Gut essen mit Smartphone

SBK-Ernährungsberater Konrad Friese empfiehlt Food-Apps

Vielleicht erstaunt es Sie, von einem Mann als Ernährungsberater zu lesen. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen: Der Umgang mit Nahrungsmitteln war für uns das täglich Brot. Da lernte ich schnell, gutes Getreide von schlechtem zu unterscheiden und welches Futter Rinder brauchen, um hinterher hochwertiges Fleisch zu liefern. 

Auch bei mir zuhause gibt es immer nur frisch zubereitete Lebensmittel, keine Fertigprodukte. Unseren drei Kindern – 14, sieben und sieben Jahre alt, alle drei Jungs – schmeckt's prima.

Zuhause kochen

Übrig gebliebenes Essen kann ideal am Folgetag gegessen werden.

Brot, Käse, Wurst und so weiter kaufen wir, aber Marmelade machen wir selbst. In der Regel kochen wir alles frisch und eine Portion mehr als nötig. Die bleibt dann über Nacht im Kühlschrank  und wartet am Folgetag als Mittagessen auf unseren großen Sohn. Wenn Sie hoffen, ich könnte Ihnen Supermarktfood empfehlen, muss ich Sie enttäuschen: Da kenne ich wirklich nichts Empfehlenswertes! Unser Tiefkühler enthält Eiswürfel und Pesto oder Brühe (die machen wir auch selbst, sie hält sich tiefgekühlt länger). Wenn ich zu Hause bin, koche ich selbst – es ist Hobby und entlastet meine Frau.

Gut essen: mit App ganz einfach

Aber damit bin ich wohl ein eher seltener Fall – noch. Denn zum Glück ist es heutzutage ganz einfach, seine Ernährungsgewohnheiten umzustellen! Dabei helfen Ihnen zahllose Apps, die Sie ganz einfach durch den Umstellungsprozess begleiten. Selbst  wenn Sie kein Hobbykoch sind, werden Sie hier schnell viele wertvolle Tipps finden, die es Ihnen leicht machen. Ich habe hier ein paar für Sie ausgesucht.

Für den Anspruchsvollen: Lifesum

Diese App gibt es für Android und iOs in der Basisversion kostenlos. Sie beinhaltet einen Kalorienzähler mit praktischer Scanner-Funkion: Einfach den Barcode in den Scanner halten, dann erkennt das Programm, um welches Produkt es sich handelt und bucht die entsprechende Kalorienzahl ein. Das funktioniert hervorragend bei portionsweise verpackten Lebensmitteln wie Fruchtjoghurts. Für andere Lebensmittel gibt es die Suchfunktion mit Hunderttausenden Lebensmitteln. Doch Lifesum ist noch viel umfassender: Nutzer legen ihr persönliches Gesundheitsprofil an und setzen sich ein Ziel, die App hilft dann beim Erreichen. Dazu ist sie allerdings darauf angewiesen, dass der Nutzer die Aktivitätentracker verwendet, zum Beispiel „Runkeeper“ und „Moves“. Der „Life Circle“ zeigt den aktuellen Status an – je grüner er ist, umso perfekter der Tag. In der kostenpflichtigen „Gold“-Variante bietet die App auch Unterstützung für verschiedene gängige Diäten, zum Beispiel Low Carb oder 5:2. Dazu gibt es Nahrungsmittel-Tipps und Rezeptvorschläge. Lifesum ist auch mit der Apple Watch nutzbar. Kosten: Ein Monat 8,99 Euro, drei Monate 18,99 Euro, zwölf Monate 39,99 Euro.

Für den Sportler: Runtastic Results

Diese App, erhältlich für Android und iOs, legt den Schwerpunkt eindeutig aufs Fitnesstraining. Hier geht es darum, innerhalb von zwölf Wochen seinen Körper auf Vordermann zu bringen – ganz ohne Fitness-Studio und Sportgeräte. Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle: In der kostenpflichtigen Version enthalten ist ein Ernährungsplan mit Rezepten, der den Fitnesslevel zusätzlich zum Training nach oben pushen soll. Sportbegeisterte werden mit Runtastic Results besser bedient sein als mit Lifesum. Kosten für die Premium-Mitgliedschaft: 9,99 Euro pro Monat oder 59,99 im Jahr.

Für den inneren Schweinehund: Mein Wasser

Es ist wichtig, jeden Tag mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Aber oft denken wir einfach nicht dran. Diese kleine kostenlose App für iOs kann nicht viel. Aber das, was sie kann, macht sie gut: den inneren Trink-Schweinehund auf nette Weise überlisten. Nach dem Herunterladen geben Sie Alter und Geschlecht ein – wichtig, damit die App errechnen kann, wie viel Flüssigkeit Sie täglich brauchen. Wer Sport treibt, protein- oder kochsalzreich isst sowie trockener, kalter Luft ausgesetzt ist, benötigt noch mehr Flüssigkeit. Auch das kann man in der einstellen. Nach jedem Trinken tippt man ein, wie viel man wovon getrunken hat. Man kann wählen zwischen Wasser, Tee, Kaffee, Milch, Saft und mehr. Wer gut im Soll liegt, bekommt kleine Auszeichnungen, wer zurückliegt, wird nett erinnert. Der Wasserstand zeigt auf den ersten Blick an, wie die Flüssigkeits-Aktien des Tages gerade stehen.

Für Koch-Einsteiger: Health Food

Selbst wenn Sie kein Hobby-Bocuse sind, werden Sie es mit dieser kostenlosen App leicht haben, leckere Gerichte zu kochen. Sie wurde entwickelt vom Tumor Zentrum München. Natürlich möchte niemand gern an Krebs erinnert werden. Aber gesunde Ernährung folgt bei Kranken und Gesunden den selben Prinzipien, das heißt: Was Kranken gut tut, ist ist auch gut für Gesunde. Und hier gibt es raffinierte, aber einfach zu kochende Rezepte zum Gaumenschnalzen. Wenn man einmal nicht weiter weiß: Die Video-Anleitungen zu einzelnen Kochtechniken, zum Beispiel Chicoree karamellisieren, sind leicht nachzuvollziehen. Für Android und iOs.

Für den Zahlenfan: Noom

Noom für Android und iOs. Reicht es Ihnen fürs Erste, Kalorien zu zählen? Das ist okay, denn schon dabei können Sie sich auf einige Erkenntnisse gefasst machen! Ein Klient von mir fand mit Hilfe der Kalorienzähl-Funktion von Noom heraus, dass schon sein Frühstück über 1200 Kalorien umfasste. Da bleibt dann für den Rest des Tages nicht mehr allzu viel übrig vom Kalorienbudget. Aber Noom erfasst noch viel mehr Werte, wenn Sie das wollen: Es gibt einen Sport-Log, einen Essens-Log, einen Blutdruck-Log und einen Blutzucker-Log. Sie können alle relevanten Werte eintragen. Der Schrittzähler funktioniert automatisch und ganz hervorragend. Die Werte werden Ihnen auf Wunsch als Verlaufsgrafik angezeigt – ein guter Überblick, der deutlich macht, was Sie für Ihre Fitness getan haben und wie es Ihnen dabei körperlich erging. Aufgrund der eingetragenen Lebensmittel sagt Noom Ihnen auch, ob Sie sich gut ernähren und an welchen Nährstoffen noch ein Mangel herrscht.