Wie gesund ist Salat tatsächlich?

Die SBK-Ernährungsberaterin Jessica Scheugenpflug klärt auf.

„Salat hält schlank“ schwören die einen. „Salat ist so nahrhaft wie ein feuchtes Taschentuch“ ereifern sich die anderen. Wir sind mittendrin im Salatstreit. Der wird nicht nur am Stammtisch ausgetragen. Auch hochoffiziell ist sich die Wissenschaft uneins. Udo Pollmer, ein Autor und Lebensmittelchemiker, bescheinigt dem Salat in Interviews die „Ernährungsphysiologie eines Papiertaschentuchs mit einem Glas stillen Wasser". Anders sieht es der Ernährungsphysiologe Prof. Dr. Bernhard Watzl vom Max Rubner-Institut in Karlsruhe. Er hält Salat trotz der niedrigen Kalorienzahl für sättigend. Das Gehirn signalisiere nämlich alleine durch das Volumen des Salates einen Sättigungseffekt. Ganz nach dem Motto: „Viel Menge sättigt viel!“ Wir haben die SBK-Ernährungsexpertin Jessica Scheugenpflug gefragt, was gilt.

Abwechslung macht eine gesunde Ernährung aus

„Volumen zählt. Das macht satt“, bestätigt die Ernährungsberaterin mit eigener Praxis in Berlin. Aber viel Salat zu essen, ist durchaus eine Herausforderung. Haben Sie schon mal 200 Gramm Salat verputzt? Dann wissen Sie es! Also nun doch lieber Salat abschwören und sich auf andere Power-Gemüsesorten stürzen? „Das wäre schade“, sagt Scheugenpflug. Für eine ausgewogene, abwechslungsreiche und damit gesunde Ernährung sei es wichtig, die volle Bandbreite an Gemüse auszuschöpfen. So ist zum Beispiel Radicchio reich an Flavonoiden, die entzündungshemmend sind und schädliche „freie Radikale“ im Zaum halten.

„Ich ermutige in meiner Praxis immer dazu, öfters Neues auszuprobieren“, sagt Scheugenpflug. Wie wäre es beispielsweise mit dem derzeitigen Saisonknaller: Feldsalat mit einem leichten Dressing aus Walnussöl und Essig, angereichert mit ein paar frischen, gerösteten Walnüssen und Ziegenkäse. Auch in warmen Gerichten können Salate wie Rucola oder Feldsalat für Pfiff sorgen. Heben Sie doch einfach mal eine Handvoll unter Ihre Spaghetti aglio e olio, als Nudeln mit Knoblauch-Olivenöl-Soße. Lecker!

 

Und auch gesund. Der Feldsalat ist eine wahre Vitamin-C-Bombe: 100 Gramm Feldsalat enthalten etwa 35 Milligramm. Für Salat ein hoher Wert. Übrigens: In Wahrheit ist der Feldsalat überhaupt kein echter Salat. Er gehört vielmehr zur Pflanzenfamilie der Baldriangewächse. Feldsalat ist ein typischer Herbst- und Wintersalat, der auch Frost übersteht. Noch bis Februar, Anfang März geht die Saison.

Salat frisch verarbeiten

Bei Salaten rät SBK-Ernährungsexpertin Jessica Scheugenpflug zum Grundsatz: „Frisch auf den Tisch“. Wer also Appetit auf Salat verspürt, der sollte ihn auch dann erst einkaufen. Zwar hält er im Gemüsefach des Kühlschranks mitunter fünf Tage. Doch durch die Lagerung verliert er wichtige Nährstoffe. In jedem Fall gilt: „Raus aus dem Plastik“. Stattdessen rät Scheugenpflug den Salat in ein Küchentuch zu wickeln. Weiterer Tipp: Salat nicht neben Tomaten und Obst lagern, sonst werden die Blätter des Salats braun.

Hauptsache überhaupt Gemüse essen

Welcher Salat ist nun der gesündeste? „Es gibt nicht den gesunden Salat. Genauso wenig wie es das gesunde Gemüse gibt“, sagt SBK-Ernährungsexpertin Jessica Scheugenpflug. Jede Sorte hat etwas Positives. Scheugenpflug: „Deshalb ist es ja auch so wichtig, von jedem etwas zu essen“. Wer aber partout keinen Salat mag, der solle sich damit nicht quälen. „Hauptsache ist, dass überhaupt Gemüse gegessen wird“, erklärt die SBK-Expertin. Aber vielleicht stimmt Sie ja unser Feldsalatpesto um. Guten Appetit!

Hier geht es zu unserem Feldsalatpesto. Viel Vergnügen beim Nachkochen! (PDF, 666 KB)