Koloskopie: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Darmspiegelung

Unsere Experten stehen mit Rat und Tat auf Ihrer Seite.

Wann sollte ich eine Darmspiegelung durchführen lassen? Wie lange dauert die Untersuchung? Bestehen Risiken? Und was gilt es vor und nach der Spiegelung zu beachten? Die Antworten darauf lesen Sie hier.

Die Darmspiegelung ist derzeit die zuverlässigste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Um Ihnen Sicherheit zu geben und auf eine mögliche Koloskopie vorzubereiten, haben wir mit zwei Experten über die Untersuchung gesprochen: Dr. med. Martin Held, Spezialist auf dem Gebiet der Gastroenterologie, und Dr. Lydia Bodner, Expertin für Vorsorgeleistungen bei der SBK.

Dr. Lydia Bodner: „Die Darmspiegelung führt ein Gastroenterologe durch, ein Facharzt für Magen- und Darmerkrankungen."

Dr. med. Martin Held: „Die Darmspiegelung dient zum einen dazu, bei Beschwerden Erkrankungen zu diagnostizieren, zum anderen – im Rahmen der Vorsorge – frühzeitig Polypen zu erkennen und zu entfernen. Polypen sind potenziell gutartige Vorstufen von Darmkrebs. 95 Prozent des Darmkrebses entsteht heute aus Polypen, sogenannten Adenomen.“

Dr. med. Martin Held: „Eine Darmspiegelung sollte man durchführen lassen, wenn man Veränderungen am Stuhl feststellt – zum Beispiel bei Blut im Stuhl. Außerdem bei Schmerzen, Durchfall und Verstopfung über einen längeren Zeitraum oder neu auftretenden Blähungen.“

Dr. Lydia Bodner: „Die Statistik zeigt: Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Häufigkeit von Darmkrebs signifikant an. Ab 50 Jahren wird daher der Stuhltest empfohlen und ab 55 Jahren die Darmspieglung.“

Dr. Lydia Bodner: „Ab dem Alter von 55 Jahren zahlt die Krankenkasse die Darmspiegelung – und zwar zweimal im Abstand von zehn Jahren. Für den Stuhltest übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung ab einem Alter von 50 bis 54 Jahren die Kosten einmal jährlich, ab 55 Jahren alle zwei Jahre, wenn keine Darmspiegelung vorgenommen wurde".

Dr. med. Martin Held: „Die Darmspiegelung ist in geübten Händen eine risikoarme invasive Untersuchung. Selten kann es durch die Untersuchung oder nach der Entfernung von Polypen zu einem Riss im Darm oder einer Nachblutung aus dem Abtragungsbereich kommen. Komplikationen sind aber äußerst selten: Statistisch kommt es in insgesamt ca. 0,3 bis 0,4 Prozent bei einer reinen Vorsorgedarmspiegelung zu Komplikationen. Diese können meist durch minimale Eingriffe mittels Endoskop gelöst werden, in seltenen Fällen chirurgisch. Folgeschäden sind in der Regel nicht vorhanden.“

Dr. med. Martin Held: „Die Untersuchung kann ohne oder mit Schlafspritze durchgeführt werden und ist in fachmännischer Hand meist schmerzlos.“

Dr. med. Martin Held: „In der Regel darf man ab dem späten Nachmittag am Tag vor der Darmspiegelung nur noch trinken und nichts mehr essen. Der Darm muss vor der Untersuchung außerdem gesäubert werden. Das bedeutet, der Patient muss mithilfe eines Mittels zuhause abführen.“

Dr. med. Martin Held: „Gelegentlich kann es durch die Abführmittel zu Übelkeit oder Kreislaufproblemen kommen. Dies ist selten. Falls dennoch Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie Rücksprache mit dem behandelnden Gastroenterologen halten.“

Dr. med. Martin Held: „Wenn man die Abführmittel gar nicht verträgt, dann muss abgebrochen werden. Dies ist aber der Ausnahmefall.“

Dr. med. Martin Held: „In geübter Hand dauert die Darmspiegelung ca. 20 bis 30 Minuten. Die Untersuchungsdauer ist auch stark davon abhängig, ob Polypen abgetragen werden müssen.“

Dr. med. Martin Held: „Nach der diagnostischen Darmspiegelung kann man sofort wieder normal essen. Einschränkungen kann es geben, wenn große Polypen abgetragen werden. In der Regel wird man für den Tag der Untersuchung und die Vorbereitung krankgeschrieben. Insbesondere, wenn man eine Schlafspritze erhalten hat, darf man in Abhängigkeit des verabreichten Mittels 12 bis 24 Stunden nicht Auto fahren. Ansonsten geht das Leben wie gewohnt weiter.“

Dr. med. Martin Held: „Normalerweise beredet der Gastroenterologe das Untersuchungsergebnis gleich nach der Untersuchung und schreibt einen Brief an den Hausarzt bzw. überweisenden Arzt.“

Dr. med. Martin Held: „Bei Beschwerden im Darm gibt es derzeit zur Darmspiegelung keine sinnvolle Alternative. Auch bei der Darmkrebsvorsorge ist die Darmspiegelung aktuell der Goldstandard. Optional wird zur Vorsorge der immunologische Stuhltest angeboten. Rund 80 Prozent der Darmkrebserkrankungen und 20 bis 50 Prozent der Polypen werden heute über die Stuhluntersuchung herausgefunden. Die Darmspiegelung ist allerdings die sicherere Methode.“

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