Diagnose Brustkrebs: das ist jetzt wichtig

Wissenswertes über das Krankheitsbild, Therapiemöglichkeiten und wie die SBK Sie dabei unterstützt

Brustkrebs ist mit mehr als 70.000 Neuerkrankungen in Deutschland pro Jahr die häufigste Krebsart bei Frauen. Weltweit erkranken jährlich ca. 1,5 Millionen Frauen daran. Durchschnittlich ist die Frau zum Zeitpunkt der Diagnosestellung 62 Jahre alt.

Die Diagnose Brustkrebs löst bei den meisten Betroffenen große Ängste aus. Durch aufklärende Beratung und die Bereitstellung von Informationen möchten wir Ihre Fragen beantworten und Sie unterstützen, sich im gemeinsamen Gespräch mit Ihrem Arzt für eine geeignete Therapieform zu entscheiden.

Brustkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Brust und mit 30,6% die häufigste Krebsart von Frauen in den industrialisierten Ländern. In Deutschland bekommen pro Jahr mehr als 70.000 Frauen diese Diagnose gestellt. Sehr selten erkranken aber auch Männer daran.

Man unterscheidet grundsätzlich zwei verschiedene Hauptformen:

von den Milchdrüsen (lobulär) und von den Drüsenlappen (duktal) ausgehende Tumore.

Bei beiden Formen unterscheidet man wiederum die invasiven Tumore, welche in ihre Umgebung einwachsen und nicht-invasive Tumore, welche lediglich innerhalb der Grenzen der Drüsenlappen bzw. Milchdrüsen wachsen. Daneben gibt es auch noch andere seltenere Formen der Erkrankung.

Invasive Mammakarzinome sind Brusttumore, welche in das umliegende Gewebe eindringen und so in die Umgebung einwachsen.

Nicht-invasive, sogenannte „in-situ-Tumore“, wachsen innerhalb der Grenzen der Drüsenlappen bzw. Milchdrüsen und wachsen folglich nicht in das umliegende Gewebe ein. Häufig sind diese weniger aggressiv und haben bessere Heilungschancen.

Um Brustkrebs frühzeitig erkennen zu können, ist es wichtig, auf Veränderungen oder Beschwerden der Brust zu achten. Tasten Sie Ihre Brust regelmäßig ab und betrachten Sie diese auch im Spiegel. Spüren Sie Knoten oder andere Verhärtungen in Ihrer Brust? Sehen Sie eine veränderte Form oder Größe Ihrer Brust? Hat sich die Brustdrüse verändert? Wenn Sie eine der Fragen bejahen können, raten wir Ihnen, Ihren Gynäkologen aufzusuchen und Ihre bemerkten Veränderungen zu schildern.

Schon gewusst? Wie Sie richtig Ihre Brust abtasten, erfahren Sie in einer MammaCare-Schulung. Die SBK bezuschusst diese einmalig mit 2/3 der Kosten, maximal jedoch 30 €. Mehr zu MammaCare-Schulungen erfahren Sie auf unserer Seite „Brustkrebsvorsorge mit MammaCare“.

Außerdem haben Sie als SBK-Kundin die Möglichkeit, Ihre Brust von einer speziell ausgebildeten blinden oder sehbehinderten Frau abtasten zu lassen. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite „Brustkrebsvorsorge mit Discovering Hands“.

Sollten Sie einen Knoten oder eine andere Auffälligkeit in Ihrer Brust spüren, raten wir Ihnen, am besten umgehend einen Termin bei Ihrem Gynäkologen zu vereinbaren um die Auffälligkeit abzuklären und ggf. die weitere Behandlung zu planen.

Auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Dies kommt verhältnismäßig jedoch selten vor. Wenn Sie als Mann Auffälligkeiten an Ihrer Brust bemerken, empfiehlt sich zuallererst eine Untersuchung bei Ihrem Hausarzt.

Je nach Bundesland kann dann zur weiteren Diagnostik ein Termin bei einem Gynäkologen sinnvoll sein. In einigen Bundesländern kann man als Mann jedoch gewisse gynäkologische Diagnostikmaßnahmen nicht oder nur beschränkt in Anspruch nehmen. Das liegt an den Vorgaben der einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Kassenärztliche Vereinigungen organisieren und regeln die ärztliche Versorgung in einem bestimmten Bezirk.

Sollten Sie Schwierigkeiten haben, einen Termin bei einem Gynäkologen zu erhalten, empfehlen wir Ihnen, zur weiteren Abklärung einen Termin bei einem Radiologen zu vereinbaren oder sich telefonisch bei Ihrer zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung beraten zu lassen.

Wenn in Ihrer Familie Verwandte an Brustkrebs erkrankt sind, nehmen Sie am besten Kontakt zu einem spezialisierten Zentrum für Brust- und Eierstockkrebs auf und vereinbaren Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch. Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind entscheiden Sie dann gemeinsam mit Ihrem Arzt, ob für Sie ein Gentest in Frage kommt. In diesem Fall übernimmt die SBK die Kosten des Gentests für Sie als Zusatzleistung. Dieser Gentest gibt Auskunft über Ihr persönliches Risiko, an erblich bedingtem Brustkrebs zu erkranken. Der Gentest kann grundsätzlich von Mann oder Frau in Anspruch genommen werden.

Sofern der Test ein erhöhtes Risiko bestätigen sollte, haben Sie die Möglichkeit, an engmaschigeren Früherkennungsuntersuchungen teilzunehmen.

Sollte kein erhöhtes Risiko bei Ihnen festgestellt werden, können Sie ab 30 Jahren die gesetzliche Brustkrebsfrüherkennung in Anspruch nehmen. Mit zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen unterstützt die SBK Sie als SBK-Mitglied dabei, mögliche Veränderungen der Brust frühzeitig zu erkennen.

Wichtig zu wissen ist, dass der Test keine hundertprozentige Aussage treffen kann, ob eine Erkrankung eintrifft oder nicht, sondern lediglich eine Wahrscheinlichkeit, also eine Tendenz zum Eintritt einer Erkrankung, angeben kann. So kann es sein, dass Frauen mit hohem Risiko gesund bleiben, während andere ohne ein hohes Risiko doch erkranken. Deshalb ist es umso wichtiger, die ethischen Fragen und die Auswirkungen eines solchen Tests mit Ihrem Arzt gut zu besprechen und Vor- und Nachteile gründlich abzuwägen. Ob der Gentest eine Sicherheit oder Belastung darstellt, wird außerdem in unserer Pressemitteilung diskutiert. Nehmen Sie sich die notwendige Zeit für Ihre persönliche Entscheidung und lassen Sie sich in einem spezialisierten Zentrum beraten.

Alle spezialisierten Zentren für Brust- und Eierstockkrebs in Ihrer Nähe finden Sie auf der Seite des Deutschen Konsortiums familiärer Brust und Eierstockkrebs.

 

Ihr persönlicher Kundenberater unterstützt Sie bei der Suche mit unserer Facharzt- und Kliniksuche. Für Brustkrebs sind in erster Linie niedergelassene Fachärzte für Gynäkologie die richtigen Ansprechpartner. Diese sind für die individuelle Therapie in engem Austausch mit Fachärzten für Onkologie, ambulanten Zentren und Kliniken. In der Regel koordinieren die Fachärzte für Onkologie die weitere Behandlung.

Wir empfehlen Ihnen, die weitere Behandlung in einem zertifizierten Behandlungszentrum durchführen zu lassen. Diese haben eine hohe Expertise und schöpfen aus einem großen Erfahrungsschatz. Hier können Sie sicher sein, dass Sie in guten Händen aufgehoben sind.

Beim Arzt oder in der Klinik sollten Sie sich die einzelnen Behandlungsschritte genau erklären lassen und auch nach alternativen Möglichkeiten fragen. Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie nach, bis Ihnen alles klar ist. Alle an der Behandlung beteiligten Ärzte werden dann gemeinsam mit Ihnen den für Sie am besten geeigneten Behandlungsplan festlegen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob der vorgeschlagene Behandlungsplan der richtige für Sie ist, können Sie auch eine ärztliche Zweitmeinung bei einem anderen Facharzt einholen.

Um das Gespräch mit Ihrem Arzt erfolgreich führen zu können, unterstützt Sie die SBK mit einer Checkliste zur Vorbereitung und mit grundsätzlichen Informationen und Hinweisen für das Arztgespräch.

Checkliste Arztgespräch PDF, 309 KB

Bei einer Veränderung in der Brust bringt häufig eine Biopsie die endgültige Klarheit, ob diese Veränderung bösartig oder gutartig ist. Bei der Biopsie werden Gewebeproben aus der Brust entnommen. Hierbei unterscheidet man zwei wesentliche Methoden:

  • die Stanzbiopsie, welche heute als Standardverfahren durchgeführt wird. Hierbei werden ca. drei bis fünf Gewebeproben der Brust durch eine dünne Nadel ausgestanzt, und
  • die Vakuumbiopsie der Brust, bei der ca. 20 Gewebeproben der Brust durch eine Hohlnadel gesaugt werden und durch ein kleines routierendes Messer abgetrennt werden. Sie wird angewandt, wenn Veränderungen in der Brust nicht tastbar sind.

Beide Biopsieverfahren finden meist ambulant und unter örtlicher Betäubung statt. Sie dauern nicht lange und sind dabei eher wenig schmerzhaft. Die Vakuumbiopsie hinterlässt auf der Brust jedoch eine kleine Narbe.

Die direkten Ursachen der Erkrankung sind bisher nicht bekannt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, welche den Eintritt der Erkrankung begünstigen können. So wirken sich zum Beispiel Situationen, in denen Ihr Körper nicht in seinem hormonellen Gleichgewicht ist oder Sie eine Hormontherapie durchführen, wie es oft in den Wechseljahren empfohlen wird, auf die Wahrscheinlichkeit einer Brustkrebserkrankung aus.

Oft ist auch einfach die erbliche Veranlagung der Erkrankungsgrund. Wenn also in Ihrer Familie, z.B. bei Ihrer Mutter oder Ihrer Schwester, Brustkrebs bereits in der Vergangenheit aufgetreten ist, besteht häufig auch für Sie ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken. In diesem Fall sollten Sie besonders auf die Wahrnehmung regelmäßiger Früherkennungsuntersuchungen achten.

Auf unserer Seite „Brustkrebsfrüherkennung“ erfahren Sie, welche Angebote Sie als SBK-Mitglied wahrnehmen können.

HER2 ist eine Bindungsstelle auf der Oberfläche von Zellen, welche dafür sorgt, dass Zellen sich schneller teilen und schneller wachsen.

Bei gesunden Zellen gibt es von diesen Bindungsstellen relativ wenige. Bei Tumorzellen kann es jedoch sein, dass sehr viele HER2-Bindungsstellen auf der Oberfläche der Zelle existieren, weshalb Tumore mit besonders vielen HER2-Bindungsstellen sehr schnell und unkontrolliert wachsen. In diesem Fall spricht man dann von HER2-positiven Tumoren, welche bei ca. 20% der Brustkrebspatientinnen vorliegen.

Speziell für HER2-positive Tumore wurde eine Antikörpertherapie entwickelt, bei der die Bindungsstellen blockiert werden und dadurch das Wachstum des Tumors gehemmt oder sogar blockiert werden kann. Diese Therapie regt außerdem das eigene Immunsystem an, den Tumor zu bekämpfen. So schrumpft der Tumor häufig oder verschwindet sogar ganz.

 

Je nachdem, wie schnell der Tumor wächst und ob gewisse Ähnlichkeiten der Tumorzellen zu gesunden Brustgewebezellen bestehen, wird dieser nach der durchgeführten Biopsie unterschiedlich eingestuft.

Das Brustkrebsgrading hat Einfluss auf die Wahlt der optimalen Therapie.

Man unterscheidet dabei vier verschiedene Grade:

Grad 1: der Tumor unterscheidet sich nur minimal von anderen Zellen und wächst eher langsam

Grad 2: die Tumorzellen sehen anders aus, als gesunde Gewebezellen. Sie wachsen und teilen sich auch etwas schneller.

Grad 3: die Tumorzellen unterscheiden sich stark von gesunden Zellen und wachsen schnell.

Grad 4: die Tumorzellen unterscheidet sich komplett von gesunden Zellen. Diese Art wächst sehr schnell, bildet schnell Metastasen und führt häufig zu wiederkehrenden Tumoren.

Die TNM-Klassifikation enthält Angaben zur Größe und Ausbreitung des Tumors. Dabei steht:

  • T für die Größe und die Ausbreitung des Tumors,
  • N für die Anzahl der umliegenden Lymphknotenmetastasen und
  • M für die Anzahl der Fernmetastasen des Tumors, welche im Knochen oder anderen Organen gebildet wurden.
Merkmal AbkürzungenBedeutung
PrimärtumorT0Ein Tumor ist nicht oder nicht mehr nachweisbar.
 T1 bis T4Die Zahlen 1 bis 4 beziehen sich auf die Größe und Ausbreitung des Tumors. Während es sich bei T1 um einen kleinen Tumor handelt, ist zum Beispiel mit T3 ein größerer Tumor gemeint.
LymphknotenN0Die Lymphknoten sind nicht vom Tumor befallen.
 N1 bis N3Umliegende Lymphknoten sind vom Tumor befallen. Die Zahlen 1 bis 3 bezeichnen Lage und Zahl der betroffenen Lymphknoten.
MetastasenM0Es wurden keine Fernmetastasen entdeckt.
 M1Es liegen Fernmetastasen vor.

Ihr Arzt benötigt diese Kennzahlen, um im gemeinsamen Gespräch mit Ihnen und unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Situation die passende Therapieform zu wählen.

Das Disease-Management-Programm für Brustkrebspatientinnen - auch SBK-MedPlus Brustkrebs-Programm genannt - ermöglich eine umfassende ärztliche Beratung und unterstützt den Kunden mit einer individuellen, optimal abgestimmten Therapie. Bei einer Teilnahme können Sie als SBK-Versicherte von vielen Vorteilen profitieren, wie zum Beispiel speziellen Schulungen, einem Erinnerungsservice oder einem Nachsorge-Pass.

Wie Sie an diesem Programm teilnehmen können erfahren Sie von Ihrem persönlichen Kundenberater.

Neben der TNM-Klassifikation und dem Grading kann Ihr Arzt noch weitere Abkürzungen im Arztbrief verwenden:

Ein c (von englisch „clinical“ = klinisch) bedeutet, dass die Einstufung Ihres Tumors aufgrund einer körperliche Untersuchung, typischer Symptome oder Ultraschalluntersuchungen und anderer bildgebender Verfahren festgelegt wurde.

Das p (von englisch „pathological“: pathologisch) steht dafür, dass entnommenes Gewebe im Labor untersucht wurde und die Einstufung aufgrund der Analyse des Gewebes stattgefunden hat.

Sofern Ihr Arzt ein r (Rezidiv:) auf dem Arztbrief vermerkt hat, bedeutet dies, dass der Tumor nun zum wiederholten Mal aufgetreten ist.

Ein groß geschriebenes R zeigt an, dass nach einer Behandlung noch Krebsgewebe gefunden wurde, der Körper also nicht tumorfrei ist.

Wenn Sie auf Ihrem Arztbrief ein Tis oder Cis finden können, ist der Tumor noch in einer Vorstufe bzw. im Frühstadium.

Ein X zeigt an, dass sich ein gewisses Merkmal, zum Beispiel die Betroffenheit von Lymphknoten, nicht beurteilen lassen kann.

Finden Sie ein Y in Ihrem Arztbrief, weist das darauf hin, dass der Tumor bereits behandelt wurde.

Die Brustoperation bzw. Tumorentfernung ist aktuell der Standard zur Behandlung von Brustkrebs. Jedoch muss nicht immer die gesamte Brust entfernt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine brusterhaltende Operation möglich, bei welcher der Tumor und etwas umliegendes Gewebe aus der Brust entfernt wird. In der Regel erfolgt die Operation direkt nach der Diagnosestellung.

Bei wenigen Patientinnen ist eine vollständige Entfernung der Brust notwendig.Auch dann besteht die Möglichkeit, die Brust wieder aufzubauen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt über die individuellen Möglichkeiten einer Brustrekonstruktion.

Die Bestrahlung in Kombination mit einer vorangegangenen Operation ist die häufigste Art der Therapie. Dabei wird energiereiche Strahlung für wenige Minuten direkt auf den Tumor gerichtet. Die Behandlung wird mehrmals wöchentlich in einer Klinik oder einer spezialisierten Praxis ambulant durchgeführt und dauert ca. 6 Wochen.

Eine Chemotherapie kann die Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv verringern. Insbesondere wenn Antihormone nicht wirken, der Krebs schnell wächst, die umliegenden Lymphknoten befallen sind oder die Betroffene noch sehr jung ist, wendet der Arzt in Absprache mit der Patientin häufig die Chemotherapie an.

Sollte der Tumor hormonempfindlich sein, kann eine Antihormontherapie in Betracht gezogen werden. Mit einem speziellen Test wird dabei herausgefunden, ob der Tumor auf gewisse Hormone reagiert. Dann können bestimmte Antihormone eingenommen werden. Die Hormontherapie dauert mindestens 5 Jahre.

Durch einen weiteren Test kann geprüft werden, ob der Tumor auf bestimmte Antikörper anspricht. Dies ist der Fall, wenn der Tumor HER2-positiv ist. Dann kann eine Antikörpertherapie empfohlen werden. Häufig wird dann zusätzlich zu einer Chemotherapie ein weiteres Medikament mit Antikörpern für ca. 1 Jahr eingenommen.

Bei ca. 1/3 der Patientinnen mit Brustkrebs ist unklar, inwieweit das Risiko besteht, erneut an Brustkrebs zu erkranken. In diesem Fall ist fraglich, ob eine Chemotherapie Sinn machen würde. Hierbei geben Genexpressionsanalysen Aufschluss darüber, ob eine Chemotherapie überhaupt von Nutzen sei oder ob diese erspart werden könnte und eine Antihormontherapie ausreichend ist.

Die SBK zahlt seit 2017 unter gewissen Voraussetzungen Genexpressionsanalysen, wie zum Beispiel den Oncotype DX Test. Im Juni 2019 hat auch der Gemeinsame Bundesausschuss nach langwieriger Analyse entschieden, diesen Test in den Katalog der Regelleistungen gesetzlicher Krankenkassen aufzunehmen. Hintergründe und genauere Informationen zu dieser Entscheidung finden Sie in unseren Pressemitteilungen vom 21.06.2019, vom 01.02.2018, sowie vom 18.12.2017.

Durch Genexpressionsanalysen werden Patienten befähigt, selbst eine Theapieentscheidung zu treffen. Außerdem kann eine Chemotherapie inclusive der möglichen Nebenwirkungen vermieden werden.

Der Test kann jedoch keine Garantie geben, ob eine Antihormontherapie wirksam ist. Er gibt lediglich eine Wahrscheinlichkeit an, ob die Antihormontherapie hilft oder nicht.

Besprechen Sie die Option der Genexpressionsanalyse mit ihrem behandelnden Arzt und wägen Sie dabei mögliche Folgen und Konsequenzen gründlich ab.

Genauere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Seite „Biomarker-Tests bei Brustkrebs".

Adjuvante Therapien sind alle Therapieformen, die nach einer Brustoperation durchgeführt werden, wie zum Beispiel die Bestrahlung, Chemotherapie oder Hormontherapie. Sollte eine Therapie noch vor der Operation durchgeführt werden, handelt es sich dabei um eine neoadjuvante Therapie, welche den Tumor im Vorfeld verkleinern soll, damit z.B. eine brusterhaltende Operation möglich gemacht wird. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, ob eine neoadjuvante Therapie für Ihre individuelle Situation in Betracht gezogen werden kann oder ob eine Operation für Sie die richtige Wahl ist.

Ihr Arzt hat Ihnen verschiedene Alternativen vorgeschlagen und Sie sind sich unsicher, welche Therapieform Sie wählen sollen?

Sie haben die Möglichkeit, sich als SBK-Mitglied eine kostenfreie Zweitmeinung von erfahrenen und unabhängigen Spezialisten einzuholen, bevor Sie sich entscheiden.

Die Entscheidungshilfe des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen soll Sie dabei unterstützen, bei schwierigen Entscheidungen den Überblick über die Vor- und Nachteile der Therapievarianten zu behalten und sich über die eigenen persönlichen Bedürfnisse und Erwartungen klar zu werden.

Außerdem berät Sie der Krebsinformationsdienst des deutschen Krebsforschungszentrums telefonisch bei Fragen zu Ihrer Therapie.

Nachdem Ihre Operation oder eine andere Therapieform abgeschlossen ist, besteht die Möglichkeit, eine Anschlussheilbehandlung zu beantragen. Das ist eine Rehabilitation, die sich an Ihre Therapie anschließt. Die Beantragung erfolgt in der Regel direkt über den Sozialdienst Ihrer behandelnden Klinik, selten auch über Ihren behandelnden Arzt. Sprechen Sie den Sozialdienst in der Klinik auf die Möglichkeit einer Rehabilitationsmaßnahme an.

Ob Sie Ihre Haare wegen einer Chemotherapie verlieren werden ist nicht eindeutig vorauszusagen. Das hängt von der Art der Chemotherapie sowie Ihrer individuellen körperlichen Reaktion darauf ab. Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt offen auf dieses Thema an und besprechen Sie mit ihm die möglichen Auswirkungen der Chemotherapie.

Es kann auch helfen, sich frühzeitig mit dem Thema Perücke auseinanderzusetzen. Mit einer Beratung in einem Fachgeschäft können Sie sich mental darauf vorbereiten. Auf der Seite des Bundesverbandes der Zweithaar-Spezialisten e.V. finden Sie Fachbetriebe in Ihrer Nähe.

Die Kosten für Perücken sind grundsätzlich erstattungsfähig. Für die Versorgung mit einer Perücke benötigen Sie ein entsprechendes Rezept von Ihrem Arzt. Mehr Informationen dazu bekommen Sie von Ihrem persönlichen Kundenberater.

Sollte ein stationärer Krankenhausaufenthalt, eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie für Sie indiziert sein, übernehmen wir in der Regel die Fahrkosten für das medizinisch indizierte Verkehrsmittel.

Bei einer ambulanten Chemo- oder Strahlentherapie muss die Kostenübernahme vor Beginn beantragt und genehmigt werden.

Bitte wenden Sie sich vor Beginn der Therapie oder an Ihren persönlichen Kundenberater.

Der Portkatheter, umgangssprachlich auch „Port“ genannt, ist ein langfristiger Zugang in eine Vene, durch welchen Medikamente direkt in die Blutbahn gelangen werden können. Dadurch wird vermieden, dass bei jeder Theapiesitzung erneut die Vene angestochen werden muss. Empfehlenswert ist der Port insbesondere bei länger andauernden Behandlungen. Das Entzündungsrisiko von Venen wird deutlich gesenkt und die Medikamente verteilen sich im herznahen starken Blutstrom sehr schnell.

Viele Ärzte empfehlen Brustkrebspatientinnen den Port, welcher für die Chemotherapie gelegt wurde, noch zwei bis drei Jahre nach dem Therapieende zu tragen. In dieser Zeit besteht noch ein höheres Rückfallrisiko - wenn eine zweite Chemotherapie notwendig werden sollte, kann der Port ohne erneuten Eingriff wieder genutzt werden. Besprechen Sie Ihre individuelle Situation am besten mit Ihrem Arzt.

Oft wird bereits direkt nach der Tumoroperation noch im Krankenhaus mit dem Brustaufbau begonnen. Sollte bei Ihnen eine Brustprothese medizinisch notwendig sein, haben Sie die Wahl zwischen einem Implantat oder der Wiederherstellung aus Eigengewebe, welches z.B. vom Unterbauch, Gesäß oder Rücken entfernt und in die Brust gesetzt wird.

Möchten Sie  eine äußere Brustprothese tragen, besteht die Möglichkeit der Ausstattung mit einem Spezial-BH und Badeanzug. Mehr zu äußeren Brustprothesen und wie Ihre SBK sich an den entstehenden Kosten beteiligt, erfahren Sie in unserer Kunden-PDF zum Thema „Prothesen“:

Kundeninfo Prothesen PDF, 118 KB

Durch die Nachsorge können nicht nur Rückfälle früh entdeckt werden, sondern auch Nach- und Nebenwirkungen der ggf. noch laufenden Therapien direkt behandelt werden. Die Brustkrebsnachsorge findet bei Ihrem behandelnden Gynäkologen statt und ist in der Regel für mindestens 10 Jahre angedacht. In den ersten fünf Jahren sollten körperliche Untersuchungen durch Ihren Arzt auch unterjährig mehrmals stattfinden. Bei der Häufigkeit der Untersuchungen berücksichtigt Ihr Arzt Ihre individuelle Situation. Ab dem sechsten Jahr werden Nachsorgeuntersuchungen in der Regel einmal jährlich empfohlen. Auch hier gilt: Ihre individuelle Situation wird bei der Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Untersuchungen berücksichtigt.

Ein Rezidiv ist eine ursprünglich behandelte Krebserkrankung, die nach einer gewissen Zeit erneut auftritt. Die Erkrankung kann dann auch in einer anderen Körperregion wieder auftreten.

Wenn Sie psychologische Unterstützung bei der Bewältigung Ihrer Situation benötigen, empfehlen wir Ihnen die umfangreichen Informationen des Krebsinformationsdienstes. Diese beinhalten auch eine Suchmöglichkeit für Praxen mit ambulant psychotherapeutisch tätigen Psychoonkologen und spezialisierten Beratungsstellen.

Wenn Sie klären möchten, welche Kosten für welche Leistungen übernommen werden, sollten Sie sich neben Ihrem behandelnden Ärzten am besten auch direkt an Ihren persönlichen Kundenberater bei der SBK wenden.

Zu den möglichen Themen gehören zum Beispiel eventuelle Zuzahlungen zu Arzt- und Klinikkosten, zu Medikamenten und Hilfsmitteln oder zur Kostenübernahme von häuslicher Krankenpflege oder Unterstützung im Alltag. Ihr Kundenberater ist auch Ansprechpartner zur gesetzlichen Pflegeversicherung und bei Fragen zur medizinischen Rehabilitation.

Sie können sich auch von neutralen Ansprechpartnern sozialrechtlich beraten lassen. Diese Ansprechpartner hat der Krebsinformationsdienst in einem Merkblatt zusammengestellt.

 

So unterstützt Sie die SBK

Mehr zum Thema:

Fühlen Sie sich durch die Inhalte gut informiert?