Wir sind dann mal weg ...

Immer mehr Eltern nutzen die Elternzeit für eine lange Reise mit dem Nachwuchs. Doch es gibt einiges zu beachten, damit der Trip für alle gelingt.

Die Reisepläne über Bord werfen, wenn Nachwuchs ansteht? Das scheint für viele nicht mehr zeitgemäß. Immer mehr frisch gebackene Eltern nutzen die Elternzeit für einen langen Urlaub mit dem Baby. Wenn sie bei ihrer Reise ein paar Punkte beachten, steht einer Entdeckungstour für alle nichts entgegen.

Baby on tour – was Sie beachten sollten

  • Muten Sie sich und Ihrem Baby nicht zu viel zu. Manchmal kann eine kurze Reise durch Europa mehr Positives zu Tage bringen als eine Mammuttour in die Ferne. Doch Eltern und Babys sind sehr unterschiedlich – erfahrene Backpacker, werden anderes für sich und den Nachwuchs zumutbar finden als Pauschaltouristen, die bislang nur 14-Tages-Trips gebucht haben. Verlassen Sie sich bei diesem Thema auf Ihr Bauchgefühl.   
  • Informieren Sie sich ganz genau über Ihr Reiseziel. Wer mit Babys oder Kleinkindern unterwegs ist, muss insbesondere die Punkte Sicherheit, Hygiene, medizinische Versorgung und Klima im Blick haben. Meiden Sie möglichst Länder mit hohem Risikofaktor für Infektionskrankheiten wie etwa Malaria und Denguefieber.
  • Sprechen Sie Ihre Reisepläne frühzeitig mit dem Kinderarzt durch und lassen Sie sich beraten.
  • Für Auslandsreisen mit kleinen Kindern ist eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung unbedingt zu empfehlen. Schließlich bleibt im Ernstfall meist keine Zeit, sich vorher zu erkundigen, welcher Arzt ein Kassenarzt ist, die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) akzeptiert, und, und, und. Mit der Auslandskrankenversicherung ist Ihr Nachwuchs in jedem Fall gut abgesichert. 

Gute Reiseziele für Babys

Eine lange Anreise, extreme Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit oder eine schlechte medizinische Versorgung im Zielland – das alles können gute Gründe gegen ein Reiseziel sein. Warum nicht also mal das eigene Land oder europäische Nachbarländer entdecken? Nord- und Ostsee eigenen sich hier genauso wie etwa Italien, Griechenland oder Österreich. Ein Plus in Österreich: Spezielle Familienhotels bieten sogar zusätzlichen Service wie Babysitter oder Babyphone auf den Zimmern an.
 
Ferne Länder wie Neuseeland, Thailand oder Bali können ebenfalls während der Elternzeit attraktiv sein. Wichtig: Informieren Sie sich vorab genau über das Reiseland. Eine erste Anlaufstelle können Blogs von Eltern sein, die mit Ihrem Nachwuchs häufig auf Tour sind. Auf solchen Blogs finden Sie zudem nützliche Tipps. Hätten Sie zum Beispiel an die Babyschale gedacht? Mit ihr im Gepäck sind Sie bei Autofahrten im Ausland flexibler und Ihr Baby kann darin bei kurzen Strecken schlafen. Bei längeren Flügen kann die Schale ebenfalls als Bettchen dienen.
 
Übrigens: Reisen mit einem Wohnmobil kann eine gute Sache sein, um viel zu entdecken und vor allem etwas älteren Kinder einen bekannten Ort in der Fremde zu bieten.  

Der Weg ist das Ziel – nehmen Sie Rücksicht auf Ihr Baby

Nehmen Sie auf Reisen Rücksicht auf Ihr Baby. Klingt selbstverständlich. Ist es aber oft nicht, wenn man sich vorab einen starren Zeit- und Reiseplan gesetzt hat. Versuchen Sie flexibel zu bleiben – auch was Buchungen und Ziele angeht. Denn: Schreit Ihr Kind einmal die ganze Nacht durch, dann ist es doch gut, wenn Sie spontan entscheiden können, noch ein paar Tage länger im Hotel zu bleiben und sich auszuruhen. Das kommt auch Ihrem Nachwuchs zugute.
 
Zudem entspannt Komfort. Couchsurfing, Bus- und Bahntouren – sicherlich alles toll, um Land und Leute kennenzulernen. Aber mit Baby an Bord ist es vielfach bequemer im Hotel zu schlafen, ohne Rücksicht auf Fremde oder Freunde. Gleiches gilt fürs Fortkommen: Mit einem Mietwagen können Sie jederzeit selbst entscheiden, wann es weitergeht. 

Reisen in der Elternzeit – ist das erlaubt?

Tatsächlich setzt Ihr Bauchgefühl die Grenze, welche Reise Sie mit Ihrem Nachwuchs machen wollen. Der Anspruch auf das Elterngeld ist nämlich nicht an einen ständigen Wohnsitz in Deutschland gebunden. Heißt im Klartext: Eltern müssen lediglich weiterhin in Deutschland gemeldet sein. Dafür ist eine Wohnung notwendig (eine, die strenggenommen prinzipiell jederzeit nutzbar ist). Zudem muss sichergestellt sein, dass Post von Behörden zugestellt werden kann. Auch legt das deutsche Meldegesetz fest, dass man sich an seinem Wohnsitz mindestens sechs Monate im Jahr aufhält.

Weitere Informationen

Ob kurzer oder langer Trip – nutzen Sie die exklusive SBK-Auslandsberatung, wenn Sie Fragen haben. Weitere praktische Tipps finden Sie zudem in unserem Artikel Reisen mit Kleinkind; Details zur  Elternzeit auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Und wenn Sie sich inspirieren lassen wollen, dann werfen Sie doch mal einen Blick in den Blog von Architektin Julia Malchow.