5 wichtige Fakten und Tipps zur Pollenallergie

Heuschnupfen ist nicht immer sofort zu erkennen. Alles zu Symptomen und wie Sie sich gegen die Allergie zur Wehr setzen können.

Ach, Frühlingszeit: Jetzt fliegen sie wieder, die Pollen. Etwa 16 Prozent der Deutschen leiden an einer Pollenallergie. Und die Zahl wird wachsen: Bis zum Jahr 2025 könnte jeder zweite Europäer mit Heuschnupfen zu kämpfen haben, sagt die European Academy of Allergy & Clinical Immunology. Verantwortlich dafür sind unter anderem auch allergieauslösende Pflanzen, die aus anderen Teilen der Erde eingeführt wurden, wie zum Beispiel Ambrosia. Auch die wachsende Feinstaub-Belastung, vor allem in den Städten, führt zu einer Zunahme der Allergieempfindlichkeit der Bevölkerung.

1. Heuschnupfen: So deuten Sie die Symptome richtig

Heuschnupfen-Symptome sind nicht immer leicht von einer Erkältung zu unterscheiden. In beiden Fällen treten Beschwerden auf wie Schnupfen, leichtes Kratzen im Hals, Husten, gerötete und tränende Augen sowie Abgeschlagenheit. Das Unterscheidungsmerkmal ist ihre Dauer: Gehen die Beschwerden auch nach Wochen nicht zurück und treten sie jedes Jahr wieder zur gleichen Zeit auf, dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Allergie.

2. Etagenwechsel: Die Allergie kann zum Asthma werden

Wenn die Symptome auf eine Allergie deuten, ist es empfehlenswert den Arzt aufzusuchen. Nicht einfach mit frei verkäuflichen Medikamenten die Symptome bekämpfen. Denn ein unbehandelter oder falsch behandelter Heuschnupfen kann „die Etage wechseln“ und zum allergischen Asthma werden. Nach Schätzungen passiert das bei bis zu 40 Prozent der Allergiepatienten. Leider sind Praxen von Allergologen dünn gesät, aber mit Hilfe der SBK Arzt- und Kliniksuche finden Sie einen Experten in Ihrer Nähe.

3. Diagnose Allergie: Die Desensibilisierung

Wenn sich beim Test herausstellt, dass Sie eine Allergie haben, gibt es eventuell die Möglichkeit einer Desensibilisierung. Das heißt, Ihnen wird über mehrere Wochen oder Monate hinweg in kleinen Mengen „Ihr“ Allergen zugeführt. Auf diese Weise gewöhnt sich der Körper daran. Der Effekt: Allergiker haben weniger Beschwerden, brauchen weniger Medikamente. Desensibilisierung geht mit Spritzen, Tropfen oder – bei Gräserpollenallergie – auch mit Tabletten.

4. Antihistaminika: Symptome der Allergie lindern

Wenn die Pollen fliegen, ist die Not groß und Linderung zum Glück nicht weit. Antihistaminika in Tablettenform wurden weiterentwickelt. Sie machen heute kaum noch müde. Bei laufenden Nasen helfen Nasensprays, bei brennenden und tränenden Augen Augentropfen, einige dieser Präparate enthalten auch Kortison. Diese Hilfsmittel werden nur ‚örtlich’ angewendet, gelangen also nicht in den Verdauungstrakt. Dabei sind sie so niedrig dosiert, dass die Einnahme nach Ansicht der Ärzte und Forscher unbedenklich ist. Aber die Medikamente unterdrücken nur die Symptome.

5. Pollen-Radar: Wann fliegt welches Allergen

Besser als Tabletten und Sprays: den Kontakt zu Allergieauslösern so gering wie möglich halten. Dazu gibt es einige Möglichkeiten. Erst einmal sollte man wissen, was wann fliegt: Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht eine Landkarte mit Übersicht über den Flug der häufigsten Pollen-Allergene.

Tipps für den Pollenschutz unterwegs

  • Während der Saison nicht zu lange im Freien aufhalten. Daher Sport auch besser in der Zeit der Pollenallergie in Sporthallen, im Fitnessstudio oder zu Hause treiben.
  • Kurz nach einem Regenschauer rausgehen und durchatmen, denn dann ist die Luft pollenfrei!
  • Sich von stark befahrenen Straßen fernhalten: Mit Abgasen verunreinigte Pollen wirken noch aggressiver.
  • Fenster schließen beim Autofahren und eventuell einen Pollenfilter in die Lüftungsanlage einbauen.

Tipps für den Pollenschutz Zuhause

  • Teppiche sind Pollenfänger. Deshalb sind die besten Fußböden für Allergiker Parkett, Laminat, Fliesen oder Naturstein.
  • Regelmäßig das Gesicht waschen und eine Nasendusche verwenden.
  • Vor dem Schlafengehen die Haare waschen, um Pollen zu entfernen.
  • Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und häufiger die Bettwäsche wechseln.
  • Die Fenster tagsüber besser geschlossen halten und nur zu bestimmten Zeiten lüften: In ländlichen Gegenden am besten abends (19 bis 24 Uhr) und in Städten morgens (6 bis 8 Uhr).