Aus Kundensicht: Ablauf einer Darmspiegelung

Vor, während und nach der Darmspiegelung: Eine SBK-Kundin berichtet über ihre Erfahrungen

Die Darmspiegelung gilt heute als die sicherste Möglichkeit, Darmkrebs zu entdecken. Ungefähr 950 von 1.000 Erkrankungen, schätzen Experten, können über eine Darmspiegelung erkannt werden. Das war Grund genug für unsere Kundin Nadja F. aus Köln (58 Jahre), eine Darmspiegelung machen zu lassen.

Im Freundeskreis hörte ich von einem Bekannten, der an Darmkrebs erkrankt war. Ich war sehr betroffen und setzte mich näher mit dem Thema auseinander. Über eine Internetrecherche fand ich heraus, dass Darmkrebs eine der wenigen Krebserkrankungen ist, die man gut behandeln kann, wenn sie frühzeitig entdeckt wird. Da ich sportlich aktiv bin und das Bonusheft meiner Krankenkasse nutze, wusste ich, dass diese die Darmspiegelung ab 55 Jahren übernimmt. Also wollte ich diese Vorsorgeuntersuchung direkt in Anspruch nehmen.

Ich machte einen Termin bei meinem Hausarzt, der mir dann eine Überweisung zum Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie ausstellte. Eine Freundin empfahl mir dann einen Gastroenterologen, zu dem ich dann ging.

In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch hat er mit mir den Ablauf der Darmspiegelung besprochen und ich habe ein Rezept für eine Trinklösung bekommen.

Nein, eigentlich nicht. Der Arzt hat mich gut aufgeklärt und mir die Möglichkeit einer Schlafnarkose erläutert. Mein Gefühl riet mir zur Narkose, denn der Eingriff an einer so intimen Stelle ist dann doch peinlich und unangenehm. Mein Credo lautete: Entspannung statt Verspannung. Und da ich die Schlafnarkose von anderen Eingriffen kannte und wusste, dass ich nichts merken würde, hatte ich vor etwaigen Schmerzen während des Eingriffs keine Angst. Ich befürchtete jedoch, dass mein Kreislauf vor der Spiegelung schlappmacht, weil man ja davor nichts essen darf. Deshalb bat ich meine Schwiegertochter, mich zum Termin zu begleiten und mich auch danach wieder abzuholen.

Die viel größere Angst war die vor einer möglichen Krebserkrankung. Also beruhigte ich mich mit dem Gedanken, dass etwaige Polypen während der Darmspiegelung direkt entfernt werden können. Ein komisches Gefühl blieb aber in Bezug auf mögliche Schmerzen im Nachgang an die Behandlung, beispielsweise ob ein Fremdkörpergefühl erhalten bleiben wird.

Eine Woche vor der Darmspiegelung habe ich ASS, ein blutverdünnendes Medikament, das ich aufgrund meiner Herzerkrankung nehme, abgesetzt. Fünf Tage vorher habe ich auf ballaststoffreiche Kost verzichtet. Vor allem der Verzicht auf mein morgendliches Müsli fiel mir schwer. Auch Kohlsorten habe ich, aufgrund der blähenden Eigenschaften, gemieden. Zwei Tage vor und auch nach der Darmspiegelung habe ich mich auf leichte Kost wie mageres Rindfleisch und Reis konzentriert. Obst, Gemüse und Milchprodukte waren tabu.

Ein Tag vor der Untersuchung durfte ich ab mittags keine feste Nahrung mehr zu mir nehmen. Ab jetzt hieß es nur noch: Trinken, Trinken, Trinken – bis zu vier Liter. Am Nachmittag begann ich mit der Einnahme der abführenden Trinklösung. Um diese überhaupt runterzubekommen, bemühte ich mich, nicht durch die Nase zu atmen. Mittels eines Strohhalms, den ich weit hinten anlegte, erreichte ich, dass so wenig Flüssigkeit wie möglich meine Geschmacksknospen berührte. Man braucht nicht drum herum zu reden: Das war widerlich!

Und auch das Trinken von fast vier Litern Wasser erwies sich schwierig. Ich versuchte, mich mit unterschiedlichen Trinkgefäßen, Strohhalmen und Sorten zu motivieren, aber am Schluss motivierte mich nur noch der Gedanke daran, dass der Arzt nur in einem sauber gewienerten Darm alles sehen kann, was zu sehen wert wäre.

Ungefähr eine halbe Stunde nach Einnahme der Trinklösung folgten einige Toilettengänge. Am späten Abend hatte ich es geschafft. Dankbar war ich für den Tipp im Internet, Baby-Feuchttücher bereitzuhalten – eine Wohltat nach jedem Gang. Auch die Pflege mit Wundschutzcreme ist zu empfehlen, sofern man, wie ich, empfindlich ist.

Am Tag der Darmspiegelung waren alle Ängste rund um die Spiegelung selbst verflogen, Angst hatte ich nur davor, noch einmal diese Trinklösung einnehmen zu müssen. Und ja, es war scheußlich, gerade am Morgen dieses widerlich schmeckende Gemisch herunterzubekommen. Eine Wohltat waren da zwei Liter Wasser und Tee, die ich im Nachgang trinken musste.

Am Untersuchungstag erhielt ich eine Untersuchungshose, hinten ouvert. Zusammen mit meiner bequemen Schlabber-Oberbekleidung fühlte ich mich weniger entblößt und nicht mehr so ausgeliefert. Im Untersuchungsraum durfte ich es mir auf einer Liege bequem machen und erhielt einen Zugang, der dank guter Venen nicht schmerzhaft war. Nach Gabe der Schlafnarkose war ich weg und wachte erst in einem Nebenraum auf. Nach kurzer Orientierung freute ich mich, dass meine Schwiegertochter neben mir saß.

Nach 20 Minuten Ausruhen wurden wir gemeinsam zum Arzt gerufen und durften uns über das Ergebnis eines unauffälligen Darms freuen. Da ich aufgrund des Medikaments fahruntüchtig war, brachte mich meine Schwiegertochter nach Hause. Sich im Anschluss an eine Darmspiegelung nach Hause zu begeben, kann ich vor dem Hintergrund von „erleichternden Winden“ nur empfehlen.

Dafür, dass ich nun Gewissheit habe, völlig gesund zu sein, war das Trinken der Abführlösung absolut lohnenswert. In 10 Jahren gehe ich auf jeden Fall wieder zur Darmspiegelung!

 

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