Pflege – die SBK begleitet Sie

Unser Serviceangebot: Hospiz- und Palliativberatung.

Abschied nehmen ist für Betroffene und ihre Angehörigen gleichermaßen schwer. Doch neben der Trauer gibt es meist viele Fragen. Die SBK steht als kompetenter und unterstützender Partner zur Seite, damit Menschen ihr Lebensende nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen gestalten können.

Katharina Bernlochner kommt ursprünglich aus dem Intensivpflege-Bereich und verantwortet von der Münchner Zentrale aus die Hospiz- und Palliativberatung der SBK. Im Interview spricht sie darüber, wie die SBK Betroffenen und Angehörigen zur Seite steht.

Katharina Bernlochner, Expertin Hospiz- und Palliativberatung

Frau Bernlochner, die SBK hat seit Februar 2015 eine Hospiz- und Palliativberatung. Was bietet dieser Service?

Unser Beratungsangebot wurde für Menschen mit schweren Erkrankungen in der letzten Lebensphase sowie deren Angehörige geschaffen. Unsere Fachberater Pflege geben Rat, Hilfestellungen und Expertenwissen weiter und vermitteln an die individuelle Situation angepasste Hilfe- und Betreuungsangebote.

Welche Angebote stecken konkret hinter diesem Service?

Viele – ganz nach dem individuellen Bedarf. Wir klären Betroffene beispielsweise über Vorsorgevollmachten, Betreuungs- und Patientenverfügungen auf. Unsere Fachberater suchen geeignete Ärzte, Hospize, Palliativstationen oder Palliativpflegedienste und helfen dabei, die richtigen Hilfsmittel oder Leistungen der häuslichen Krankenpflege zur Verfügung zu stellen. Sie vermitteln psychologische Unterstützung für Patienten und Angehörige, Informationen zu Palliativnetzwerken, Selbsthilfestellen, seelsorgerischer Begleitung und gerontopsychiatrischen Diensten.

Sie sagten, dass auch pflegende Angehörige Unterstützung bekommen?

Ja, mit unserem SBK-Angebot wollen wir Angehörigen Entlastungsmöglichkeiten aufzeigen. Dazu gehören Informationen zur Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, praxisnahe Angebote wie beispielsweise Pflegekurse, Rückenschulen oder die psychologische Beratung innerhalb der SBK. Für Angehörige ist zudem unsere Ernährungsberatung interessant. Für Pflegende tun sich viele Fragen auf: Was tun, wenn der Zupflegende nicht mehr essen will? Sind Wechselwirkungen mit Medikamenten und Lebensmitteln zu beachten und, und, und.

Wem bietet die SBK die Hospiz- und Palliativberatung?

Die Hospiz- und Palliativberatung der SBK berät auch pflegende Angehörige.

Das Angebot ist speziell für Betroffene entwickelt, die an einer schweren Krankheit leiden und sich sozusagen in der letzten Lebensphase befinden.

Können sich SBK-Kunden aktiv diesen Service wünschen?

Ja, der SBK-Kundenberater ist dafür erste Anlaufstelle. Er sorgt dafür, dass der SBK-Versicherte kurze Zeit später einen Rückruf durch den Fachberater Pflege erhält. Der Fachberater verschafft sich in einem Erstgespräch einen Überblick über die Situation. Falls sich ein Angehöriger beraten lassen möchte, ist es wichtig, dass es eine Einverständniserklärung seitens des Patienten gibt und dieser der Hospiz- und Palliativberatung zugestimmt hat.

Welches Ziel verfolgt die SBK mit diesem Service?

Viele Betroffene wünschen sich, im eigenen Zuhause zu sterben. Das ist leider nicht immer möglich, denn häufig fehlt die ambulante Versorgung. Betroffene müssen dann stationär behandelt werden. Wir beraten Versicherte und unterstützen sie dabei, eine stabile Versorgung in den eigenen vier Wänden zu organisieren. Dadurch können sie ihr Lebensende nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Die SBK möchte in dieser schwierigen Lebensphase weiterhin ein kompetenter und unterstützender Partner sein.

Sind die SBK-Mitglieder für diesen Service besonders geschult worden?

Ja. Unsere Experten kommen größtenteils aus dem Pflegebereich. Zusätzlich zu ihrem medizinisch-pflegerischen Wissen sind sie geschult in Gesprächsführungstechniken sowie den sozialversicherungsrechtlichen Abläufen einer Krankenkasse. Außerdem verfügen sie über eine Ausbildung zum zertifizierten Pflegeberater.

Welche Erfahrungen haben Sie seit Februar 2015 gemacht?

Die Hospiz- und Palliativberatung wird sehr gut angenommen. Eine große Herausforderung bleibt jedoch, bei diesem äußerst sensiblen Thema den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch zu erwischen.

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung – das klingt immer weit weg. Was sagen Sie hierzu?

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind beides wichtige Möglichkeiten, die eigenen Belange in vertrauensvolle Hände zu geben. Die SBK steht in diesen Fällen beratend zur Seite und gibt Tipps. Da niemand weiß, wann er diese Dokumente braucht, ist es auch für Junge und Junggebliebene sinnvoll, beizeiten darüber nachzudenken. Sie sollten aber nur eine Person bevollmächtigen, der Sie uneingeschränkt vertrauen und von der Sie überzeugt sind, dass sie nur in Ihrem Sinne handeln wird.

Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung?

Mit der Vorsorgevollmacht kann man einer oder mehreren Personen des Vertrauens die Wahrnehmung einzelner oder aller Angelegenheiten übertragen. Sie ermöglicht so ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Eine Vorsorgevollmacht lässt sich für die Bereiche Vermögenssorge, Pflegebedürftigkeit und Gesundheitssorge,  Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten sowie Post- und Fernmeldeverkehr ausstellen.

In einer Patientenverfügung kann der volljährige und einwilligungsfähige Betroffene schriftlich festlegen, welche medizinischen Maßnahmen im Fall einer Entscheidungsunfähigkeit gewünscht oder nicht gewünscht sind. Der behandelnde Arzt muss dann prüfen, ob diese Festlegung auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutrifft. Ist dies der Fall, so ist die Patientenverfügung verbindlich anzuwenden.

Beides sind wichtige Möglichkeiten, die eigenen Belange in vertrauensvolle Hände zu geben. Die SBK steht in diesen Fällen beratend zur Seite und gibt individuelle Tipps. Da niemand weiß, wann er diese Dokumente braucht, ist es auch für junge Menschen sinnvoll, beizeiten darüber nachzudenken.

Haben Sie noch Fragen rund um das Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung? Dann nutzen Sie unsere FAQs zu diesen Themen.

FAQ Patientenverfügung

FAQ Vorsorgevollmacht