Vorsorge: Warum Stuhltest und Darmspiegelung wichtig sind

Methoden zur Prävention: Stuhltest und Darmspiegelung

Darmspiegelung: Mögliche Diagnosen und die nächsten Schritte

Sie haben sich für eine Darmspiegelung entschieden und somit für die Vorsorge, was wichtig und gut ist. Das gewonnene Wissen gilt es nun einzuordnen.

Nach der Untersuchung gibt es drei mögliche Ergebnisse. Wir haben den Gastroenterologen Dr. med. Martin Held gebeten, sie uns samt ihren Folgen zu erläutern.

Diagnose: ein gesunder Darm

Ist die Darmspiegelung im Rahmen der Vorsorge unauffällig, so wird aktuell nach zehn Jahren die erneute Vorsorge empfohlen, da dies nach den aktuellen wissenschaftlichen Daten das Zeitfenster darstellt, bis Polypen erneut wachsen und entarten. Dies ist allerdings keine hundertprozentige Sicherheit. Es gibt immer Ausnahmefälle. „Die Frist von zehn Jahren gilt nur für Personen, die in der Familie keinen Fall von Darmkrebs oder Polypen haben oder in der Vergangenheit hatten“, erklärt Dr. Held. Bei familiärem Risiko für Darmkrebs oder Polypen muss in der Regel nach drei bis fünf Jahren wieder nachgeschaut werden.

Wer familiär vorbelastet ist, für den empfiehlt es sich außerdem, zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des Verwandten erstmalig eine Vorsorgeuntersuchung vornehmen lassen. Das bedeutet: Ist beispielsweise ein Elternteil im Alter von 50 Jahren erkrankt, wird die Darmspiegelung ab 40 Jahren empfohlen.

Diagnose: Polypen

Findet der Arzt Polypen, entfernt er sie ganz einfach im Rahmen der Untersuchung. Anschließend erfolgt eine Gewebeanalyse im Labor: Die Ergebnisse zeigen, ob die Polypen gutartig sind. Nach einer solchen Entfernung fassen die Mediziner das Nachsorgeintervall immer etwas enger als zuvor – wie eng, hängt von der Art und Größe der Polypen ab. Das bedeutet, dass Sie etwas häufiger zur Vorsorge kommen, um auf Nummer sicher zu gehen. „Ihr Gastroenterologe wird Sie kompetent und individuell hierzu beraten“, erläutert Dr. Held den weiteren Ablauf.

Diagnose: Darmkrebs

Der Arzt kann Darmkrebs während der Darmspiegelung sicher diagnostizieren. Mittels radiologischer Untersuchungen muss außerdem sichergestellt werden, ob der Tumor bereits in die Umgebung oder in andere Organe gestreut hat. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich nach den Ergebnissen dieser Untersuchung. Meist folgt dann die Operation, und nach einer weiteren feingeweblichen Analyse zeigt sich, ob eine Folgetherapie wie etwa die Chemotherapie notwendig ist. Dr. Held führt hierzu aus: „Darmkrebs ist gut zu therapieren und auch heilbar in frühen Stadien. Deshalb ist die Vorsorge so wichtig, da gutartige Vorstufen frühzeitig entfernt werden können und Darmkrebs schon in frühen Stadien erkannt werden kann.“