Gesundes Grillen?

Unser SBK-Ernährungsberater macht es vor!

Sommer, Sonne, Steak = typisch Mann? Irgendwie ja, meint unser SBK-Ernährungsberater Konrad Friese. Was steckt hinter den Vorlieben für Fleisch und Deftiges? Was bedeutet dieses Essverhalten für die Gesundheit? Der niedergelassene Ernährungstherapeut hat sich den Lieblingsspeiseplan vieler deutscher Männer genauer angeschaut und das Menü durch einige Tipps und Tricks bereichert. Heraus kommt eine gesunde Ernährung mit hohem Spaßfaktor. Schließlich weiß Friese als Dreifach-Papa, dass der Spaßfaktor beim Essen nie zu kurz kommen darf. Probieren Sie selbst!

Wir Männer lieben den Nervenkitzel – ob im Straßenverkehr oder in der Freizeit. Wir essen ungesünder als Frauen, rauchen häufiger und trinken mehr Alkohol als sie. Die Schattenseite:

  • Hoher Blutdruck: betrifft 26 Prozent der Männer gegenüber 22,1 Prozent der Frauen
  • Diabetes mellitus: betrifft 7 Prozent der Männer gegenüber 6,1 Prozent der Frauen (ab dem 65. Lebensjahr sind sogar 22,7 Prozent der Männer und nur 12,7 Prozent der Frauen betroffen)
  • Übergewicht: betrifft 75 Prozent der Männer gegenüber 40 Prozent der Frauen 

Darf's etwas mehr sein? Bei Männern schon!

Der männliche Körper besteht aus knapp doppelt so viel Muskelmasse und nur halb so viel Fettgewebe wie der weibliche. Damit die Muskelmasse erhalten bleibt, braucht sie Energie. Das erlaubt uns Männern, pro Tag etwa 300 Kilokalorien mehr zu essen als es Frauen empfohlen wird. 300 Kilokalorien – wie viel ist das überhaupt?

Ich habe Ihnen das mal in praktische Beispiele umgewandelt: In einem großen Bier (0,5 Liter), einer Bratwurst, einem Viertelstück Pizza oder vier Rippen Schokolade steckt jeweils diese Zusatzration.

Mein Berufsalltag zeigt: Viele Männer langen kräftiger zu. Das Resultat: überflüssige Pfunde. Die sind auch deshalb so riskant, weil sich genetisch bedingt Fett bei Männern bevorzugt am Bauch ansiedelt – und das wiederum führt zu einem höheren Risiko für das Herz.


Männer – waschechte Naschkatzen!

Lange Zeit war es in Familien üblich, dass der Herr im Haus das größte und oft einzige Stück Fleisch erhielt. Im Hinblick auf die vielfach schwere körperliche Arbeit in Fabrik und Landwirtschaft hatte das früher vielleicht mal seine Berechtigung. Doch rangieren tierische Produkte wie Fleisch und Wurst gepaart mit fettreichen Beilagen immer noch ganz oben auf dem männlichen Speiseplan – auch bei Bürohengsten! Unter dem Motto „viel und fettig“ spart sich das starke Geschlecht Gemüse und Vollkornprodukte und nascht laut Statistiken sogar mehr als Frauen. Zudem decken Männer die Hälfte ihres täglichen Flüssigkeitsbedarfs mit Limonade und alkoholischen Getränken.

Bewusster essen statt Verzicht üben!

Verzicht ist als Zauberformel für eine gesunde Ernährung ungeeignet. Denn Verzicht macht niemandem Spaß, egal ob Mann oder Frau. Außerdem sind beispielsweise Fleisch und Wurst ja auch kein Teufelszeug. Vielmehr enthalten sie viel Eiweiß, B-Vitamine für das Gehirn, Eisen und Zink. Doch lohnt es sich eben auch hier genau hinzuschauen. Zum Vergleich: eine Natur-Bratwurst hat einen Fettanteil von rund 40 Prozent, Schweinenackensteaks je nach Züchtung zwischen fünf und 40 Prozent, Spareribs etwa 25 Prozent, Hühnerbrust und Schnitzel nur zwei Prozent, ein Kotelett rund fünf Prozent und Hackfleisch etwa elf Prozent.

Pökelfleisch nicht grillen

Übrigens: Schinken, Speck, Bockwürste, Kassler und Wiener Würstchen zählen zu den Pökelfleischwaren und sind zum Grillen nicht geeignet. Das enthaltene Pökelsalz reagiert bei Hitze mit den Aminen aus dem Fleisch zu krebserregenden Nitrosaminen. Auch wenn Fett aus Fleisch oder Marinade in die Glut oder auf die Heizschlange des Elektrogrills tropft, entstehen krebserregende Stoffe, die so genannten PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe). Eine Grillpfanne schafft Abhilfe!

"Mein Tipp: Machen Sie sich bewusst, was Sie zu sich nehmen."

- Konrad Friese, SBK-Ernährungsberater

Grillen – aber bitte mit Abwechslung!

Maximal 600 Gramm Fleisch pro Woche empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Erwachsenen wöchentlich. Und dann? Von einem hohen Anteil an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Getreideprodukten profitiert auch die Männergesundheit. Pflanzliche Lebensmittel enthalten reichlich Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine zur Vorbeugung von Krebs und zur besseren Durchblutung. Zum Schutz von Herz und Gefäßen gehört Seefisch auf den Speiseplan.

Mit zwei Portionen Lachs pro Woche sind Männer wie Frauen gegen Herzinfarkt, Schlaganfall und manche Krebserkrankung gut gewappnet. Außer den herzschützenden Omega-3-Fettsäuren spielt Fisch mit seinem hohen Jodgehalt eine wichtige Rolle für die Schilddrüse. Als Baustoff für Zellen und Muskeln steht Fischeiweiß in Menge und Qualität dem Eiweiß von Schwein, Rind und Geflügel nur wenig nach. 100 Gramm Schweineschnitzel enthalten 22,2 Gramm Eiweiß, genauso wie 100 Gramm Zander.

Wolfsbarsch im Meikong Style aus dem neuen Kochbuch "Grillen mit Christoph Brand" aus dem emf-Verlag.

Klingt gesund aber nicht gut? Stimmt nicht, probieren Sie doch mal den Wolfsbarsch im Meikong Style mit Koriander, Zitronengras und Ingwer, hier das Rezept zum Download:

Rezept für Wolfsbarsch (PDF, 147 KB)

Nutzen Sie die SBK-Ernährungsberatung!

Wenn Sie mehr über gesunde Ernährung wissen möchten, dann wenden Sie sich an die SBK-Ernährungsberatung. Ihr persönlicher Kundenberater vereinbart gerne einen Termin für Sie.