Smoothies pimpen?

SBK-Expertin im Interview über Zusatzstoffe für die Gesundheit

Was ist das A und O für gute Smoothies?

Frisches Obst und Gemüse, das zusätzlich mit Wasser, Säften, Milch oder Kokosmilch aufgemixt wird. Nehmen Sie saisonale, regionale Produkte – möglichst biologisch angebaut.

Keine Exotik à la Chiasamen und Gojibeere?

Doch, durchaus. Damit entstehen neue Geschmacksnoten. Und es sind echte Kraftpakete – wenn auch noch nicht bis in alle Tiefen erforscht. Ganz wichtig ist jedoch auf die Herkunft zu achten. Gojibeeren etwa kommen meist aus China und sind dann vielfach schadstoffbelastet. Viele exotische Lebensmittel lassen sich ohnehin durch heimische ersetzen. Das deutsche Pendant von Chiasamen sind beispielsweise Leinsamen.  

Leinsamen klingt aber nicht so spannend wie Chiasamen.

Wie wäre es denn dann mit der Aroniabeere? Die klingt doch exotisch. Dabei stammt die sogenannte Apfelbeere tatsächlich aus Sachsen. Das heimische Superfood weist den höchsten Gehalt an Anthocyanen auf, ursächlich für die tiefblaue, dunkle Farbe. Diesem Pflanzenfarbstoff wird ein hohes antioxidatives Potenzial bescheinigt.


Oder wie wäre es mit den nachfolgenden Kanditaten?

Baobab

heißen die Affenbrotbäume der afrikanischen Savanne. Deren Früchte werden dort seit Jahrhunderten zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet. Sie sind reich an Vitamin C, Eisen und haben ebenfalls antioxidatives Potenzial. Ihnen wird eine positive Auswirkung auf die Darmflora nachgesagt. Baobab ist eine säuerlich schmeckende Neuentdeckung in deutschen Supermärkten. Dort wird die Frucht meist in Pulverform angeboten.

Acaibeere

stammen aus dem Amazonas, haben also ebenfalls eine lange Anreise hinter sich. Ihr Ruhm als Superfood basiert auf einem hohen Gehalt an Eiweiß und Antioxidantien. Doch Heidelbeeren und Sauerkirschen toppen diesen Gehalt an Antioxidantien sogar noch. Wie gesagt: Superfoods – die gibt es auch in Deutschland.

Matcha

– das feine Pulver aus gemahlenen Grünteeblättern. Es ist ein echter Muntermacher. Das sehr aufwändig produzierte Pulver weist viele Vitamine wie A, B, C, E sowie Carotinoide und andere Antioxidantien auf.

Chlorella

ist eine winzige Grünalge, die erdgeschichtlich sehr alt ist. Sie bietet viele Nährstoffe wie Mineralien und Eiweiß sowie viel Chlorophyll, dem eine entgiftende Wirkung zugesprochen wird. Achten Sie allerdings auch hier auf die Herkunft, schließlich schlägt sich mangelnde Wasserqualität in der Alge nieder.

Lucuma

ist eine sehr vitamin- und mineralstoffreiche Frucht aus den Anden. Hierzulande wird sie meist in Pulverform angeboten. Lucuma ist sehr nährstoffreich und enthält viel Eisen, Beta-Carotin, Zink, Vitamin B, Magnesium und Calcium.

Berberitzen

haben einen fein säuerlichen Geschmack – fester Bestandteil in der iranischen Küche. Die hohe Dosis an Vitamin C macht das Gewürz aber heutzutage auch in Deutschland populär.

... da kommen ja einige Superfoods zusammen. Meist werden sie bei uns in Pulverform angeboten – ein durchaus kostspieliges Vergnügen.

Oft hilft weniger mehr. Es muss nicht viel sein, was pro Tag an exotischen Zutaten im Smoothie oder Müsli verwendet wird – ein Teelöffel hier, ein Esslöffel da – je nachdem! Und wie gesagt: Wer will, kann auch ganz auf Pulver verzichten.

Weizengras zum Beispiel kann aus Sprießkornweizen selbst gezogen werden. Dann können sie sicher sein, dass es biologisch produziert ist und nicht mit Glyphosat in Berührung gekommen ist. Es ist reich an Chlorophyll und wird bereits seit Jahrhunderten von Naturvölkern als Medizin angewendet.

Wichtig ist, den Smoothie frisch zuzubereiten, möglichst direkt zu genießen und sich dabei Zeit lassen. Kauen Sie das Getränk – so entsteht ein größeres Sättigungsgefühl. Schmecken sie! Machen Sie sich die Inhaltsstoffe bewusst. Dann bildet der Smoothie eine gute Grundlage für den Tag!

Sie bevorzugen also heimische Produkte?

Regionale, biologisch-produzierte Lebensmittel – das ist für mich Superfood mit Umweltschutzgedanke und Nachhaltigkeit in einem. Schließlich kennen wir alle die Nebenwirkungen langer Transportmittel und die teilweise schlechten Anbaubedingungen in anderen Ländern.

Wir haben so viel, was direkt vor der Tür wächst: Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, die wild wachsenden Kornelkirschen, Sanddorn, rote Beete, Walnüsse, Leinsamen, Sesam, Rettich, Kresse, Zwiebelgewächse, Spinat und Radicchio. Alle diese Lebensmittel zeichnen sich – nachhaltig produziert – durch hohe Anteile von Antioxidatien aus; die Samen und Saaten durch Omega-3-Fettsäuren. Und jetzt haben wir noch gar nicht über Wildkräuter gesprochen. Die sind ebenfalls super gesund und lassen sich im Topf ziehen. Ein weiterer Faktor spricht für mich für Regionalität. Es macht Spaß, Lebensmittel selbst anzubauen, selbst zu ernten und Produkte daraus herzustellen. Sehen, schmecken, fühlen, hören und natürlich riechen – ich mag es, wenn alle Sinne gefordert sind. Und sich einen Smoothie aus echten Lebensmitteln ohne Pulver herzustellen, ist da ein ganz guter Anfang.

Aber der Faktor Zeit ist für viele ein Argument für Pulver.

Pulver können auch durchaus mal eine Alternative sein. Aber es lässt sich eben auch Weizengras auf dem Küchenbrett selbst ziehen. Diese Selbstgestaltung kann Spaß machen. Ich rate deshalb jedem, sich mit seinen Lebensmitteln auseinanderzusetzen. Immerhin wollen wir ja durch den Einsatz von Superfoods eigentlich unser Leben gesünder gestalten. Wer auf Vielfalt und Qualität setzt, der kommt diesem Ziel einen großen Schritt näher.

Und wer weitere Fragen rund um eine gesunde Ernährung hat, dem stehe ich mit meinen Kollegen auch gerne in der SBK-Ernährungsberatung zur Verfügung. Die ist übrigens für SBK-Kunden kostenlos.