Vegetarisch kochen? Ja!

Umwelt und Gesundheit sagen Danke

Hackfleisch vom Discounter kann das Fleisch von 150 Schweinen und 60 Rindern enthalten. Das zeigte die Sendung „Wege des Fleisches“ der Sender Arte und MDR. Die Sendung über Massentierhaltung löste beim 13-jährigen Johannes vor knapp einem halben Jahr aus, dass er sich für eine vegetarisch Ernährung entschied.

„Johannes mag vor allem Tofuwürstchen oder Seitan“, sagt seine Mutter, Claudia Scheidler. Die Diplom-Ökotrophologin ist seit mehr als 20 Jahren Ernährungsberaterin bei der Siemens-Betriebskrankenkasse und selbst Flexitarierin. Sie bevorzugt Obst und Gemüse sowie zwei-, dreimal im Monat Fisch. „Unter Ernährungsgesichtspunkten spricht allerdings nichts gegen einen Fleischkonsum von ein-, zweimal die Woche“ – wenn die Qualität stimme. „Fleisch aus artgerechter Tierhaltung schmeckt viel besser“, sagt Scheidler und bringt einen zentralen Aspekt auf den Punkt.

Bewusste Ernährung

Saisonal, regional, möglichst bio — diese Kriterien beachten immer mehr Deutsche beim Einkauf. Die Zahl der Vegetarier steigt rasant: Laut Meinungsforschungsinstitut Allensbach leben derzeit rund 7,8 Millionen Menschen hierzulande fleischlos. Hinzu kommen 900.000 Veganer.

Verzicht bedeutet die fleischlose Kost dabei nicht. Ohnehin ist wichtig, nicht einfach etwas wegzulassen, sondern dem Körper ganz bewusst Hochwertiges und Notwendiges zuzuführen. Vegetariern rät die Ernährungsberaterin deshalb zu viel Gemüse, Obst und Vollkorn — vor allem Hafer, Hirse, Dinkel, Amaranth und Quinoa. Genau wie eiweißreiche Hülsenfrüchte — etwa Linsen und Sojabohnen — enthält Vollkorn viele Aminosäuren.

Hochwertige Öle sind Lieferanten für Vitamine und essentielle Fettsäuren: ein kaltgepresstes Oliven- oder Leinöl für Salate und zum Erhitzen Raps- oder natives Kokosöl. Doch Nährstoffe hin oder her, Freude und Genuss am Essen sind ebenfalls wichtige Faktoren. 

Vegan als Lebenseinstellung

Zu den Hauptlieferanten für Vitamin B12 und essentielle Fettsäuren zählen Milch, Käse und Eier. Alle zwei Wochen ein Ei reiche dem Körper aus. „Veganer müssen das Vitamin B12 ersetzen — zum Beispiel über Tabletten“, sagt Scheidler. Kritik an einer solchen Substitution will sie nicht üben.

 „Hauptsache, der Körper bekommt diese zentralen Bausteine.“ Veganismus sei schließlich eine Lebenseinstellung, die mehr bedeutet als eine Ernährungsumstellung. Veganer verzichten komplett auf Tierisches — selbst bei Kleidung und Schuhen. Tiere sollen nicht ausgebeutet werden. Eine Philosophie, die eben einigen Deutschen schmeckt.

Vegetarische Rezepte

VEBU, der Vegetarierbund Deutschlands, bietet auf seiner Webseite viele leckere vegetarische Rezepte. Vegane ebenso. Wer Lust auf Artischocken mit Wasabi-Mayonnaise oder Augenbohnen-Kroketten mit Dijonsenf-Glasur hat, der wirft am besten gleich einen Blick auf:

www.vebu.de/rezepte