Organspende

Informieren Sie sich über das Thema Organspende und treffen Sie eine bewusste Entscheidung.

Eine wichtige Entscheidung

Das Thema Organspende ist heute von großerer Bedeutung. Dank vielfältiger medizinischer Fortschritte sind die Erfolgsraten für alle transplantierbaren Organe stetig gestiegen und liegen heute sehr hoch. Der Bedarf übersteigt jedoch die Zahl der verfügbaren Organe:

  • Circa 11.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan
  • pro Tag kommen 15 schwerkranke Menschen neu hinzu
  • pro Tag versterben 3 Menschen, weil nicht rechtzeitig ein Spenderorgan zur Verfügung steht

Dennoch haben viele Menschen noch keine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende getroffen.

Haben Sie sich schon darüber Gedanken gemacht? Ganz gleich, wie Ihre Entscheidung ausfällt, ist es bedeutend, diese im Organspendeausweis festzuhalten. Dazu möchte ich Sie heute anregen. Unterstützen Sie mit der Dokumentation - für den Fall der Fälle - Ihre Angehörigen und nehmen Sie ihnen eine schwierige Entscheidung ab.

In der Frage über Organ- oder Gewebespende gibt es kein "Richtig" oder "Falsch". Sie können diese Frage nur für sich persönlich verantworten. Niemand hat das Recht, Ihre Entscheidung zu kritisieren.

Informationen zur Organspende

Es gibt zwei Arten der Organ- und Gewebespende:

  • die postmortale Organ- oder Gewebespende
  • die Lebendspende

Die postmortale Organ- oder Gewebespende und Gewebespende durch die Spenderin oder den Spender oder die Angehörigen des verstorbenen Menschen. Im Durchschnitt schenkt ein Organspender drei Schwerkranken die Chance auf ein neues Leben. In manchen Fällen können bis zu sieben Menschen durch die entsprechende Spende überleben.

Die Lebendspende bezeichnet die Übertragung eines Organs bzw. des Teils eines Organs von einer lebenden Person auf einen Empfänger oder eine Empfängerin, zum Beispiel einer Niere oder einem Teil der Leber.

Doch viele Schwerkranke warten vergeblich auf ein Spenderorgan. Auch aufgrund der Transplantationsskandale der letzten Jahre ist es besonders wichtig, sich nicht verunsichern zu lassen und sich zu informieren, um eine klare Entscheidung treffen zu können.

Die Spende von Organen ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Im Transplantationsgesetz ist festgelegt, unter welchen Voraussetzungen Transplantate entnommen werden dürfen.

Organe und Gewebe dürfen erst entnommen werden, nachdem der Tod des Organspenders festgestellt wurde. Das ist im Transplantationsgesetz (TPG) streng geregelt. Einzige Ausnahme bildet die Lebendorganspende, bei der ein Organ oder ein Teil eines Organs von einem lebenden Menschen entnommen wird.

Weitere Informationen und medizinische Hintergünde können Sie auf der Seite https://www.organspende-info.de/organ-und-gewebespende/verlauf/hirntod.

Zustimmungsregelung

In Deutschland muss man einer Organtransplantation ausdrücklich zustimmen. Diese Zustimmung kann im Organspendeausweis festgehalten werden. Aber auch wenn ein Ausweis vorliegt, haben die Angehörigen das letzte Wort. Gerade deshalb ist es wichtig, sich mit seinen Angehörigen zu Lebzeiten über dieses Thema auszutauschen, da diese im Zweifelsfall nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden müssen. Es kann also ein weiteres Argument für den Organspendeausweis sein, dass man seine Angehörigen in solch einer schweren Situation nicht mit einer derart schwierigen Entscheidung belasten will.

Die Angst, dass der Körper nach der Organentnahme nicht würdevoll behandelt wird, ist unbegründet. Nach der Entnahme wird der Leichnam in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben. Die Angehörigen können in jeder gewünschten Weise Abschied vom verstorbenen Menschen nehmen.

Organspendeausweis

Wer die eigene Entscheidung in einem Organspendeausweis festhält, schafft Klarheit und erspart seinen Angehörigen unter Umständen eine große Belastung.

  • Das Ausfüllen des Organspendeausweises ist völlig unbürokratisch
  • Es findet keine Registrierung dieser Entscheidung statt, sodass die Zustimmung durch das Vernichten des Ausweises widerrufen werden kann.
  • Der Organspendeausweis ist so gestaltet, dass verschiedene Optionen möglich sind. So ist es neben der generellen Zustimmung möglich, die Spende auf bestimmte Organe oder Gewebe zu beschränken, einzelne Organe auszuschließen oder einer Organ- und Gewebespende generell zu widersprechen.

Hier können Sie den Organspendeausweis als beschreibbares PDF herunterladen:

Organspendeausweis (PDF, 62 KB)

Organspendeausweis (englisch) (PDF, 214 KB)

Weitere Sprachen: Den Organspendeausweis finden Sie in in allen EU-Amtssprachen, in Obersorbisch und Niedersorbisch sowie in russischer Sprache auf der Homepage www.organspende-info.de zum Herunterladen und Ausdrucken.

Reform des Transplantationsgesetzes nach den Transplantationsskandalen

Nach den Manipulationen an den Wartelisten von mehreren Mediziniern im Jahr 2012, wurde unter anderem das Transplantationsgesetz reformiert. Die Transplantationszentren werden strenger kontrolliert und intensive Kontrollen sorgen für Transparenz. Inzwischen entscheiden mindestens drei Ärzte über die Aufnahme auf der Warteliste und nicht mehr nur einer. Zusätzlich wurde eine unabhängige Vertrauensstelle zur Meldung von Auffälligkeiten und Verstößen gegen das Transplantationsrecht eingerichtet.

Weitere Informationen zum Thema Organspende

Nutzen Sie bitte aktiv die zahlreichen Angebote, sich weiter zu informieren.

Internet:

  • Informationen zum Thema auf den Organspende-Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit
  • Website zum Thema Organspende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.organspende-info.de
  • Auf der Website der Initiative der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) finden Sie Berichte von Empfängern und Spendern, ausführliche Informationen über die Organspende und viele Fragen und Antworten: www.fuers-leben.de
  • Über die Arbeit der Deutschen Stiftung Organtransplantation selbst können Sie sich unter folgendem Link informieren: www.dso.de

 
Infotelefon Organspende:


Das Infotelefon Organspende ist ein kostenloser Service der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Es steht Ihnen montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 16 Uhr zur Verfügung:

Tel.: 0800 90 40 400 (gebührenfrei)
E-Mail: infotelefon@dso.de