Wanderlust

Spannendes über den liebsten Freizeitsport

Ob im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb oder im Allgäu — es gibt viele schöne Orte, an denen das Wandern Spaß macht. Doch bevor Sie jetzt die Bergschuhe schnüren, haben wir für Sie noch ein paar interessante Fakten zum liebsten Freizeitsport der Deutschen zusammengetragen.

Wissen Sie, dass ...

... es in Deutschland rund 300.000 Kilometer Wanderwege gibt? Ob Alpen, Rhein oder Ruhr: Deutschen Wanderern steht ein Wegenetz von sage und schreibe 300.000 Kilometern Länge zur Verfügung. Und sie nutzen es! Jedes Jahr werden bundesweit 370 Millionen Tageswanderungen unternommen, so eine Studie des Deutschen Wanderverbands. Durchschnittliche Dauer: zwei Stunden und 56 Minuten. Durchschnittslänge: 8,8 Kilometer. Hügeliges Gelände ist besonders beliebt. Hoch hinaus zieht es nur 21 Prozent.

Übrigens: Die Bewohner Nordrhein-Westfalens und Bayerns sind die aktivsten Wanderer: Pro Kopf machen sie 5,2 Wanderungen pro Jahr. Schlusslicht ist Schleswig-Holstein mit durchschnittlich 2,6 Wanderungen pro Einwohner im Jahr. 44 Prozent der Deutschen sind Wandermuffel und gehen gar nicht auf Tour.

Wissen Sie, dass ...

... 29 Prozent der Bergunfälle nicht bei Kletter- oder Gletschertouren, sondern beim Wandern passieren? Laut Unfallstatistik des Deutschen Alpenvereins (DAV) sind rund die Hälfte aller Wanderunfälle Stürze. 20 Prozent der Opfer gaben körperliche Probleme als Ursache an. Bei vier Prozent sind Kreislaufprobleme verantwortlich.


Mediziner raten, sich vorher mit leichtem Ausdauertraining wie Joggen vorzubereiten. Und der DAV gibt an: Wer unter Blutdruckstörungen oder Herz-Kreislauf-Problemen leidet, bleibt am besten auf mittlerer Höhenlage. So lässt sich Überanstrengung vermeiden. Denn: Wanderer, die nur eine Tagestour im Gebirge unternehmen, geben ihrem Körper keine Zeit, sich anzupassen. Bereits ab einer Höhe von 2.500 Metern können Ungeübte durch den Sauerstoffmangel ins Schnaufen kommen.

Wissen Sie, dass ...

... 20 Prozent aller Notrufe auf falsche Selbsteinschätzung zurückzuführen sind? Immer mehr Bergsportler begeben sich durch Leichtsinn in Gefahr. Sie müssen dann von Rettungskräften geborgen werden. Sie überschätzen ihr Können, wählen zu schwere Routen und können irgendwann weder vor noch zurück. Sogenannte „Blockierungen“ nehmen beim Klettersteigen enorm zu. Die Unfallquote hat sich seit 2002 verdreifacht. Ungeübte sollten sich einer geführten Tour anschließen oder vorher einen Einsteigerkurs besuchen.

Wissen Sie, dass ...

... Trekkingstöcke den Druck auf das Kniegelenk beim Bergabgehen um rund 36 Prozent vermindern? Beim Bergabgehen lastet mit jedem Schritt ein Vielfaches unseres Körpergewichts auf den Kniegelenken. Wird der Druck größer, kann das zum Abrieb des Knorpels und zu Arthrose führen. Schwere Rucksäcke verstärken den Effekt. 30 Prozent der Bergsteiger klagen über Schmerzen beim Gehen. Orthopäden empfehlen beim Bergabgehen den „Kellnerschritt“. Dabei zeigen die Fußspitzen leicht nach außen, die Kniescheibe und das Kniegelenk werden so geschont. Springen oder Rennen sind bergab tabu. Kleine Schritte und das Anspannen der Beinmuskeln dämpfen die Stöße. Bei richtiger Anwendung entlasten Trekkingstöcke die Kniegelenke um bis zu 36 Prozent. Lassen Sie sich den richtigen Einsatz beispielsweise von Experten vom Deutschen Alpenverein zeigen.

Wissen Sie, dass ...

... Sie sich jetzt auf digitale Schnitzeljagd begeben können? Geocaching nennt sich das Abenteuer, auf das sich mehr als 60.000 Deutsche begeben. Bei der elektronischen Schatzsuche werden Verstecke, sogenannte „Geocaches“, anhand geografischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können so per GPS-Empfänger und detaillierten Landkarten gesucht werden. Wer eines der 274.000 Verstecke gefunden hat, darf den Schatz bergen und gegen ein gleichwertiges Geschenk tauschen. Und übrigens, auch für Geocacher gilt: auf die Natur achten und keine Pflanzen beschädigen!

Mehr Informationen und Touren unter:
www.geocaching.de

Wandern mit der ganzen Familie

Wer mit Kindern wandern geht, muss die Tour sorgfältig planen. Eine Geländekarte gibt Auskunft über Gehzeiten und den Anspruchsgrad der Wege. Beides ist dem Alter und Können der Kinder anzupassen. Bei Vorschulkindern empfehlen Experten höchstens drei bis vier Stunden mit längeren Pausen. Mit Grundschulkindern sind auch mal fünf Stunden möglich. Mit zehn- bis 14-Jährigen sollte nach spätestens sieben Stunden das Ziel erreicht sein. Längere Pausen sind besonders wichtig! Der Deutsche Alpenverein (DAV) rät, jede Stunde eine Pause einzulegen.


Kleinkinder können in einer Kraxe auf dem Rücken getragen werden, sobald sie stabil sitzen können. Doch sollten die Kleinen nicht länger als drei bis vier Stunden pro Tag in der Kraxe sitzen. Abwechslung spornt an: Führt die Tour an einem See oder Bach, einer Hütte oder an Tieren vorbei, sind die Kleinen mit mehr Spaß dabei. Auch Kinder brauchen eine gute Ausrüstung: Fleecejacke, Regenschutz, Wanderschuhe mit gutem Profil sowie Wechselwäsche gehören dazu. In die Rucksackapotheke gehören Pflaster, Desinfektionsspray, ein Gel gegen Mückenstiche und Sonnenschutz. Denken Sie an genügend Wasser! Falls Kinder ihren Rucksack selbst tragen wollen: Das Gewicht des Rucksacks sollte maximal rund zehn Prozent des Körpergewichts betragen!