B. Susanna Zsoter

„Ich will mit meiner Geschichte Mut machen.“

Im Oktober 2015 erhielt B. Susanna Zsoter im Alter von 28 Jahren die Diagnose Darmkrebs. Zunächst tumorfrei operiert zog die Betroffene nur zwei Monate später auf der Palliativstation ein, eine Station für Schwerstkranke mit einer begrenzten Lebenserwartung.

Im Frühsommer 2016 waren für die Patientin alle klassischen Therapieoptionen ausgeschöpft. Von der Krankheit geschwächt, musste Frau Zsoter die meiste Zeit im Rollstuhl verbringen: „Ich war dem Tod deutlich näher als dem Leben“, sagt die heute 30-Jährige rückblickend.

Doch im August begann für Frau Zsoter „ein persönliches kleines Wunder“: Sie begann versuchsweise eine neuartige Immuntherapie, kurz darauf ging es ihr besser. Nur ein halbes Jahr später konnte sie durch den Dschungel in Indonesien wandern.

Während ihrer Zeit auf der Palliativstation haderte Frau Zsoter schwer mit ihrem Schicksal. Aber schon bald entschied sie sich dazu, ihre Geschichte öffentlich zu machen. Auf Facebook begann sie unter dem Namen „Krebskriegerin“ zu bloggen – auch mit dem Ziel, darüber aufzuklären, dass Darmkrebs ebenso junge Menschen treffen kann. Mittlerweile folgen ihr in dem sozialen Netzwerk knapp 2.500 Personen.

„Ich habe mich nie versteckt und will mit meiner Geschichte Mut machen, dass auch eine Palliativdiagnose nicht bedeutet, dass das Leben vorbei ist, sondern dass man auch mit begrenzter Zeit immer noch ein tolles Leben führen kann und viele schöne Dinge erleben kann“, so Frau Zsoter. Denn während der Zeit auf der Palliativstation wurde ihr bewusst, dass der Krebs vielleicht entscheiden wird, wie lange ihr Leben dauert, aber eben nicht, wie schön es wird.

In ihrem Blog erzählt sie nun von ihren Erlebnissen und lässt andere Menschen daran teilhaben. Dabei ist es ihr wichtig, dass sie das Bewusstsein ebenfalls darauf lenkt, wie gut es den meisten Menschen doch geht und welche Werte im Leben wirklich von Bedeutung sind.

Auch in anderen sozialen Medien ist Frau Zsoter sehr aktiv sowie in ihrem persönlichen Umfeld. Sie beantworte Fragen, gibt Tipps und macht zudem auf Vorsorgemöglichkeiten aufmerksam: „Denn, wenn ich nur eine einzige Person davor bewahren kann, den gleichen schweren Weg gehen zu müssen, wie ich es tue, dann haben sich alle Mühen gelohnt.“