitem.

Wenn die Darmspiegelung ein unauffälliges Ergebnis zeigt, reicht es aus, die Darmspiegelung erst nach zehn Jahren zu wiederholen. Findet der Arzt dagegen auffällige Stellen und entfernt Veränderungen, kann er die Darmspiegelung zur Abklärung auch nach einem kürzeren Zeitraum nochmals durchführen.

Nach der Untersuchung gönnen Sie sich zunächst ein wenig Erholung. Sie können gleich nach der Untersuchung wieder essen und trinken. Wenn Sie ein Betäubungsmittel bekommen haben, sollten Sie sich nach der Behandlung abholen lassen oder ein Taxi nach Hause nehmen. In welchen Fällen wir Ihnen die Kosten für das Taxi erstatten können, lesen Sie auf der Seite zur Fahrtkostenerstattung.
Sollte Ihr Arzt während der Koloskopie eine Auffälligkeit entdeckt haben, schickt er die entnommenen Gewebeproben und auch entfernte Polypen zur mikroskopischen Untersuchung in ein spezialisiertes Labor. Wenn das Ergebnis vorliegt, wird Sie der Arzt kontaktieren und eventuelle weitere Schritte mit Ihnen besprechen.

Wenn Sie keine Darmspiegelung durchführen, sollten Sie zumindest alle zwei Jahre einen Stuhltest machen. Die Darmspiegelung ist allerdings die zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs und deren Vorstufen (Polypen). Vorstufen können zudem direkt entfernt werden. Das kann ein Stuhltest nicht leisten. Weitere Informationen zum Stuhltest finden Sie auf der Seite Darmkrebsfrüherkennung mit dem Stuhltest.

Experten nennen die Austastung des Mastdarms (Tastuntersuchung) auch rektale Untersuchung. Der Arzt tastet dabei das äußere Ende des Darms ab. Unten sitzende Tumore können dadurch erkannt werden. Befinden sie sich allerdings in höher gelegenen Darmregionen, bleiben sie unentdeckt. Deshalb gilt diese Untersuchung nur als Ergänzung und nicht als alleinige Darmkrebsvorsorge. Wir übernehmen die Kosten für die Tastuntersuchung für Kunden ab 50 Jahren.

Wenn Sie ein nachgewiesenes hohes, genetisch bedingtes Risiko für Darmkrebs haben, wird die Früherkennungsuntersuchung bereits früher übernommen. Sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an. Wenn er in Ihrer Familie Hinweise darauf sieht, überweist er Sie an einen Facharzt oder eine Klinik für eine humangenetische Beratung. Dort wird Ihre Familienkonstellation analysiert und – wenn die Voraussetzungen bestehen – ein Gentest durchgeführt. Erfüllen Sie die Voraussetzungen, übernehmen wir die Kosten

Mit folgenden Maßnahmen können Sie Ihr Darmkrebsrisiko senken:

  • Gehen Sie regelmäßig zur Früherkennungsuntersuchung.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig.
  • Trinken Sie wenig oder gar keinen Alkohol.
  • Rauchen Sie nicht.
  • Vermeiden Sie Übergewicht.

Außerdem hilft gesunde und ausgewogene Ernährung: Essen Sie wenig rotes Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte und viel ballaststoffreiche pflanzliche Kost. Mehr Informationen zu gesunder Ernährung finden Sie auf den Seiten im Bereich Ernährung.

So bekommen Sie die Darmkrebsfrüherkennung

Vereinbaren Sie einen Termin bei einem Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie. Bei der Suche nach einem Gastroenterologen in Ihrer Nähe unterstützt Sie Ihr Kundenberater mit unserer persönlichen Facharzt und Kliniksuche. Die Abrechnung erfolgt einfach über Ihre elektronische Gesundheitskarte. Für Sie entstehen dadurch keine Kosten.

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