Entschädigung bei Behandlungsfehlern

Womit Sie rechnen können.

Ob Sie im Falle eines Behandlungsfehlers Ihre Ansprüche geltend machen können, hängt von vielen Faktoren ab. Ähnlich hohe Entschädigungssummen wie in den USA sollten Sie allerdings nicht erwarten: Die dort gezahlten Gelder sind meist Globalbeträge, mit denen dann alle Kosten abgedeckt werden müssen, unter anderem das Anwaltshonorar von bis zu 50 Prozent der Summe.

In Deutschland unterscheidet man zwischen Schadensersatz und Schmerzensgeld. Der Schadensersatz deckt alle vermögensrechtlichen Schäden ab, zum Beispiel Umbaukosten für eine behindertengerechte Wohnung, Verdienstausfall oder Zuzahlungsgebühren für die ärztliche Behandlung.
Das Schmerzensgeld hat eine Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion für Schäden, die über den materiellen Anspruch hinausgehen. Voraussetzung ist allerdings, dass Körper oder Gesundheit verletzt sind. Kein Schmerzensgeld gibt es bei Verletzungen, die das Allgemeinempfinden gering und nur vorübergehend beeinflusst haben.
Die Höhe der zugesprochenen Schmerzensgeldsummen hat sich heute zugunsten der Patienten verändert. Natürlich liegt jeder Fall individuell anders. Folgende Beispiele dokumentieren die Bandbreite der Schmerzensgeldzuerkennung in Deutschland.

Wie hoch ist das Schmerzensgeld ungefähr?

FehlerbeschreibungSchmerzensgeld
Verbrennung infolge falscher Handhabung medizinischer Geräte1.000 - 3.000 Euro
Fremdkörper zurückgelassen2.000 - 15.000 Euro
Knieversteifung20.000 - 30.000 Euro
Funktionsverlust der Niere10.000 - 50.000 Euro
Geburtsfehler10.000 - 500.000 Euro

Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der Weg zum Schmerzensgeld langwierig und zudem streng an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist.

Wer trägt die Gerichtskosten im Streitfall

Die Gerichtskosten orientieren sich an der Höhe des Streitwerts, also die Höhe der eingeklagten Forderungen. Und je höher der Streitwert ist, desto höher sind auch die Verfahrenskosten. Die Kosten trägt die unterliegende Partei. Die Gerichts- und Rechtsanwaltskosten müssen Sie als betroffener Patient selbst tragen, die SBK kann diese für Ihre persönlichen Ansprüche nicht übernehmen. Eine Rechtsschutzversicherung gibt Ihnen Sicherheit für den Fall einer Niederlage.

Wenn Sie keine Rechtsschutzversicherung haben, kann das Gericht Ihnen unter Umständen Prozesskostenhilfe zusagen. Bei Forderungen bis einschließlich 5.000 Euro sind grundsätzlich die Amtsgerichte zuständig, bei höheren Summen die Landgerichte. Dort müssen Sie von einem Anwalt vertreten werden.