Wer isst was?

Unser kleines Veggie-Glossar

Vegetarier oder Pescetarier? Freeganer oder Veganer? Hier können selbst gestandene Veggie-Anhänger manchmal Tomaten auf den Augen haben. Denn nur in einem Punkt sind sich alle einig: Totes Tier kommt generell nicht auf den Tisch. Fisch und andere Meerestiere aber dann manchmal doch. Und auch in puncto Eier und Milch herrschen Unterschiede auf den Speiseplänen. Ein Überblick.

Veganer – echte Lebensphilosophie

Sie sind die Hardliner unter den Vegetariern. Tierausbeutung ist tabu. Das heißt im Klartext: keine Schuhe aus Leder und keine Wollpullover. Auf den Tisch kommt sowieso nur rein Pflanzliches, also auch keine Gummibärchen mit Gelatine, Honig oder Eier. Veganismus ist weit mehr als eine Ernährungsweise. Er ist vielmehr eine Lebensphilosophie.

Aber heutzutage ist diese gar nicht so einfach zu befolgen. Bei der Herstellung vieler Produkte und Lebensmittel werden tierische Hilfsstoffe genutzt, die nicht deklariert sind. Ob eine Großbäckerei beispielsweise das Mehlbehandlungsmittel L-Cystein einsetzt, das vielfach aus Schweineborsten oder Federn gewonnen wird, bleibt oft ein Geheimnis. Gleiches gilt für Wein oder Bier. Häufig werden diese Getränke mithilfe von Gelatine oder Fischblasen geklärt. Die Organisation „Foodwatch“ fordert deshalb eine deutlichere Kennzeichnungspflicht von Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffen tierischen Ursprungs.

Vegan ist nicht gleich vegan

Selbst die Veganer lassen sich noch in unterschiedliche Gruppierungen aufsplitten. Die Bioveganer berücksichtigen beispielsweise zusätzlich ökologische Gesichtspunkte beim Kauf von Produkten und Lebensmitteln. Vegane Rohkostanhänger erhitzen die pflanzlichen Lebensmittel nicht über 42 Grad. So bleiben viele der wertvollen Inhaltsstoffe wie Enzyme, Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und pflanzliche Proteine vollends erhalten.

Frutarier - die Extremisten

Sie essen nur Pflanzliches, was bei der Ernte nicht beschädigt wird, etwa Obst, Nüsse oder Samen. Klingt, als könne man nicht satt werden? Wir werden Ihnen regelmäßig das Gegenteil belegen – mit leckeren Rezepten für alle Veggie-Formen.

Freeganer – stiller Protest gegen Wegwerfgesellschaft

Jeder Bundesbürger wirft durchschnittlich 81,6 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg. Das ergab eine Studie der Universität Stuttgart im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Spitzenreiter der Wegwerfer sind mit 61 Prozent Privathaushalte. Jeweils rund 17 Prozent entfallen auf Großverbraucher – etwa Gaststätten, Schulen und Kantinen – sowie die Industrie. Die übrigen fünf Prozent weggeworfener Lebensmittel stammen aus dem Einzelhandel.

Freeganer möchten gegen diese Wegwerfkultur von Lebensmitteln ein Zeichen setzen. Diese Gruppe der Veganer isst nur Nicht-Tierisches, das nichts kostet. Statt im Supermarkt einzukaufen, wühlen Freeganer in Mülltonnen, um aus Weggeworfenem ihr Essen zuzubereiten. Oder sie sammeln sich ihre Lebensmittel in der Natur zusammen.

Ovo-, Lacto- oder Ovo-Lacto-Vegetarier?

Der klassische Vegetarier ist genaugenommen ein Ovo-Lacto-Vegetarier. Für ihn gibt es kein totes Tier. Erlaubt sind lediglich Milchprodukte wie Joghurt oder Käse sowie Eier. Ernährungsexperten empfehlen diese Ernährungsweise. Vorausgesetzt natürlich, es wird nicht einfach Tierisches weggelassen, sondern durch viel frisches Obst und Gemüse auf eine vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung geachtet. 

Im Gegensatz zu den Ovo-Lacto-Vegetariern verzichten die Lacto-Vegetarier auf Eier und die Ovo-Vegetarier auf Milchprodukte.

Eine weitere Untergruppe: die Pescetarier. Sie ergänzen den Speiseplan des Ovo-Lacto-Vegetarier durch Fisch und Meeresfrüchte.

Gelegenheit macht Vegetarier!

Gelegenheitsvegetarier, die deutschlandweit wie Pilze aus dem Boden schießen, heißen Flexitarier. Sie legen Wert auf gesunde Ernährung und kontrollierten Anbau. Generell essen sie wenig Fleisch, aber wenn dann ein gutes Stück mit hoher Qualität. Übrigens: Gemäß der Welternährungsorganisation der UNO trägt die Nutztierhaltung mehr zur Klimaerwärmung bei als der gesamte weltweite Verkehr. In diesem Sinne sind sogenannte Veggie Days, also Tage, an denen bewusst auf Tierisches verzichtet wird, aktiver Umweltschutz.