Winterspeck ade

Warum steigt im Winter die Lust auf Deftiges und was lässt sich dagegen tun?

Spätestens im Frühjahr kommt bei vielen Menschen die Erkenntnis, dass sie den Winter über das eine oder andere Pfund zugelegt haben. Experten glauben, dass dies am „Langzeitgedächtnis“ des Körpers liegt. Der versucht – wie vor Urzeiten – der kalten Jahreszeit mit einem Mehr an Energiezufuhr zu begegnen.

Essen gegen Kälte

Hintergrund: Unser Körper ist wie eine Heizung. Die funktioniert nur, wenn ihr genug Energie zur Verfügung gestellt wird. Da des Menschen Energie seine Nahrung ist, steigt im Winter dessen Appetit auf gehaltvolles Essen. Fakt jedoch ist, dass unser Körper im Winter kaum mehr Arbeit verrichten muss als in den Sommermonaten. Schließlich halten wir uns die meiste Zeit in kuschelig-warmen Räumen auf. Zusätzliche Kalorien werden deshalb gar nicht benötigt.

Zucker für gute Laune

Laborversuche haben nachgewiesen, dass sich winterlicher Heißhunger verstärkt auf Zuckerreiches richtet. Dies könne, so Wissenschaftler, eine Art Vorsorge gegen die berüchtigte Winterdepression sein. Dank Zucker gelangen größere Mengen der Aminosäure Tryptophan ins Gehirn. Die wird dort zu Serotonin verarbeitet – ein Botenstoff, der als Gute-Laune-Hormon gilt. Das Problem: Durch das Zuviel an Kalorien fühlt sich der Mensch bald dick und weil er sich dick fühlt, kann er depressiv werden. Also besser Maß halten.

Vitamin D hilft

Texanische Forscher haben bei depressiven Menschen einen eklatanten Mangel an Vitamin D festgestellt. Scheint fast so, als ob neben Serotonin vor allem dieses Vitamin gebraucht wird, um gegen den Winterblues anzuspielen. Großartige Vitamin D-Lieferanten sind Käse, Fisch, Fleisch und Eier. Werden diese mit Vitamin E kombiniert, wird das winterlich gestresste Immunsystem nahezu perfekt versorgt. Vitamin E kommt in Wintergemüse wie Schwarzwurzeln, Steckrüben oder Chicorée vor. Wichtig: Die fettlöslichen Vitamine E und D werden beim Kochen mit Fisch oder Fleisch so richtig in Fahrt gebracht.

Glücksbote Omega-3

Apropos Fisch: Ernährungswissenschaftler haben herausgefunden, dass Omega-3-Fettsäuren dank ihrer Energie und Proteine eine positive Wirkung auf die Stimmung des Menschen haben. Sie helfen, zufriedener durchs winterliche Leben zu kommen. Lachs und öliger Fisch sind reich an diesen Fettsäuren, gehören also gerade im Winter auf den Speiseplan.

Wenn Eis, dann heiß

Wird die Sehnsucht nach Süßem stark, gilt: Der Klügere gibt nach. Überlisten lässt sich der Körper mit einer Tasse heißem, dunklen Kakao. Der hebt die Stimmung und wirkt sich positiv auf Herz und Cholesterinspiegel aus. Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass vieles andere Heiße ebenfalls für eine bessere Gefühlslage sorgt. Ein Gang in die Sauna, ein heißes Bad oder eine Kanne mit dampfendem Tee wirken – manchmal – Wunder.

Bewegung macht den Unterschied

Nun ja, es ist kalt und dunkel. Vor allem da draußen. Da kann der eine oder andere schon mal vergessen, dass Bewegung Kalorien verbrennt. Doch frische Luft tut gut. Deshalb: Ab in die warme Kleidung und Spazierengehen. Es muss ja nicht immer direkt der Dauerlauf sein.

Kurze Nächte, längerer Schlaf

In modernen Industriestaaten kann man es glatt vergessen. Aber: Wir sind biologische Lebewesen! Und haben schon deshalb im Winter das Gefühl, länger schlafen zu müssen. Wer klug ist, hört auf seinen Körper und gibt seinem Bedürfnis nach. Schöner Nebeneffekt: Weil das Sättigungshormon Leptin im Schlaf ausgeschüttet wird, signalisiert es dem Körper, dass er satt ist. Oder andersrum: je kürzer die Nächte, desto dicker der Bauch!