Darmkrebsvorsorge: Ihre Möglichkeiten im Überblick

Unsere Vorsorgespezialistin Dr. Lydia Bodner stellt die verschiedenen Früherkennungsoptionen vor.

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland, aber auch der Krebs mit den besten Heilungschancen, wenn er früh erkannt wird. Die Vorsorge ist daher besonders wichtig. Lesen Sie hier, welche Präventionsmaßnahmen es gibt.

Darmkrebs bietet wie keine andere Krebserkrankung Chancen für Heilung. „Nämlich dann, wenn er früh erkannt beziehungsweise Vorstufen frühzeitig erkannt werden“, weiß Dr. Lydia Bodner, Vorsorgeexpertin bei der SBK.

Doch trotz der großen Chancen scheuen viele eine Darmspiegelung – aus Scham, weil es sich um eine intime Körperregion handelt. Auch Angst vor einer Diagnose hält einige zurück. „Scham und Angst können wir ein Stück weit nehmen, indem wir auf die wichtigen Fragen Antworten geben. Gut informiert und mit einem erfahrenen Arzt ist die Vorsorge dann nicht so schlimm, wie es häufig befürchtet wird“, erklärt Dr. Bodner. Doch was genau gibt es für Früherkennungsmethoden?

Die etablierten Untersuchungen: Stuhltest und Darmspiegelung

„Der immunologische Stuhltest und die Darmspiegelung sind die gängigen Untersuchungsmethoden, weil wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass diese Früherkennungsmethoden Darmkrebs und dessen Vorstufen frühzeitig erkennen und Darmkrebs somit auch verhindern können“, erläutert Dr. Bodner. Die Darmspiegelung ist aktuell in der Medizin die zuverlässigste Untersuchung. Daher wird sie auch „Goldstandard“ genannt. Bei dieser Methode untersucht der Arzt mithilfe eines Endoskops, einem schlauchförmigen medizinischen Instrument mit Kamera, den Darm.

Die Kosten werden von der Krankenkasse ab einem Alter von 55 Jahren zweimal im Abstand von zehn Jahren übernommen. Der Stuhltest, im Rahmen dessen der Stuhl auf verstecktes Blut untersucht wird, ist zwischen 50 und 54 Jahren jedes Jahr sowie ab 55 Jahre alle zwei Jahre alternativ zur Darmspiegelung Kassenleistung. Die SBK setzt sich schon seit vielen Jahren für den immunologischen Stuhltest ein und bietet den Test für Versicherte bereits seit 2014 als kostenlose Zusatzleistung an – noch bevor dieser 2017 Kassenleistung wurde.

Wie genau diese beiden Untersuchungen ablaufen, welche Vor- und Nachteile es gibt und was Patienten zum Stuhltest und zur Darmspiegelung sonst noch wissen müssen, erfahren Sie hier.

Um Ihnen mehr Sicherheit zu geben, haben wir außerdem die wichtigsten Fragen rund um die Darmspiegelung von Experten beantworten lassen.

Neue Methoden: Kapselkoloskopie und M2-PK Kombi-Test

Neben dem Stuhltest und der Darmspiegelung gibt es weitere, neue Untersuchungsmethoden, darunter die Kapselkoloskopie und der sogenannte M2-PK Kombi-Test. Bei der Kapselkoloskopie nimmt der Patient eine unverdauliche Kapsel ein. Diese verfügt über Kameras, die Bilder aus dem Inneren des Darms senden. Der M2-PK Kombi-Test hingegen ist eine Kombination aus dem Stuhltest und einem weiteren Test, mit dem sich ein für Darmtumore spezifisches Enzym im Blut nachweisen lässt.

„Im Vergleich zum Stuhltest und der Darmspiegelung ist deren Zusatznutzen allerdings nicht erwiesen“, erläutert Frau Bodner. Deswegen handelt es sich bei den alternativen Methoden um Privatleistungen beziehungsweise individuelle Gesundheitsleistungen (IGel), die in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.

Online-Schnelltest und unterstützende Mobil-Apps

Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten der Vorsorge. Die Felix Burda Stiftung bietet einen Schnelltest an, mithilfe dessen Sie herausfinden können, ob Sie zu einer Darmkrebs-Risikogruppe gehören und ob und wann Sie zur Vorsorge gehen sollten. Zum Schnell-Check geht es hier entlang.

Damit wichtige Vorsorgetermine wie die Darmspiegelung nicht vergessen werden, gibt es außerdem Apps mit einer Erinnerungsfunktion. Zum Beispiel die Mobil-Applikation „APPzumARZT“, die ebenfalls von der Felix Burda Stiftung stammt. Die App hilft Ihnen unter anderem dabei, Ihren Untersuchungstermin zu planen, und zeigt, welche weiteren Vorsorgeuntersuchungen eventuell jetzt empfohlen werden.