Gesundes Arztgespräch

Wie sich Patienten auf den Arztbesuch vorbereiten können.

Für einen optimalen Ablauf des Artzgesprächs

Im Schnitt sieht ein Hausarzt täglich 52 Patienten. Das ist häufig für beide Seiten eine Herausforderung. Viele Patienten fragen sich deshalb: Wie bereite ich mich optimal auf den Arztbesuch vor? Wie kann ich meine Beschwerden nachvollziehbar beschreiben? Und wie stelle ich die richtigen Fragen?

Hilfreich ist: offen sprechen und aktiv zuhören. Nur wenn der Patient seine Symptome möglichst genau schildert, kann der Arzt schnell eine präzise Diagnose stellen. „Ebenso wichtig ist, dass der Patient die für ihn wichtigen Fragen stellt“, sagt Andrea Utzig, Expertin für ärztliche Versorgung bei der SBK. „Nur wenn ich genau verstehe, was meine Beschwerden verursacht und wie man sie behandeln kann, kann ich als Patient eine informierte und mündige Entscheidung treffen.“ Mit einer optimalen Vorbereitung auf den Arztbesuch kann in der Sprechstunde Zeit für ein ausführliches Gespräch gewonnen werden. „Am besten stellt sich der Patient eine Liste mit den Medikamenten zusammen, die er aktuell einnimmt und notiert alle laufenden Behandlungen“, rät Andrea Utzig. Sofern vorhanden, sollten Unterlagen und Befunde von anderen Ärzten sowie Informationen zu Behandlungen beim Heilpraktiker oder Osteopathen ebenfalls mitgenommen werden.

Mit drei Fragen zur richtigen Diagnose

Je genauer Patienten ihre Beschwerden beschreiben, umso einfacher ist es für den Arzt, die richtige Diagnose zu stellen. Bei der Vorbereitung hilft die Beantwortung einiger kurzer Fragen:

Wo ...

... sitzen die Beschwerden? Wandern sie oder strahlt beispielsweise der Schmerz auf andere Körperteile aus?

Wann ...

... treten die Beschwerden auf – zu bestimmten Tages- oder Jahreszeiten, 
bei besonderen Gelegenheiten oder Tätigkeiten? Kommen sie plötzlich oder schleichend? Wie lang halten sie an? Wann sind die Beschwerden erstmals aufgetreten?

Wie ...

... stark sind die Beschwerden auf einer Skala von eins bis zehn? Können sie mit einem Vergleich beschrieben werden?

Zweitmeinung als Entscheidungshilfe

Mit der Vorbereitung ist ein wichtiger Schritt bereits getan. Aber auch im Behandlungszimmer gilt es einige Dinge zu beherzigen: „Dazu gehört zum Beispiel, dass ich mich nicht fürchten muss, peinliche Fragen zu stellen – die gibt es nämlich nicht. Ebenso darf ich keine Angst haben, meinem Arzt offen zu sagen, dass ich etwas nicht verstanden habe“, sagt Beate Landgraf, psychologische Beraterin bei der Siemens-Betriebskrankenkasse.

Die Meinung eines anderen Mediziners oder die Ergebnisse einer eigenen Recherche könnten ruhig angesprochen werden. Wenn die Zeit knapp ist, sollten die Fragen gestellt werden, die dem Patienten besonders wichtig sind. Dazu könnten gehören: Vertragen sich neue Medikamente mit denen, die ich schon einnehme? Wie lange dauert die Behandlung?

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