Fasten stärkt Körper und Geist

Nutzen Sie die Zeit des Verzichts für einen neuen Lebensstil.

Auf die geliebte Schokolade oder das Glas Wein am Abend zu verzichten, fällt vielen nicht leicht. Eine komplette Fastenzeit von mehreren Wochen einzulegen, ist daher für manche unvorstellbar. Dabei ist Fasten ein fester Bestandteil aller Weltreligionen und ein Naturheilverfahren. Fasten unterbricht die eingefahrene Lebens- und Ernährungsweise. Körper und Geist werden gereinigt und kommen zur Ruhe. Giftstoffe werden aus dem Körper gespült und alle Organe, die von einer ungesunden Ernährung belastet sind, werden entlastet und können sich regenerieren. Durch den Verzicht auf fettige Speisen und eine anschließende Umstellung auf eine vollwertige und gesunde Ernährung, erhält der Körper einen regelrechten Energieschub. Kein Wunder also, dass sich auch nicht-religiöse Menschen längst bewusst eine Zeit des Verzichts gönnen. 

Achtsamkeit durch Entsagung

Fasten ist ein Start in ein bewussteres und achtsameres Leben. Aus diesem Grund werden in der Fastenzeit auch unliebsame Gewohnheiten abgelegt. Weniger aufs Smartphone schauen, nicht so viel Zeit vor dem Fernseher verbringen, das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen. Fasten bedeutet auch, Langeweile auszuhalten und Impulsen zu widerstehen. Das ist gerade in unserem hektischen Alltag voller Reizüberflutungen notwendiger denn je. Denn Fasten ist ein bewusster Verzicht und ein Stück Seelsorge für sich selbst. Dabei müssen es nicht gleich mehrere Wochen oder mehr sein. Bereits ein Fastentag in der Woche kann dabei helfen, den Organismus zu regenerieren. Vielleicht bringt Sie das auf den Geschmack, eine richtige Fastenkur zu beginnen.

Widerstehen Sie Versuchungen

Mit jedem kleinen Bissen fester Nahrung kurbeln Sie die Magensaftproduktion wieder an. Dadurch verstärkt sich nur das Hungergefühl. Da ist es besser, gleich komplett auf feste Nahrung zu verzichten. Streichen Sie vor Beginn der Fastenzeit Genussgifte wie Koffein, Alkohol und Zigaretten. Klären Sie außerdem mit Ihrem Arzt, auf welche Medikamente Sie verzichten können.

Mit dem Hungergefühl umgehen

Während der Vollfastentage nehmen Sie etwa 500 Kilokalorien zu sich. Trinken Sie Hühner- oder Gemüsebrühe, Wasser, Tee, Frucht- oder Gemüsesäfte wenn sich ein Hungergefühl einstellt. Sie geben Ihrem Körper damit die notwendigen Mineralstoffe. Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass der Hunger nach zwei bis drei Tagen ganz von alleine deutlich nachlässt. Der Körper lernt, von seinen Reserven zu leben.

Nutzen Sie die Zeit für sich

Der Tag ist plötzlich länger, wenn Sie weniger einkaufen, essen und abwaschen müssen. Nutzen Sie die Zeit für Dinge, die sie schon lange machen wollten. Lesen Sie ein Buch, gehen Sie spazieren, treffen Sie Freunde oder besuchen Sie eine Kunstausstellung oder ein Museum. Energiefressende Aktivitäten wie Kraftsport sollten sie jedoch einstellen. Yoga und leichte Gymnastikübungen sind jedoch in Ordnung.

Gemeinsam fasten

Fasten Sie zeitgleich mit Ihrem Partner oder einem Freund oder eine Freundin. Tauschen Sie sich über ihre Erlebnisse aus und lenken Sie sich von dem anfänglichen Hungergefühl ab.

Beschwerden lindern

Unter Umständen reagiert Ihr Körper mit Beschwerden auf die Stoffwechselumstellung. Bei Kopfschmerzen sollten Sie viel trinken und an der frischen Luft spazieren gehen. Minzöl an den Schläfen verschafft ebenfalls Linderung. Rosmarin- und Weißdornblättertee helfen bei Kreislaufbeschwerden und Übelkeit. Fenchel- oder Kräutertee wirken gut gegen Blähungen und gegen fröstelnde Kälte. Verzichten Sie bei weiteren Magenbeschwerden auf Fruchtsäfte und steigen Sie auf Gemüsesäfte um, die Sie - möglichst nicht eiskalt- schluckweise „kauen“, bevor sie geschluckt werden.

In Ruhe starten

Setzen Sie sich nicht unter Druck und beginnen Sie nicht gleich mit einer mehrwöchigen Fastenkur. Wer zum ersten Mal in seinem Leben fastet, sollte damit im Urlaub beginnen. Dadurch können Sie Ihren Fastenalltag selbst gestalten. Weniger Stress erhöht die Chancen, länger durchzuhalten. Passen Sie Ihren Körper langsam an. Essen Sie bereits vor Beginn des Fastens weniger fettige Gerichte und schränken Sie Ihren Kaffee- und Alkoholkonsum ein.

Ärztliche Begleitung

Lassen Sie sich vor Fastenbeginn von Ihrem Arzt durchchecken. Er wird Ihnen sagen, ob gesundheitliche Risiken für Sie bestehen. Fasten ist beispielsweise für Menschen mit Untergewicht, Essstörungen, Depressionen oder Schilddrüsenerkrankungen nicht geeignet. Bei einer Krankheit sollten Sie nur unter ärztlicher Aufsicht fasten, beispielsweise in einer Fastenklinik.

Fastenbrechen

Steigen Sie am Ende der Fastenzeit behutsam wieder in die normale Ernährung ein. Beginnen Sie langsam wieder mit der Nahrungsaufnahme, damit sich ihr Körper wieder daran gewöhnt. Dafür eignen sich leicht verdauliche und wenig gewürzte Speisen wie Äpfel, Kartoffeln oder Gemüse. Nutzen Sie die Aufbauphase nach dem Fastenbrechen, um bewusst Ihre Ernährung umzustellen und nicht in Ihre alte Ernährungsweise zurückzufallen.

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