Organspende

Informieren Sie sich über das Thema Organspende und treffen Sie eine bewusste Entscheidung.

Aktuelle Umfrage zum Thema Organspende und Transplantation

Nach wie vor besteht in Deutschland eine große Lücke zwischen der Anzahl der auf eine Transplantation wartenden Patienten und der Verfügbarkeit geeigneter Organe. Dieser Mangel an hat zur Folge, dass jedes Jahr mehr als 1.000 Patienten sterben, die auf der Warteliste für eine Transplantation stehen. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung über die Organspende zu informieren.

Um dies bestmöglich tun zu können, führt das „Essener Bündnis für Organspende“ daher in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dem Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und der Zeitschrift Informer eine Umfrage zum Thema „Organspende und Transplantation“ durch.

Die Umfrage finden Sie hier.


Quelle: www.statistik-in-der-medizin.de/umfrage-organspende.htm

Informationen zur Organspende

Im Durchschnitt schenkt ein Organspender drei Schwerkranken die Chance auf ein neues Leben. In manchen Fällen können bis zu sieben Menschen durch die entsprechende Spende überleben. Doch viele Schwerkranke warten vergeblich auf ein Spenderorgan. Auch aufgrund der Transplantationsskandale der letzten Jahre, ist es besonders wichtig, sich nicht verunsichern zu lassen und sich zu informieren, um eine klare Entscheidung treffen zu können.

Die rechtliche Grundlage: das Transplantationsgesetz

Die Spende von Organen ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Im Transplantationsgesetz ist festgelegt, unter welchen Voraussetzungen Transplantate entnommen werden dürfen. Ein Transplantat kann aus Zellen, Geweben oder ganzen Organen bestehen. Außer bei der Spende einer Niere, die auch von lebenden Personen gespendet werden kann, stammen die Organe von toten Spendern. Dabei ist eine der Voraussetzungen der unumkehrbare Hirntod des Menschen, dem Organe entnommen werden sollen. Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer ist der Hirntod durch zwei Ärzte unabhängig voneinander festzustellen und durch eine Untersuchung nach einer festgelegten Frist erneut übereinstimmend nachzuweisen. Erst dann gilt der Mensch als tot, und ihm können Organe entnommen werden.

Manche Menschen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand können mit Hilfe der heute verfügbaren intensivmedizinischen Maßnahmen wiederbelebt werden und wieder genesen. Falls nötig kann eine künstliche Beatmung auch über längere Zeit erfolgen. Doch wenn das Gehirn nur für wenige Minuten ohne Blut- und Sauerstoffversorgung bleibt, können die Hirnfunktionen unwiederbringlich verloren sein. Trotz künstlicher Beatmung und aufrechterhaltener Herztätigkeit ist das Gehirn dann von der Durchblutung abgekoppelt. Seine Zellen zerfallen, auch wenn der übrige Körper noch künstlich durchblutet wird.


Diesen endgültigen, nicht behebbaren Ausfall der Gesamtfunktion des Groß- und Kleinhirns sowie des Hirnstamms bezeichnet man als Hirntod, präziser als Gesamthirntod. Er ist nach weltweit anerkanntem naturwissenschaftlich-medizinischem Erkenntnisstand ein sicheres Todeszeichen des Menschen. Denn mit dem Ausfall der Gesamtfunktion des Gehirns ist die leiblich-seelische/körperlich-geistige/physisch-metaphysische Einheit unwiederbringlich beendet, die jeder Mensch darstellt.

Da in den meisten Sterbefällen der Herzstillstand vor dem so genannten Hirntod eintritt, kommen nur wenige Verstorbene als mögliche Organspenderinnen und -spender in Betracht. In deutschen Krankenhäusern sterben jährlich rund 400.000 Menschen. Lediglich bei ungefähr einem Prozent der Verstorbenen tritt der Hirntod vor dem Herzstillstand ein.

Zu einem Hirntod vor dem Eintreten eines Herzstillstandes können auch andere Ursachen führen, wie beispielsweise eine Hirnblutung, ein Schädelhirn-Trauma oder ein Hirntumor.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, den Unterschied zwischen einem „tiefen Koma“ und dem Hirntod zu verstehen. Als „tiefes Koma“ bezeichnet man einen Zustand von Bewusstlosigkeit, aus dem der oder die Betroffene nicht erweckbar ist und äußere Reize allenfalls mit automatischen Reaktionen (Reflexen) beantwortet. Ein Wiedererwachen aus dem Koma ist möglich. Die Hirnfunktionen sind dabei teilweise erhalten und nachweisbar. Der Hirntod hingegen ist der komplette und unumkehrbare Ausfall aller Funktionen des Gehirns. Der Hirntod ist trotz aller Behandlungsmaßnahmen ein unabänderlicher Zustand.

Quelle: www.organspende-info.de/organ-und-gewebespende/verlauf/voraussetzungen

In Deutschland muss man einer Organtransplantation ausdrücklich zustimmen. Diese Zustimmung kann im Organspendeausweis festgehalten werden. Aber auch wenn ein Ausweis vorliegt, haben die Angehörigen das letzte Wort. Gerade deshalb ist es wichtig, sich mit seinen Angehörigen zu Lebzeiten über dieses Thema auszutauschen, da diese im Zweifelsfall nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden müssen. Es kann also ein weiteres Argument für den Organspendeausweis sein, dass man seine Angehörigen in solch einer schweren Situation nicht mit einer derart schwierigen Entscheidung belasten will.

Die Angst, dass der Körper nach der Organentnahme nicht würdevoll behandelt wird, ist unbegründet. Nach der Entnahme wird der Leichnam in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben. Die Angehörigen können in jeder gewünschten Weise Abschied vom verstorbenen Menschen nehmen.

Organspendeausweis

Im Organspendeausweis wird dokumentiert, ob ein Mensch der Entnahme von Organen im Falle seines Todes zustimmt oder dies ablehnt. Es findet keine Registrierung dieser Entscheidung statt, sodass die Zustimmung durch das Vernichten des Ausweises widerrufen werden kann. Der Organspendeausweis ist so gestaltet, dass verschiedene Optionen möglich sind. Es können beispielsweise bestimmte Organe von der Spende ausgeschlossen werden.

Hier können Sie den Organspendeausweis als beschreibbares PDF herunterladen:

Organspendeausweis (PDF, 62 KB)

Nach den Manipulationen an den Wartelisten von mehreren Mediziniern im Jahr 2012, wurde unter anderem das Transplantationsgesetz reformiert. Die Transplantationszentren werden strenger kontrolliert und intensive Kontrollen sorgen für Transparenz. Inzwischen entscheiden mindestens drei Ärzte über die Aufnahme auf der Warteliste und nicht mehr nur einer. Zusätzlich wurde eine unabhängige Vertrauensstelle zur Meldung von Auffälligkeiten und Verstößen gegen das Transplantationsrecht eingerichtet.

Eine wichtige Entscheidung

Selbstverständlich steht jedem das Recht zu, sich für oder gegen eine Organspende auszusprechen. Die Angabe im Organspendeausweis ist vollkommen freiwillig. Dennoch sollte man berücksichtigen, dass dieses Thema jeden betreffen kann. Jede Minute kann sich unser Leben ändern. Jeder Mensch kann schwerwiegend erkranken oder einen plötzlichen Unfall erleiden, der ihn in die Situation bringt, selbst auf eine Spende angewiesen zu sein. Die Wahrscheinlichkeit, selbst einmal auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein, ist übrigens weit höher, als selbst einmal als Spender in Frage zu kommen.

Weitere Informationen zum Thema Organspende

Nutzen Sie bitte aktiv die zahlreichen Angebote, sich weiter zu informieren.

Internet:

  • Informationen zum Thema auf den Organspende-Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit
  • Website zum Thema Organspende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.organspende-info.de
  • Auf der Website der Initiative der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) finden Sie Berichte von Empfängern und Spendern, ausführliche Informationen über die Organspende und viele Fragen und Antworten: www.fuers-leben.de
  • Über die Arbeit der Deutschen Stiftung Organtransplantation selbst können Sie sich unter folgendem Link informieren: www.dso.de

 
Infotelefon Organspende:


Das Infotelefon Organspende ist ein kostenloser Service der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Es steht Ihnen montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 16 Uhr zur Verfügung:

Tel.: 0800 90 40 400 (gebührenfrei)
E-Mail: infotelefon@dso.de