Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL-Leistungen)

Informieren Sie sich über sogenannte IGeL-Leistungen und treffen Sie eine bewusste Entscheidung

Wahrscheinlich hat Ihnen Ihr Arzt auch schon die eine oder andere Leistung angeboten, mit dem Hinweis, dass diese die Krankenkassen nicht zahlen. Diese Leistungen nennt man Individuelle Gesundheitsleistungen, abgekürzt oft IGeL. Die Ärzte können Individuelle Gesundheitsleistungen nicht über die Gesundheitskarte abrechnen. Sie müssen für diese Leistungen eine sogenannte Privatrechnung ausstellen, die der Patient dann selbst bezahlen muss.

Tatsächlich sind Individuelle Gesundheitsleistungen ärztliche Leistungen, die in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Der Grund hierfür ist, dass keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für den Nutzen dieser Leistungen vorliegen oder die Leistungen medizinisch nicht notwendig sind. Welche Leistung im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung für Erwachsene medizinisch notwendig ist, definiert der Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen und Ärzten (G-BA). Dieses Gremium bestimmt den medizinischen Leistungskatalog, an dessen Richtlinien sich auch die SBK halten muss.

Bewusst entscheiden

Das bedeutet, dass jeder Patient für sich selbst entscheiden muss, ob er eine IGeL wie zum Beispiel einen gynäkologischen Ultraschall zur Früherkennung oder eine Augeninnendruckmessung zur Glaukomfrüherkennung durchführen lassen möchte. Wichtig zu wissen ist hierbei jedoch, dass keine Individuelle Gesundheitsleistung so dringend ist, dass sie sofort durchgeführt werden muss. Lassen Sie sich in der Arztpraxis also nicht unter Druck setzen.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen Informationen und Hinweise geben, wenn Sie unsicher sind, wie Sie mit Individuellen Gesundheitsleistungen umgehen sollen.

Bitten Sie Ihren Arzt um eine ausführliche Aufklärung, weshalb diese Leistung für Sie notwendig und empfehlenswert ist und welche Alternativen in der Regelversorgung bestehen. Bitten Sie ihn auch um schriftliche Informationen und eine Bedenkzeit, sodass Sie sich zu Hause in Ruhe informieren und entscheiden können.

Sie müssen die Leistung nicht in bar und nicht vor Inanspruchnahme einer Behandlung bezahlen, Sie brauchen auch keine Anzahlung zu leisten. Nach einer Behandlung muss der Arzt erst einmal eine nachvollziehbare Rechnung ausstellen, die Sie dann prüfen und bezahlen können.

Ja. Treffen Sie eine schriftliche Behandlungsvereinbarung, aus der die geplanten Leistungen und das Honorar hervorgehen. Damit haben Sie mehr Sicherheit darüber, was Ihnen der Arzt konkret in Rechnung stellen wird. Gemäß Patientenrechtegesetz und Bundesmantelvertrag Ärzte § 3 Abs. 1, Satz 3 ist der Arzt dazu verpflichtet: „Leistungen, für die eine Leistungspflicht der Krankenkassen nicht besteht, können nur im Rahmen einer Privatbehandlung erbracht werden, über die mit dem Versicherten vor Beginn der Behandlung ein schriftlicher Behandlungsvertrag abgeschlossen werden muss.“

Unser Tipp: Wenden Sie sich an Ihren persönlichen Kundenberater, bevor Sie eine schriftliche Vereinbarung unterzeichnen. Er berät Sie gerne und prüft, ob es vielleicht auch alternative Angebote in der Regelversorgung oder bei der SBK gibt.

Experten des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V. (MDS) haben die wichtigsten Individuellen Gesundheitsleistungen anhand wissenschaftlicher Studien nach ihrem jeweiligen Nutzen bewertet. Sie können sich mithilfe der Website www.igel-monitor.de selbst über Nutzen und Nachteil der jeweiligen Individuellen Gesundheitsleistung informieren. Den IGeL-Monitor gibt es auch als App für iPhones und bei Google-Play für Smartphones mit Android-Betriebssystem.

Bei Fragen zu einzelnen Individuellen Gesundheitsleistungen berät Sie außerdem das SBK-Gesundheitstelefon unter 0800 0 725 725 700 0 (gebührenfrei innerhalb Deutschlands).

Bevor Sie eine Individuelle Gesundheitsleistung in Anspruch nehmen, können Sie sich zur Beratung auch an Ihren persönlichen Kundenberater wenden. Er unterstützt Sie gerne bei Ihrer Entscheidung.

Mehr zum Thema:

Thema Patientenrechte auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums

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