Tipps gegen Mundgeruch

Was Sie gegen schlechten Atem tun können.

Knoblauch oder Zwiebeln hinterlassen einen üblen Atem. Chips, Kaffee, Alkohol und Tabakrauch tun ihr übriges. Doch auch ohne diese Geruchsübeltäter, kann Mundgeruch entstehen. Wer regelmäßig unter schlechtem Atem leidet, der sollte seinen Zahnarzt oder seinen Hausarzt auf das Problem aufmerksam machen. Vor allem, wenn Mundgeruch aus dem Nichts auftritt und von Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchweh, Husten oder Atembeschwerden begleitet werden, ist der Hausarzt aufzusuchen. Denn neben mangelnder Mundhygiene können auch Krankheiten wie Leber- oder Nierenversagen den sogenannten Halitosis im Schlepptau haben.

Peinlich muss Ihnen das Thema in keinem Fall sein, immerhin leidet jeder dritte oder vierte Deutsche an schlechtem Atem. Seien Sie auch mutig, wenn jemand aus Ihrem Umfeld häufig und stark aus dem Mund riecht. Machen Sie ihn höflich darauf aufmerksam. Nur Mut! Denn viele Betroffene wissen nicht, dass ein übler Duft aus ihrem Mund strömt. Der Knackpunkt ist nämlich: Wir gewöhnen uns an unsere eigenen Düfte und nehmen diese gar nicht wahr.

Testen Sie Ihren Atem!

Wem es dennoch peinlich ist seinen Partner nach dem eigenen Geruch des Atems zu fragen, geben wir hier ein paar DIY-Tests an die Hand: 

  • Lecken Sie Ihre Hand an und schnüffeln daran.
  • Blasen Sie in eine geruchsneutrale Plastiktüte und schnüffeln daran.
  • Streichen Sie mit einem Finger über den hinteren Teil ihrer Zunge und schnüffeln daran.
  • Riechen Sie an ihrer benutzten Zahnseide.

Übrigens: Auch erfahrene Ärzte setzen auf Ihren Riechkolben statt aufwändiger Spezialausstattung. Ein obstartiger Hauch bzw. Acetongeruch kann auf Diabetes mellitus hinweisen. Ein Geruch nach Erde oder Leber, kann tatsächlich Anzeichen für eine kranke Leber sein. Zusätzlich zur Nase gibt es aber auch Geräte, ein sogenannter Halimeter mit dem sich die Schwefelgase im Atem messen lassen.

Doch wie entsteht Mundgeruch?

Meist entsteht der schlechte Atem direkt im Mund. Nur selten kommt der übliche Geruch aus dem Magen. Ursächlich sind Mikroorganismen. Sie tummeln sich im Mund, kleben an Zähnen und Zunge, sitzen in Zahnfleischtaschen, Zahnzwischenräumen oder machen es sich in defekten Füllungen bequem. Doch die zahlreichen Bakterienarten essen nicht nur bei uns mit, sie scheiden auch aus – unter anderem stinkige Hinterlassenschaften wie Schwefelverbindungen.  

Ursachen für Mundgeruch

Der häufigste Grund für schlechten Atem sind schlechte Ess- und Lebensgewohnheiten sowie eine mangelnde Mundhygiene. Wer beispielsweise viel eiweißreiche Nahrung zu sich nimmt und dazu noch regelmäßig Alkohol konsumiert, liefert „schlechten“ Bakterien einen optimalen Nährboden. Das Resultat: viele stinkige Schwefelverbindungen. Wer den Bakterien nicht regelmäßig mit Zahnbürste, Zahnseide und Zungenbürste zu Leibe rückt, wird übel riechen.

Stress steht ebenfalls in Verdacht ein Auslöser für Mundgeruch zu sein. Wer nämlich regelmäßig unter Negativstress leidet, hat auch Schwierigkeiten mit seinem Verdauungssystem. Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist damit ebenfalls ein Faktor gegen schlechten Atem. 

Mundgeruch kann aber auch durch Karies, Parodontitis, Schnupfen oder Entzündungen der Mundschleimhaut, der Nasennebenhöhlen oder Rachenmandeln ausgelöst werden. Ein trockener Mund hat häufig ebenfalls einen schlechten Atem im Schlepptau. Das können wir vor allem morgens nach dem Aufwachen beobachten. Dann riechen viele stärker aus dem Mund als tagsüber.

In einigen Fällen kann Mundgeruch auch ein Hinweis auf eine schwerwiegende Krankheit wie Diabetes mellitus oder Nierenversagen sein – und manchmal ist auch eine psychische Störung ursächlich. Einige Menschen bilden sich nämlich den schlechten Atem nur ein. Wie sieh sehen, können die Ursachen vielfältig sein. Schämen Sie sich also nicht. Greifen Sie das Problem beim Schopfe und sprechen mit einem Fachmann!

Was Sie selbst gegen Mundgeruch tun können

Vieles kann jeder selbst für einen guten Atem tun. Hier bekommen Sie die wichtigsten Tipps:

Umfassende Zahnhygiene ist das A und O

Mindestens zweimal täglich ca. zwei Minuten mit elektrischen Zahnbürsten bzw. rund fünf Minuten mit Handzahnbürsten. Nutzen Sie täglich Zahnseide, Interdental-Bürsten oder Mundduschen, um Speisereste aus den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Wechseln Sie das Zahn-Equipment regelmäßig. Die Zahnbürsten sollten gewechselt werden, wenn die Borsten abstehen, sie dauerhaft verfärbt sind oder älter als drei Monate sind.

Nutzen Sie regelmäßig einen speziellen Zungenreiniger, um Bakterien zu vertreiben, die schlechte Gerüche verursachen. Nur nicht übertreiben, denn die Bürste killt auch die Bakterien, die gut für die Mundflora sind. 

Mundwasser kann schaden

Antibakterielles Mundwasser kann zwar lästige Bakterien abtöten und damit Mundgeruch den Garaus machen. Doch die Spülung beseitigt auch viele nützliche Mikroorganismen. Deshalb vorher mit dem Zahnarzt abklären, ob Mundwasser eine sinnvolle Ergänzung für Sie ist. Eine dauerhafte Anwendung empfehlen Zahnärzte nicht, da dann die Mundflora aus dem Gleichgewicht gerät. Grundsätzlich sollten kleine Kinder kein Mundwasser benutzen. Sie können es schließlich schnell versehentlich herunterschlucken.

Ausgewogener Lebensstil

Eine Mangelernährung sowie Hunger begünstigen ebenfalls Mundtrockenheit. Durch den Abbau von körpereigenen Fetten und Eiweißen nämlich entsteht Azeton, auch als Hungerazton bezeichnet. 

Überhaupt gilt: Überprüfen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten. Scharf gewürzte Speisen, Alkohol und Rauchen sorgen für Mundgeruch. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst sowie eine positive seelische Grundstimmung hingegen tun der Mundgesundheit und Atem gut. 

Regelmäßig zum Zahnarzt gehen

Nehmen Sie regelmäßig die Vorsorgetermine beim Zahnarzt wahr. Zusätzlich empfehlenswert: professionelle Zahnreinigung.

Mundgeruch als Nebenwirkung

Übrigens, einige Medikamente wie bestimmte Psychopharmaka oder Mittel gegen Bluthochdruck sowie solche für Chemotherapien beeinflussen die Speichelmenge im Mund. Dadurch kann ebenfalls Mundgeruch entstehen. Sprechen Sie in diesen Fällen mit Ihrem Arzt.

Trinken Sie Wasser!

Trinken Sie ausreichend, möglichst Wasser. Denn: Ein trockener Mund fördert einen schlechten Atem.

Zuckerfreier Kaugummi beugt ebenfalls einem trockenen Mund vor, weil das Kauen den Speichelfluss anregt.

Und was hilft auf die Schnelle?

Gurgeln mit lauwarmem Salbei-Tee. Oder Kauen von Thymian, Majoran, Fenchel, Anis, kleingehackter Petersilie, Kaffeebohnen, geriebenem Apfel oder Dill. Auch Mundsprays – ab und an angewendet – oder zuckerfreie Pfefferminz-Bonbons können Abhilfe gegen üble Gerüche schaffen. Leiden Sie allerdings regelmäßig unter starkem Mundgeruch, dann empfehlen wir Ihnen das Thema bei Ihrem Hausarzt sowie Ihrem Zahnarzt anzusprechen.