Grippe oder grippaler Infekt?

Harmlose Erkältung oder ernste Grippe – das sind die Unterschiede. Mit Tipps zu Impfung und Behandlung

Mann putzt sich die Nase

Die Jacken werden dicker und die Nasen röter. Es herrscht Erkältungsgefahr! Mit einem leichten Kratzen im Hals schleicht sich der Infekt an und bald werden daraus echte Halsschmerzen. Husten und Schnupfen folgen und begleiten uns bis zu zwei Wochen. Das ist lästig – aber auch gefährlich? Wenn der Arzt von einem grippalen Infekt spricht, ist damit keine echte Virusgrippe, also Influenza, gemeint. Diese kann nämlich schnell gefährlich werden. Deshalb schildern Sie dem Arzt möglichst genau Ihre Symptome.

Symptome

Die klassische Virusgrippe kommt wie aus heiterem Himmel, sie tritt vor allem im Winter auf. Patienten leiden plötzlich unter schweren Symptomen wie hohem Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Das Fieber steigt schnell an. Der ganze Körper ist in Mitleidenschaft gezogen, man fühlt sich angeschlagen. Bei grippalen Infekten sind meist vor allem Nase, Nebenhöhlen und Hals betroffen und es dauert länger, bis sich die Symptome ausbilden. Sie sind auch schwächer. Wichtig für die Frage „Gefährlich oder nicht?“ ist auch die Beschaffenheit des ausgehusteten Schleims: Ist er gelblich-grün, setzt später noch Fieber ein und das Befinden des Patienten verschlechtert sich weiter, dann können das Zeichen für eine Lungenentzündung sein.

Erkrankungsdauer

Eine Erkältung erwischt uns üblicherweise etwa zwei- bis viermal im Jahr, sie bessert sich meist schon nach ein paar Tagen und bleibt ohne Nachwirkungen. Eine Grippe hingegen dauert üblicherweise mehrere Wochen.

Behandlung

Ob Erkältung oder Grippe: Wichtig ist, sich auszukurieren. Wie Sie Symptome lindern können, lesen Sie unter „Tipps, wenn es Sie erwischt hat“. Bei Grippe kann bei Risikopersonen wie zum Beispiel älteren Menschen zudem eine frühzeitige Therapie mit antiviralen Medikamenten erwogen werden.

Verursacher

Die Grippe und neunzig Prozent aller Erkältungskrankheiten werden durch Viren ausgelöst. Es gibt aber auch bakterielle Atemwegsinfekte, die beispielsweise zu einer Lungenentzündung führen können. Ebenso kann sich ein Grippeerkrankter zusätzlich eine bakterielle Lungenentzündung einfangen. Das ist gefährlich, weil der Körper ohnehin schon durch die Grippe geschwächt ist. Sind bei einem Infekt Bakterien die Verursacher, können Antibiotika helfen. Gegen Virusinfektionen wie Influenza wirken sie dagegen nicht. Der Einsatz von Antibiotika kann also manchmal ratsam sein, vorschnell sollten Antibiotika aber nicht eingenommen werden. Fragen Sie am besten Ihren Arzt, warum er das Mittel verordnet.

Mit Impfung vorbeugen

Menschen über sechzig Jahre und chronisch Kranke sollten sich gegen Grippe impfen lassen, vor allem Diabetiker, Asthmatiker, COPD-Patienten, Rheumatiker sowie Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber auch medizinisches Personal und Schwangere – das empfehlen die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO). Wichtig: Die Grippeimpfung muss jährlich erneuert werden. Denn mit jeder neuen Saison sind andere Viren im Umlauf. Im Impfstoff der aktuellen Saison enthalten ist auch ein Wirkstoff gegen die Schweinegrippe (H1N1). Die SBK steht hinter den STIKO-Empfehlungen, sie bietet die kostenlose Grippeimpfung aber darüber hinaus auch allen SBK-Mitgliedern an, die nicht zur Risikogruppe gehören.

Nützlich: der Impfpass

Unser Rat: Nehmen Sie Ihren Impfpass beim nächsten Arzttermin mit! Neben der Influenzaimpfung können Sie den Impfstatus prüfen lassen. Ihr Hausarzt oder die Mitarbeiter des SBK-Gesundheitstelefons beraten Sie dazu, welche Impfungen empfohlen werden und welche Impfstoffe infrage kommen.

Tipps, wenn es Sie erwischt hat

  1. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie Grippesymptome haben, sich schlecht fühlen oder bereits andere chronische Erkrankungen haben, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt.
  2. Gönnen Sie sich Ruhe, bis alles ausgestanden ist.
  3. Gegen Fieber: Kühle Wadenwickel schaffen Linderung. Diese aber nur anwenden, wenn die Beine warm sind und keine Kreislaufprobleme oder Schüttelfrost bestehen. Tabletten mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen senken das Fieber, lindern Kopf- und Gelenkschmerzen.
  4. Bei Husten: Viel Wasser trinken löst und verflüssigt den Schleim. Wer schwitzt und hohes Fieber hat, sollte circa zwei Liter Wasser im Tagesverlauf trinken. Das gleicht den Flüssigkeitshaushalt des Körpers aus. Bei Herz- oder Niereninsuffizienz zunächst den Arzt fragen. Wohltuend sind schleimlösende Bronchialtees mit Ingwer, Holunder und Thymian.
  5. Bei verstopfter Nase: Mehrmals am Tag warmes Salzwasser inhalieren, um die Schleimhäute zu befeuchten. In schweren Fällen abschwellende Nasentropfen nehmen, aber nicht länger als zwei bis drei Tage bis maximal eine Woche. Denn bei zu langer Nutzung gewöhnt sich die Nase daran und schwillt ohne Einsatz des Sprays nicht mehr ab.
  6. Gegen einen kratzenden, schmerzenden Hals: Lutschpastillen mit Salbei oder Isländisch Moos lindern. Wenn der Hals stark schmerzt, helfen lokal betäubende Präparate mit Lidocain oder Benzocain.
  7. Heiserkeit: Möglichst wenig sprechen. Inhalationen oder Gurgeln mit Salbeitee oder Salzlösungen sind gut für die Stimmlippen.
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