Gesundheits-Apps

Wie Sie gute Gesundheits- oder Medizin-Apps finden

Mittlerweile gibt es zahlreiche Gesundheits-Apps auf dem Markt. Zu nahezu jedem Thema gibt es heutzutage eine passende App, und dabei meist mehr als nur eine. Für den Nutzer ist es daher nicht einfach herauszufinden, welche Apps sinnvoll sind und welchen Apps er seine persönlichen Daten anvertrauen kann. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl von Gesundheits-Apps achten sollten. So haben Sie mehr Sicherheit, die richtige App für sich zu finden.

Zunächst einmal haben Gesundheits-Apps unterschiedliche Ziele. Es gibt Apps, die das allgemeine Wohlbefinden unterstützen oder über Gesundheitsthemen informieren. Andere erinnern an Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen oder die Einnahme von Medikamenten.

Wiederum andere Gesundheits-Apps messen Körperdaten wie den Blutdruck oder Schritte, sogenannte Medizinapps unterstützen Patienten oder deren Angehörige beim Umgang mit ihrer Erkrankung. Wenn die Gesundheits-App zum Selbstmanagement bei chronischen Krankheiten dient, sollten Sie besonders aufmerksam bei der Auswahl der App sein, da es hier besonders auf deren Zuverlässigkeit ankommt.

Apps, die der Diagnose und Behandlung dienen, müssen als Medizinprodukt zugelassen werden. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Diese Voraussetzungen sind im Medizinproduktgesetz (MPG §3) festgeschrieben. Wurde die App offiziell zertifiziert, so trägt sie eine CE-Kennzeichnung. Mit der CE-Kennzeichnung wird die App in ihrer Qualität als medizinisches Produkt zertifiziert. Das trifft aktuell nur auf sehr wenige Apps zu. Daher ist es umso wichtiger, sich die App seiner Wahl dahingehend genau anzuschauen.

Anhand dieser Checkliste können Sie eine vertrauenswürdige App erkennen. Die Hersteller sind dazu angehalten, den Nutzer transparent über alle diese Punkte aufzuklären:

  • Impressum: Sind Anbieter und Entwickler für jeden sichtbar? Wenn ja, welche Institution steht dahinter und welche Ziele verfolgen diese? Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Angaben unvollständig oder wenig transparent sind, sollten Sie diese App nicht nutzen.
  • Studien: Gibt es bereits Studien zur Nutzung der App? Hinweise auf wissenschaftliche Studien zur App sprechen für Qualität.
  • Finanzierung: Wer finanziert die App? Finanziert sich die App durch Kooperationen? Je unabhängiger der Anbieter ist, desto vertrauenswürdiger sind die Informationen und Anwendungen der App.
  • Datenschutz: Die persönlichen Daten des Nutzers sollten unbedingt durch ein Passwort geschützt sein. (Mehr Info zum Thema Datenschutz finden Sie unter der Frage „Wie gut schützt die App meine persönlichen Daten?“) Zudem muss die Datenschutzerklärung vollständig sichtbar sein. Die Verwendung und Speicherung der Daten muss auf freiwilliger Basis erfolgen.
  • Aktualität: Checken Sie das Herstellungsdatum. Gerade im Gesundheitsbereich werden immer wieder neue Erkenntnisse veröffentlicht. Achten Sie daher auf die Aktualität der App.

Laut Bundesdatenschutzgesetz müssen persönliche Daten vor dem unberechtigten Zugriff Dritter geschützt werden. Ohne eine Einverständniserklärung des Nutzers dürfen App-Hersteller persönliche Daten auch nicht weiterleiten.

Auf folgende Punkte sollten Sie achten:

  • Auf die App kann man nur durch eine Identifikation mit Benutzernamen und Passwort zugreifen.
  • Gesundheitsdaten sollten verschlüsselt auf dem Gerät gespeichert werden, sodass bei einem Diebstahl die Daten gesichert sind.
  • Manche Apps tauschen die Gesundheitsdaten mit einem Arzt aus, andere schicken diese Daten an einen Server. Aus diesem Grund sollten Sie darauf achten, dass der Server in Deutschland steht. Denn nur in diesem Fall ist er den strengen deutschen Datenschutzrichtlinien unterworfen. Damit der Austausch von Gesundheitsdaten sicher abläuft, sollten diese nur verschlüsselt und über eine sichere Internetverbindung weitergeleitet werden.
  • Eine vollständige Datenschutzerklärung sollte die Kontaktinformationen der Anbieter enthalten, über die Art der der Daten, die von der App erhoben werden, wie lange die Daten gespeichert werden und an welche andere Beteiligte die Daten übermittelt werden.
  • Nur wenn die Datenschutzerklärung für Sie verständlich ist, sollten Sie in diese einwilligen.
  • Es sollten Hinweise zu Haftungsfragen zu finden sein.

Die beiden Seiten HealthOn und AppCheck bewerten Gesundheitsapps nach bestimmten Qualitätskriterien. HealthOn orientiert sich an dem „Healthon-App-Ehrenkodex“, dieser umfasst sieben Kriterien, die Gesundheits-Apps als vertrauenswürdig auszeichnen. Jeder Anbieter kann seine Apps dort testen lassen. Diejenigen Apps, die den Ehrenkodex erfüllen, dürfen das kostenfreie HealthOn-Siegel nutzen.

Auch die Bewertungen anderer Nutzer können als Anhaltspunkt für die Qualität einer App dienen. Bei Google Play oder im App Store von Apple können Sie die Bewertungen anderer Nutzer lesen. Diese geben Ihnen Hinweise, ob die entsprechende App einfach zu bedienen ist und gut funktioniert.

Besonders vorsichtig sollten Sie bei Apps sein, die Diagnosen erstellen und Behandlungsempfehlungen geben. Eine App kann den Arztbesuch keinesfalls ersetzen. Eine App kann auch keine Diagnosen stellen oder Therapie-Empfehlungen geben. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie sich immer an Ihren Arzt wenden.

Apps, bei denen Sie Ihre Daten nicht selbst verwalten und schützen können, sollten Sie meiden. So können Sie am ehesten verhindern, dass Ihre persönlichen Daten für kommerzielle Zwecke genutzt werden.

Die SBK übernimmt die Kosten für die beiden Apps Caternaund Tinnitracks. Beide Apps sind zertifizierte Medizinprodukte.