Häufige Fragen zu Heilmitteln

Antworten auf häufige Fragen zur Heilmittelverordnung

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Voraussetzung für jede Heilmittelverordnung ist, dass eine behandlungsbedürftige Krankheit vorliegt. Verordnungen, die lediglich auf den Wunsch des Patienten hin ausgestellt werden sollen und bei denen keine medizinische Notwendigkeit vorliegt, sind nicht möglich. Denn nur der Arzt entscheidet über die Art und den Umfang der Behandlung, und dabei auch über eine Heilmittelverordnung. Er ist dabei an Wirtschaftlichkeitsgrundsätze gebunden. Der Arzt muss also abwägen, ob das angestrebte Therapieziel auch anderweitig, zum Beispiel mit Eigenübungen oder einer Hilfs- bzw. Arzneimittelversorgung erreicht werden kann.

Bei der Verordnung von Heilmitteln wird zwischen Verordnungen innerhalb des Regelfalls und Verordnungen außerhalb des Regelfalls unterschieden. Der sogenannte Heilmittelkatalog gibt Auskunft darüber, mit welchen Heilmitteln in welcher Menge die Therapieziele im Regelfall erreicht werden. Mit "Regelfall" ist hier ein für die jeweilige Erkrankung und den entsprechenden Krankheitsverlauf typischer Patient gemeint.

  • Bei einer Verordnung innerhalb des Regelfalls geht man davon aus, dass das Therapieziel spätestens mit der im Katalog angegebenen Gesamtverordnungsmenge erreicht werden kann. Bei einem Kreuzbandriss sind das zum Beispiel maximal 18 Physiotherapie-Behandlungen.
  • Bei einer Verordnung außerhalb des Regelfalls geht man davon aus, dass das Therapieziel nicht mit der vorgegebenen Gesamtverordnungsmenge für den Regelfall erreicht werden kann. Dann kann der Arzt Verordnungen außerhalb des Regelfalls ausstellen. Diese Verordnungen muss der Arzt medizinisch begründen. Die Verordnungsmenge richtet sich nach den medizinischen Erfordernissen des einzelnen Patienten. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Patient spätestens nach zwölf Wochen wieder zum Arzt gehen muss und dann bei weiterer Behandlungsbedürftigkeit vom Arzt eine neue Verordnung erhalten kann.

Sie können selbst dazu beitragen, bald wieder fit zu werden. Wenn Ihnen z. B. krankengymnastische Übungen verordnet wurden, ist es wichtig, dass Sie die erlernten Übungen dann auch selbst zu Hause machen. Bauen Sie diese Übungen fest in Ihren Tagesablauf ein, um bald wieder fit zu werden. Zudem wird Sie Ihr Therapeut zu Veränderungen in Ihrem Alltagsverhalten motiviert haben. Weitere sportliche Aktivitäten wie zum Beispiel Schwimmen, Radfahren, Schulungsprogramme von Sportvereinen oder Trainingseinheiten im Fitness-Studio helfen insbesondere bei leichteren Störungen, Ihre Gesundheit zu stärken.

Die Kassenärztliche Vereinigung und die Landesverbände der Krankenkassen vereinbaren für jede Arztgruppe sogenannte Richtgrößen als Durchschnittswerte für die Verordnung. Das soll Sie jedoch nicht benachteiligen. Deshalb haben Sie unabhängig von diesen Richtgrößen Anspruch auf eine Versorgung mit Heilmitteln – sofern sie medizinisch nötig ist.

Besprechen Sie dies also bitte nochmals mit Ihrem Arzt. Wenn Sie hierzu noch Fragen haben: Ihr persönlicher Kundenberater berät Sie gern.

Es gibt unterschiedliche Fristen für die Gültigkeit einer Heilmittelverordnung. Innerhalb dieser Frist muss die Behandlung beginnen. Die Frist beginnt ab dem Datum der Ausstellung der Verordnung. Nach Ablauf der Frist ist die Verordnung nicht mehr gültig.

Die Fristen betragen im Einzelnen:

  • Physikalische Therapie: 14 Tage
  • Stimm-, Sprech- und Sprachtherapien sowie Ergotherapie: 14 Tage
  • Fußpflege: 28 Tage  

Das heißt zum Beispiel, dass eine physikalische Therapie innerhalb von 14 Tagen nach Ausstellung der Heilmittelverordnung beginnen muss.

Ihr Arzt kann den Behandlungsbeginn allerdings auch auf einen späteren Zeitpunkt verlegen. Dies vermerkt er dann direkt auf der Verordnung.

Sie können Ihre Behandlung für 14 Tage unterbrechen. Bei längeren Unterbrechungen benötigen Sie ein neues Rezept, da die Verordnung danach nicht mehr gültig ist.

In mehreren Bundesländern gibt es allerdings Ausnahmeregelungen. Dort sind auch längere Unterbrechungen möglich, wenn sie begründet sind (z. B. wegen Krankheit oder Urlaub). Ihr persönlicher Kundenberater berät Sie dazu gern.

Je nach Heilmittel gibt es vertraglich festgelegte Regelbehandlungszeiten:

  • Krankengymnastik: 15-25 Minuten
  • Massage: 15-20 Minuten
  • Manuelle Therapie: 15-25 Minuten
  • Manuelle Lymphdrainage: 30, 45 oder 60 Minuten – je nach Verordnung
  • Logopädie: 30, 45 oder 60 Minuten – je nach Verordnung

Über die genaue Dauer entscheidet im Einzelfall der jeweilige Therapeut.

Ja, Sie können den Therapeuten wechseln. Wenn noch nicht alle verordneten Behandlungen durchgeführt worden sind, händigt Ihnen Ihr bisheriger Therapeut eine Kopie der Verordnung aus (Vorder- und Rückseite). Auf der Rückseite muss ersichtlich sein, wie viele Behandlungen noch verbleiben.

Der neue Therapeut führt dann die verbleibenden Behandlungen durch und kann diese mit der Kopie der Verordnung abrechnen.

Auch Zahnärzte können Heilmittel verordnen, z. B. Krankengymnastik zur Behandlung krankheitsbedingter Schädigungen des Mund- und Kieferbereichs. Die Verordnung erfolgt auf einem eigenen, hellblauen Verordnungsvordruck für Zahnärzte. Mit diesem können Sie direkt zum entsprechenden Therapeuten gehen.

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