Tipps für Kinderschuhe

Was Eltern beim Kinderschuhe kaufen beachten sollten

Zu kleine Schuhe können gesundheitliche Folgen nach sich ziehen – von kurzzeitigen Schmerzen wie Blasen oder Rötungen bis hin zu Spätfolgen wie einer veränderten Zehenstellung, Entzündungen oder einer schwachen Fußmuskulatur. Obwohl diese negativen Folgen bekannt sind belegen Studien, dass fast 70 Prozent der deutschen Kinder zu kleine Schuhe tragen. Viele Eltern bekommen schlichtweg nicht mit, wie schnell die kleinen Füße wachsen; immerhin durchschnittlich einen Millimeter pro Monat. Erschwerend kommt hinzu: Der Nachwuchs meldet sich nicht, wenn die Schuhe drücken. Dafür sind Nervensystem und Urteilsvermögen vor allem bei Klein- und Vorschulkindern noch nicht ausreichend entwickelt. Die Bundesärztekammer empfiehlt Eltern deshalb, bei Kindern zwischen drei und sieben Jahren alle vier Monate zu prüfen, ob die Schuhe noch passen.

Bei gebrauchten Kinderschuhen genau hinschauen

Schuhe sind ein enormer Kostenfaktor. Eltern stellen sich deshalb immer wieder die Frage, ob sie gebrauchte Schuhe kaufen oder auch die von älteren Geschwisterkindern an die Kleinen weiterreichen können. Experten sind sich bei diesem Thema uneins. Hardliner raten rigoros von gebrauchten Schuhen ab. Die Schuhe würden sich schon nach kürzester Einlaufzeit dem Fuß des Trägers anpassen und seien dann für spätere Träger ungeeignet, argumentieren sie. Ihr Rat: Weniger Schuhe kaufen, allerdings immer neue Exemplare.

Die meisten Fußspezialisten lehnen die Schuhweitergabe weniger kategorisch ab. Sie raten Eltern vielmehr genau hinzuschauen. Wenn die Kinderschuhe keine Verformungen haben und auch die Sohle nur sehr wenig abgerieben ist, dann spricht nichts dagegen, diesen Schuh weiterzugeben oder zu kaufen.

Auf die richtige Größe kommt es an

Sind teure Schuhe grundsätzlich besser? Auch eine Frage, die sich viele Eltern im Geschäft stellen. Aber so einfach ist es nicht. Entscheidend ist vielmehr die richtige Größe. Schuhe sollen weder zu klein, noch zu groß sein. Zu große Exemplare können scheuern und zu Druckstellen führen oder es gibt Verletzungen, weil der Nachwuchs nicht genügend Halt hat. Schuhe sind perfekt, wenn sie mindestens 10 bzw. im Idealfall 12 Millimeter länger als die Füße der Kinder sind. Eltern können vor dem Schuhkauf selbst eine Schablone zum Schuhtesten anfertigen. Der Nachwuchs muss sich hierfür barfuß und gerade auf ein Stück Pappe stellen. Zeichnen Sie nun den Umriss der Füße nach. Verlängern Sie am längsten Zeh – das muss nicht zwingend der große Zeh sein! – den Umriss um 12 Millimeter. Schneiden Sie die Schablone aus. Passt sie problemlos ohne Quetschen und Drehen in den Schuh, dann ist das Modell geeignet.

Wichtig: Vergessen Sie den klassischen Test mit dem Nachfühlen des großen Zehs. Kinder schummeln hierbei durchaus mal, wenn der Schuh ihnen besonders gut gefällt.

5 weitere Tipps für den Kauf von Kinderschuhen

  1. Vorne sollten Schuhe biegsam und weich genug sein, so dass gutes Abrollen gewährleistet ist. Hinten muss die Ferse genug Halt geboten bekommen, so dass bei schnellen Bewegungen und seitlichem Drehen keine Unfälle passieren.
  2. Zehen brauchen Platz – wählen Sie deshalb lieber eckige als spitze Schuhe für Ihren Nachwuchs.
  3. Schuhe sollen vor Nässe schützen und möglichst keine Hitze stauen. Leder ist für diese Eigenschaften durchaus gut geeignet, weil es atmungsaktiv ist. Aber auch andere Materialien taugen. Achten Sie darauf, dass das Obermaterial luftdurchlässig ist.
  4. Wählen Sie leichte Kinderschuhe. Schwere Schuhe belasten unnötig Wirbelsäule und Gelenke.
  5. Schuhkauf ist für viele Kinder eine Strapaze. Am besten sorgen Eltern vorab dafür, dass der Nachwuchs ausgeschlafen ist und vorab etwas gegessen hat. Dann fällt es leichter.

Auf die Fußgesundheit bei Kindern achten

Entscheidend für eine gute Entwicklung Ihres Kindes ist nicht alleine die richtige Schuhwahl. Zusätzlich sind diese Kriterien besonders wichtig: Bewegungsfreiheit, Bodenkontakt und viele Reize. Lassen Sie deshalb Ihren Nachwuchs regelmäßig Barfußlaufen. Vor allem im Kleinkindalter gilt: Wer laufen lernt, braucht keine Schuhe. Gesunde Kinderfüße brauchen auch keine Polster oder Fußbetten. Eine Einlagenversorgung sollte immer in Abstimmung mit Experten erfolgen.

SBK-Leistung zum Thema:

Fuß- und Beinstellung, regelmäßiges Stolpern über den großen Zeh – es gibt viele Punkte in der Entwicklung des Nachwuchses, die Eltern unsicher machen. SBK-Versicherte können auf einen exklusiven Service zurückgreifen: die kinderphysiotherapeutische Beratung. Die Beratung eignet sich für alle Kinder von 0 bis 16 Jahren. Im Rahmen von zwei bis drei Beratungsterminen begutachtet ein spezialisierter Kinderphysiotherapeut den körperlichen Entwicklungsstand des Kindes und gibt anschließend Empfehlungen.