Wasser marsch!

Der SBK-Ratgeber rund ums Trinken.

Wasser spielt eine Schlüsselrolle für eine Vielzahl von Stoffwechselreaktionen im Körper. Es transportiert Nährstoffe in die Zellen. Wasser bildet die Grundsubstanz von Blut sowie Speichel und reguliert über den Salzhaushalt die elektrochemischen Reaktionen in den Zellen. Überdies steuert es die Körperwärme, hält die Schleimhäute intakt und sorgt für den Abtransport von Abfallstoffen. Kurzum: Wasser und Leben sind im Organismus untrennbar verbunden.

Flüssigkeitshaushalt regulieren

Zwei bis drei Liter Wasser gibt ein Erwachsener pro Tag ab — in Form von Schweiß, durch die Ausscheidung von Kot und Urin sowie die Atmung. Auf der Haben-Seite der Flüssigkeitsbilanz wird ein knapper Liter über die Nahrung erzielt: etwa in Form von Wasser, das in Obst und Gemüse steckt. Rund anderthalb bis zwei Liter muss ein Erwachsener im Normalfall über Getränke abdecken. Ein bisschen Flüssigkeit produziert der Körper übrigens selbst: Rund 0,3 Liter steuert er als Oxidationswasser bei, das bei der Verbrennung der Nährstoffe im Stoffwechsel anfällt.

 Unser Körper besteht zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser – je nach Alter und Geschlecht. Das macht bei einem 70 Kilo schweren Menschen etwa 25 Liter aus. Ein Drittel davon fließt im Blut durch die Adern, zwei Drittel stecken in den Zellen. Die Niere besteht zu 82 Prozent, das Gehirn zu 75 Prozent, die Leber zu 68 Prozent und die Haut zu 72 Prozent aus Wasser. Bei Wassermangel leiden diese Organe als Allererstes.

Wie Durst entsteht

Damit der Stoffwechsel im Fluss bleibt und einwandfrei funktioniert, brauchen die Körperzellen eine bestimmte Menge an Wasser und die darin gelösten Biostoffe. Sensoren melden daher unentwegt die Flüssigkeitsmenge und Salzkonzentration im Blut an das Durstzentrum im Gehirn. Sinkt der Wasserpegel im Körper nur um 0,5 bis ein Prozent des Körpergewichts, entsteht im Gehirn das Gefühl: Durst. Die Hormone ADH und Aldosteron signalisieren der Niere, dass sie Wasser zurückhält. Zugleich steigt das Verlangen nach einem großen Glas kühlem Wasser!

 Bereits ein leichter Flüssigkeitsmangel drosselt die Konzentrationsfähigkeit und schlägt negativ auf die Stimmung. Dies haben gleich drei vom Unternehmen Volvic initiierte Studien gezeigt. Hierbei unterscheiden sich Männer und Frauen: Der Effekt ist beim weiblichen Geschlecht stärker. Bei Frauen führt bereits ein leichter Flüssigkeitsmangel von 1,3 Prozent des Körpergewichts zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Bei Männern löst erst ein Mangel von 1,5 Prozent des Körpergewichts die verminderte kognitive Leistungsfähigkeit aus.

SOS des Körpers

Der Wasserhaushalt lässt sich mit einem Wasser-Akku vergleichen: Ist dieser vollgeladen, fühlen wir uns gut. Entlädt er sich, ohne Nachschub, wirkt sich das rasch auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden aus. Kopfweh, nachlassende Konzentration oder Müdigkeit sind mögliche Anzeichen. Das heißt: Bestimmte Körperfunktionen können nicht optimal ablaufen, weil dem Körper Wasser fehlt.

Bei keinem anderen Nährstoff — von Sauerstoff abgesehen — zeigt der Körper einen Mangel so schnell an wie bei Wasser. Doch auf das Warnsignal „Durst“ ist kein absoluter Verlass. Denn bei Stress, beim Sport oder bei geistiger Ablenkung wird dieser Hilferuf der Körperzellen sehr leicht überhört. Ohnehin lässt das Durstempfinden im Lauf des Lebens nach. Die Folge: Der Körper gerät unbemerkt in Wassernot – bereits bei einem geringen Flüssigkeitsdefizit leiden die körperliche und die geistige Leistungsfähigkeit.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit – idealerweise in Form von Wasser über den Tag verteilt zu trinken. Soweit die Theorie. Eine aktuelle, repräsentative Umfrage vom Institut tns für Volic zeigt jedoch, dass die Deutschen zwar insgesamt genug Flüssigkeit aufnehmen. Aber dabei nicht immer den Empfehlungen von Ernährungsexperten folgen. Pro Tag werden durchschnittlich nur 800 Milliliter Wasser getrunken. Jeder Zweite vergisst komplett, täglich genügend Wasser zu trinken.

Dabei gibt es gute Gründe, dass Sie Ihren Wasserhaushalt im Blick behalten! Sehen Sie selbst ...

Schlank dank Wasser- Ein Prost auf die Linie!

Fleißige Wassertrinker können innerhalb eines Jahres bis zu zehn Pfund Gewicht verlieren. Das funktioniert, weil die Flüssigkeit den Stoffwechsel ankurbelt, ohne selbst Brennwert zu besitzen. Um bis zu 100 Kilokalorien stieg der Energieumsatz von Übergewichtigen in einer Untersuchung der Berliner Universitätsklinik Charité, wenn sie täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser zu sich nahmen. Zwar sind 100 Kalorien nicht nennenswert viel, aber es addiert sich einiges zusammen: Hochgerechnet auf ein Jahr verbrauchen Wasserfans 36.500 Kilokalorien – das entspricht bis zu fünf Kilo Fettgewebe.

Gesund dank Wasser - Flüssige Medizin

Der Griff zur Wasserflasche erspart gelegentlich den Gang zur Apotheke. Trockener Reizhusten etwa lässt sich dämpfen, wenn man schlückchenweise über den Tag hinweg zwei Liter Flüssigkeit – auch Bronchialtee oder Fruchtsaftschorle – trinkt. Das hält die Atemwege feucht und beruhigt den gereizten Rachen. Auch bei Blasenentzündung gehört viel trinken zur Basistherapie: So werden die Harnwege durchgespült und ein Großteil der Keime ausgeschwemmt. Am besten zu stillem Wasser oder Blasentee greifen! Wer morgens mit niedrigem Blutdruck kämpft, dem hilft ein Glas Wasser, noch vorm Aufstehen getrunken, buchstäblich auf die Sprünge.

Schlau dank Wasser - Gesundes Gehirndoping

Damit Ideen sprudeln, ist unser Denkorgan ganz besonders auf konstanten Flüssigkeitsnachschub angewiesen. Schließlich besteht es selbst zu 75 Prozent aus Wasser. Fehlt die Flüssigkeit, gerät der Datenfluss zwischen den Nervenzellen ins Stocken. Das lässt sich sogar messen: Bis zu 24 Stunden nach einem Flüssigkeitsverlust leidet die Fähigkeit, Informationen zu behalten und zu verarbeiten – beispielsweise Fakten, die man im Meeting mit den Teamkollegen aufgenommen hat. Diese mentale Flaute kann sogar auftreten, ohne dass man dies als Betroffener selbst merkt.

Trinken nach Plan

Gesundes Trinken kann man lernen! Wer zum Beispiel im Job auch bei Hektik einen kühlen Kopf bewahren will, sollte sich einen kleinen Getränkevorrat anlegen – etwa am Schreibtisch. Zudem kann zu möglichst vielen Anlässen, in der Pause oder zum Kaffee, ein Glas Wasser getrunken werden. Oder ein anderer gesunder Durstlöscher: Früchtetee oder eine Schorle zum Beispiel. So, wie es am besten schmeckt.

 Menschen, die nicht daran gewohnt sind, auf ihren Wasserhaushalt zu achten, hilft ein Trinktagebuch auf die Sprünge. Dazu genügt es schon, eine Woche lang zu notieren, wann Sie wie viel Flüssigkeit aufnehmen!

Jeder von uns hat Trinkrituale und -gewohnheiten. Für manche ist es das Trinken zu den Mahlzeiten, für andere das belebende Glas Wasser nach dem Aufstehen. Wenn wir unsere Trinkgewohnheiten kennen, können wir sie leichter verändern und optimieren. Trinkrituale – wie zum Beispiel immer direkt nach dem Aufstehen ein Glas Wasser zu trinken – helfen dabei, sich ein gesundes Trinkverhalten anzugewöhnen.