Läusealarm!

Kopfläuse sind lästig, aber harmlos.

Kein Zeichen für fehlende Hygiene

Egal ob gewaschen oder ungewaschen — sie klammern sich an jeden Schopf. Nur Glatzköpfe oder Menschen mit extrem kurzen Haaren von weniger als zwei Zentimetern bleiben verschont. Die Tiere finden dort keinen Halt.

Akrobatik ist nichts für Läuse

Übertriebene Angst vor Ansteckung braucht niemand zu haben. Läuse springen weder, noch können sie fliegen. Sie bleiben meist in der Nähe der Kopfhaut und halten sich bevorzugt hinter den Ohren und im Nacken auf. Diese Stellen sind besonders warm und gut durchblutet. Nur bei engem Kopf-an-Kopf-Kontakt gelingt es den Parasiten, von einem Menschen zum anderen zu krabbeln.

Von Nissen geht keine Gefahr aus

Läuse sind nicht leicht zu entdecken. Sie sind sehr lichtscheu.

Es kann schwierig sein, die Läuse zu entdecken. Die Parasiten sind flink und lichtscheu. Wird das Haar unter einer Lichtquelle untersucht, gehen sie in Deckung. Wer sich sicher ist, dass ein Familienmitglied Läuse hat, sucht den Kopf besser nach Eiern ab. Diese braungrauen Minikugeln kleben knapp über der Kopfhaut am Haarschaft. Oft finden sich im Haar auch weißliche Nissen. Dabei handelt es sich um leere Eihüllen. Von ihnen geht übrigens keine Ansteckungsgefahr aus. Ein spezieller Läusekamm hilft, die Parasiten und ihre Eier aufzuspüren. Beim Durchkämmen der nassen Haare bleiben die Tiere und ihre Brut in den sehr engen Zinken hängen.

Läuse übertragen keine Krankheiten

Anders als Zecken oder Stechmücken übertragen Läuse keine Krankheiten. Rein medizinisch gesehen, geht von ihnen keine größere Gefahr aus. Dennoch sind die knapp drei Millimeter großen Plagegeister sehr unangenehm. Sie gönnen sich etwa alle fünf Stunden eine ausgiebige Blutmahlzeit. Dabei spritzen die Blutsauger Speichel in die Kopfhaut, der dann zum lästigen Juckreiz führt. Die Tiere vermehren sich rasend schnell. Befruchtete Weibchen legen mehrmals am Tag Eier.

Im Laufe ihres rund vierwöchigen Lebens produzieren sie zwischen 90 und 140 Stück. Bereits nach acht bis zehn Tagen schlüpfen aus den Nissen die jungen Larven, die etwa zehn Tage später schon ausgewachsen sind. Durch das oft unbewusste Kratzen entstehen an der Kopfhaut kleine Hautwunden, die sich entzünden und sogar bakteriell infizieren können. Eine solche Infektion kann sich ausbreiten und die Lymphknoten zum Anschwellen bringen. In diesem Fall ist unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Hausmittel helfen nicht

Die Parasiten lassen sich allein durch das Haare waschen mit einem klassischen Shampoo oder Hitzeeinwirkung nicht eliminieren. Auch Essigwasser oder Alkohol fügen ihnen keinen ernsthaften Schaden zu. Die Kombination aus einem erprobten Läusemittel und dem Läusekamm ist die beste Therapie.

Egal ob Shampoo, Lösung oder Spray — wichtig ist, dass das zugelassene Läusemittel streng nach der Gebrauchsanweisung angewendet wird. Eine einmalige Behandlung reicht in der Regel nicht aus. Die Prozedur muss wiederholt werden, damit später geschlüpfte Läuse getötet werden. Zusätzlich das nasse Haar zwei Wochen lang alle vier Tage mit einer handelsüblichen Pflegespülung behandeln und mit einem Läusekamm auskämmen. Dabei nimmt sich der Betroffene Strähne für Strähne einzeln vor. Nach jedem Durchkämmen den Kamm an einem Küchenpapier abstreifen.

Meist ist kein Attest notwendig

Wird bei einem Kind ein Lausbefall festgestellt, sind Maßnahmen zu ergreifen, die eine Weiterverbreitung mit hoher Sicherheit ausschließen. Vorher darf der Nachwuchs nicht in Kita, Schule oder Hort. Es reicht allerdings die Erstanwendung eines anerkannten Kopflauspräparats. Ein ärztliches Attest brauchen Eltern in der Regel nicht. Lediglich bei wiederholtem Kopflausbefall in sehr kurzer Zeit kann die zuständige Behörde ein Attest fordern.

Es gibt kein Mittel, das vorab schützt

Es ist nicht möglich, sich mit Anti-Läuse-Präparaten vor den Krabbeltieren zu schützen. Sie sind nur dann anzuwenden, wenn wirklich ein Befall vorliegt. Der wirksamste Schutz ist eine regelmäßige Kontrolle von Kopfhaut und Haaren. Auf diese Weise werden die Plagegeister zumindest frühzeitig entdeckt. Wenn ein Kind Läuse hat, am besten direkt die besten Freunde des Kindes und die Leitung der Schule oder Kindertageseinrichtung informieren. Scham oder Schuldgefühle sind unangebracht und begünstigen nur die Ausbreitung!

Keine Grundreinigung nötig

Eine Übertragung über Gegenstände ist zwar theoretisch möglich, jedoch unwahrscheinlich. Läuse bleiben bei der Nahrungsquelle. Ohne Blut überleben sie meist nicht länger als zwei Tage.

Bürsten und Kämme sind allerdings zu reinigen – am besten in kochend heißer Seifenlösung. Ebenso sinnvoll ist es, Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche zu wechseln. Wer auf Nummer sicher gehen will, verschließt Schmusetier oder Kuscheldecke, auf die vielleicht ein Blutsauger gelangt ist, für drei Tage in einen Plastikbeutel – das überlebt keine Laus!