Diagnose Darmkrebs: Was nun?

Informationen zu Behandlung, Nachsorge und Unterstützung durch die SBK

Patientin beim Arzt

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten beim Menschen – und zugleich eine der am besten erforschten. Die Neuerkrankungsrate ist seit einigen Jahren rückläufig, was Experten zufolge auch auf die verbesserte Früherkennung bzw. die Einführung der Darmspiegelung zurückzuführen ist. Bislang erkranken Schätzungen zufolge 26.000 Frauen und 33.000 Männer neu im Jahr an Darmkrebs. Es gibt unterschiedliche Behandlungsmethoden abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild und individuellen Bedürfnissen, die einzeln oder in Kombination in Frage kommen.

Die Gruppe der malignen (bösartigen) Tumorerkrankungen fasst man unter dem Überbegriff „Krebs“ zusammen. Ihr gemeinsames Merkmal ist, dass sich die veränderten Zellen schneller teilen als normale Zellen und dabei die Grenzen der Organe nicht mehr beachten: Benachbarte Gewebe und Organe werden angegriffen und ausgeschwemmte Zellen können Tochtergeschwülste bilden.

Bisher sind die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die die Entstehung von Darmkrebs begünstigen:

  • Das Risiko nimmt mit dem Alter zu.
  • Darmkrebs kann genetisch veranlagt sein (häufig frühes Erkrankungsalter).
  • Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen erkranken häufiger an Darmkrebs.
  • Der Lebensstil und individuelle Ernährungsgewohnheiten können Darmkrebs begünstigen.

Das Stadium hängt davon ab, ob der Krebs gestreut hat und wenn ja, in welche Körperregionen.

  • Stadium 0: Der Krebs ist auf die innerste Schleimhautschicht des Darms begrenzt. 
  • Stadium I: Der Krebs ist nur in die inneren Wandschichten des Darms eingedrungen.
  • Stadium II: Der Tumor ist tiefer in die Darmwand vorgedrungen oder durch diese hindurch gewachsen. Ein Befall umliegender Gewebe ist möglich.
  • Stadium III: Der Krebs hat sich auf die umliegenden Lymphknoten ausgebreitet.
  • Stadium IV: Der Krebs hat sich auf andere Organe wie Leber oder Lunge ausgebreitet.

Ein Rezidiv ist eine ursprünglich behandelte Krebserkrankung, die nach einer gewissen Zeit erneut auftritt. Die Erkrankung kann dann auch in einer anderen Körperregion wieder auftreten.

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen sind die Heilungsaussichten bei Darmkrebs verhältnismäßig gut. In den frühen Stadien (Stadium I und II) bestehen Heilungschancen von über 85 bis 100 Prozent. Der noch sehr kleine Tumor kann durch einen Eingriff vollständig entfernt werden.

Hat sich die Erkrankung in den Lymphknoten ausgebreitet, liegen die Heilungschancen bei rund 60 Prozent. Selbst bei fortgeschrittener Erkrankung in diesem Stadium sind dank modernster Behandlungskonzepte heute Langzeitheilungsverläufe zumindest möglich.

Ihr persönlicher Kundenberater unterstützt Sie bei der Suche mit unserer Facharzt- und Kliniksuche. Für Darmkrebs sind in erster Linie niedergelassene Fachärzte für Gastroenterologie die richtigen Ansprechpartner. Diese sind für die individuelle Therapie in engem Austausch mit Fachärzten für Onkologie, ambulanten Zentren und Kliniken. In der Regel koordinieren die Fachärzte für Onkologie die weitere Behandlung. Ihr persönlicher Kundenberater hilft Ihnen auch bei der Wahl eines zertifizierten Behandlungszentrums , das eine hohe Expertise in der Darmkrebsbehandlung hat.

Beim Arzt oder in der Klinik sollten Sie sich die einzelnen Behandlungsschritte genau erklären lassen und auch nach alternativen Möglichkeiten fragen. Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie nach, bis Ihnen alles klar ist. Alle an der Behandlung beteiligten Ärzte werden dann gemeinsam mit Ihnen den für Sie am besten geeigneten Behandlungsplan festlegen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob der vorgeschlagene Behandlungsplan der richtige für Sie ist, können Sie auch eine ärztliche Zweitmeinung bei einem anderen Facharzt einholen.

In der Regel wird ein Tumor operativ entfernt. Bei einer Operation werden neben dem Tumorgewebe auch befallene Lymphknoten in der Nähe des Tumors entfernt. Grundsätzlich hängt es aber von Krebsart und Stadium ab, ob ein Eingriff erfolgen kann. Weitere Details zu Operationen finden auf der Seite des Krebsinformationsdienstes.

In der Regel erhalten die meisten Patienten die Chemotherapie über eine Infusion in die Vene. Die Gabe erfolgt in mehr oder weniger festgelegten Abständen (Behandlungszyklen). Zwischen den einzelnen Behandlungszyklen liegt jeweils eine Pause von einigen Tagen bis einigen Wochen.

Bei den meisten Patienten mit Darmkrebs ist es möglich, die „Chemo“ ambulant durchführen zu lassen. Onkologisch tätige Fachärzte und spezialisierte Ambulanzen von Krankenhäusern bieten die ambulante Chemotherapie an.

Eine Chemotherapie kann in hohem Maße die Fahrtüchtigkeit oder die Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigen und ist für Darmkrebspatienten oft sehr beschwerlich. Wir übernehmen in der Regel die Fahrkosten zu einer ambulanten Chemotherapie. Die Kostenübernahme muss vor Beginn beantragt und genehmigt werden. Bitte wenden Sie sich vor Beginn der Therapie an Ihren persönlichen Kundenberater.

Besprechen Sie dieses Thema frühzeitig mit Ihrem Arzt. Wir unterstützen Sie beispielsweise durch eine vorübergehende häusliche Krankenpflege.

Ob Sie Ihre Haare verlieren werden ist nicht eindeutig vorauszusagen. Dieses hängt von der Art der Chemotherapie sowie Ihrer individuellen körperlichen Reaktion darauf ab. Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt offen auf dieses Thema an und besprechen Sie mit ihm die möglichen Auswirkungen der Chemotherapie.

Es kann auch helfen, sich frühzeitig mit dem Thema Perücke auseinanderzusetzen. Mit einer Beratung in einem Fachgeschäft können Sie sich mental darauf vorbereiten. Auf der Seite des Bundesverbandes der Zweithaar-Spezialisten e.V. finden Sie Fachbetriebe in Ihrer Nähe.

Die Kosten für Perücken sind grundsätzlich erstattungsfähig. Für die Versorgung mit einer Perücke benötigen Sie ein entsprechendes Rezept von Ihrem Arzt. Mehr Informationen dazu bekommen Sie von Ihrem persönlichen Kundenberater.

Bei der Immuntherapie handelt es sich noch nicht um ein standardisiertes Therapieverfahren. Diese Therapieansätze werden noch in klinischen Studien überprüft. Es gibt bisher nur wenige Therapien, die nachgewiesen wirksam sind. Meist kommen Sie nur bei fortgeschrittenen Erkrankungen zum Einsatz. Mehr Informationen erhalten Sie auf den Seiten des Krebsinformationsdienstes.

Eine Bestrahlung kommt vor allem für Patienten mit Enddarmkrebs zur Reduzierung der Tumorgröße und zur Senkung des Rückfallrisikos sowie bei Darmkrebspatienten mit Metastasen in Knochen oder Gehirn in Frage. Mehr Informationen finden Sie auf der Seite der Deutschen Krebsgesellschaft .

Fachexperten empfehlen den meisten Darmkrebspatienten eine regelmäßige Nachsorge. So sollen eventuelle Folgen der Therapie sowie ein eventueller Rückfall frühzeitig erkannt und behandelt werden. Auch psychosoziale Themen und Probleme im Alltag können eine Rolle in der Krankheitsbewältigung spielen.

Wie häufig man zur Nachsorge gehen sollte, hängt vom Krankheitsstadium und damit vom Rückfallrisiko ab. Zudem ist ausschlaggebend, wie lange die Behandlung zurückliegt und mit welchem Nachsorge-Zeitraum sich der Patient wohlfühlt. Auf der Seite des Krebsinformationsdienstes finden Sie eine detaillierte Übersicht zur Nachsorge von Darmkrebserkrankungen. Sprechen Sie Ihren Arzt auf Ihre persönliche Nachsorge an.

Wenn Sie psychologische Unterstützung bei der Bewältigung Ihrer Situation benötigen, stehen wir Ihnen mit dem Beratungsangebot "Beratung hilft" zur Seite. Hier können Sie sich von erfahrenen und qualifizierten Psychotherapeuten per E-Mail, Text- oder Videochat oder telefonisch beraten lassen.

Darüber hinaus stellt der Krebsinformationsdienst eine Suchmöglichkeit für Praxen mit ambulant psychotherapeutisch tätigen Psychoonkologen zur Verfügung.

Wenn Sie klären möchten, welche Kosten für welche Leistungen übernommen werden, sollten Sie sich neben Ihrem behandelden Ärzten am besten auch direkt an Ihren persönlichen Kundenberater bei der SBK wenden.

Zu den möglichen Themen gehören zum Beispiel eventuelle Zuzahlungen zu Arzt- und Klinikkosten, zu Medikamenten und Hilfsmitteln oder zur Kostenübernahme von häuslicher Krankenpflege oder Unterstützung im Alltag. Ihr Kundenberater ist auch Ansprechpartner zur gesetzlichen Pflegeversicherung und bei Fragen zur medizinischen Rehabilitation.

Sie können sich auch neutralen Ansprechpartnern sozialrechtlich beraten lassen. Diese Ansprechpartner hat der Krebsinformationsdienst in einem Merkblatt zusammengestellt.

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Bildquellen: SBK