Ein Pieks weniger

Nur noch 2 + 1 Impfung gegen Pneumokokken.

Von einer vergleichsweise harm
losen Mittelohrentzündung über Hirnhaut- und Lungenentzündungen bis hin zu Blutvergiftungen: Pneumokokken können schwere Erkrankungen auslösen. Insbesondere Kleinkinder und Senioren sind gefährdet - deswegen wird eine Impfung gegen die Bakterien bereits im Säuglingsalter empfohlen.

Eine Impfdosis fällt weg

Jetzt hat die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Institutes (RKI) ihre Empfehlung angepasst: Bisher galt das Impfschema 3 + 1, also eine Impfung im Alter von zwei, drei und vier Monaten plus eine Auffrischung mit elf bis 
14 Monaten. "Jetzt empfiehlt die STIKO das 
2 + 1-Schema, also eine Impfung mit zwei und vier Monaten plus die Auffrischung mit elf bis 14 Monaten.

Die Impfung im Alter von drei Monaten fällt weg", sagt Dr. Gerhard Falkenhorst vom Robert Koch-Institut in Berlin, Fachgebiet Impfprävention. Damit folgt Deutschland Ländern wie Großbritannien, Österreich und der Schweiz. "Wir haben über einen längeren Zeitraum die Erkrankungszahlen verglichen und festgestellt, dass sie in Ländern mit dem 2 + 1-Schema genauso stark gesunken sind wie in Ländern mit dem 3 + 1-Schema", sagt Dr. Falkenhorst. Viele Eltern wird das freuen, denn so bleibt den Kindern ein Pieks erspart.

Impfquoten ausbaufähig

Die Experten des RKI hoffen zudem auf bessere Zahlen: "Die Quoten für die ersten drei Impfungen sind mit rund 90 Prozent bei den Säuglingen zwar gut", sagt Dr. Falkenhorst. "Allerdings werden die empfohlenen Zeiten nicht immer eingehalten. Nur rund die Hälfte der Kinder wird wie empfohlen bereits im Alter von zwei Monaten zum ersten Mal geimpft. Bei etwa einem Viertel aller Kinder wird die letzte Impfung mit elf bis 14 Monaten ausgelassen."

Insbesondere die Auffrischung sei aber wichtig, um das immunologische Gedächtnis, das der Körper durch die aufeinanderfolgenden Impfdosen bildet, erneut zu reaktivieren. Nur so ist ein Schutz über mehrere Jahre zu gewährleisten und so sind insbesondere Kindergartenkinder zu schützen. Bei ihnen ist die Ansteckungsgefahr durch viel Körperkontakt besonders hoch - zumal bei 40 bis 
50 Prozent aller Kinder Pneumokokken-Bakterien im Rachenraum angesiedelt sind. "Meist bleibt diese Besiedlung unbemerkt und führt zu keiner Erkrankung. Trotzdem können sich andere Kinder anstecken. Daher sind die Impfungen so wichtig", sagt Dr. Falkenhorst. Die Kosten übernimmt die SBK.