Rückenschmerzen - nicht gleich unters Messer

Rückenoperationen sind nicht immer notwendig - die Zweitmeinung der SBK hilft

Rückenschmerzen gehören zu den am weitesten verbreiteten Volksleiden. Zwei von drei Deutschen „haben“ hin und wieder Rücken. Viele leiden stark darunter. Doch wann wird eine Operation unumgänglich? Darüber gibt es oft auch unter Ärzten unterschiedliche Meinungen. Wie schnell man auf dem OP-Tisch landet, ist darüber hinaus offenbar auch von der Region abhängig, in der man lebt. Das brachten jetzt zwei statistische Auswertungen an den Tag.

Millionen Datensätze ausgewertet

Millionen von Behandlungsdaten wurden ausgewertet. Am Ende kamen die Studien des Instituts für Theoretische Studien in Heidelberg im Auftrag des WDR und der Bertelsmann Stiftung zu ähnlichen Ergebnissen. Auffällig ist schon, dass die Zahl der Patienten mit Rückenleiden so stark wächst: Im Bundesland Bayern zum Beispiel hat sie sich seit 2007 mehr als verdoppelt. Doch das alleine machte die Experten noch nicht stutzig. Es ist vielmehr die regionale Häufung: In einzelnen Landkreisen gibt es extrem viele Rücken-Operationen.

Auffällig viele Operationen

Das fällt besonders auf, wenn man einzelne Operations-Arten betrachtet. Zum Beispiel die Spondylodese, das ist eine Versteifung von Wirbelkörpern. Eine der häufigsten Rückenoperationen in Deutschland. Sie soll der Wirbelsäule mehr Halt geben, wenn sie verkrümmt ist oder einzelne Wirbel verletzt sind. Doch kurioserweise scheint es in drei osthessischen Landkreisen besonders viele Menschen zu geben, die diese Operation benötigen. An der Spitze liegt Fulda mit 239 Operationen pro 100.000 Einwohnern. Ähnlich hoch sind die Werte sonst im oberfränkischen Landkreis Kulmbach und in der kreisfreien Stadt Hof in Bayern.

Spondylodese: Osthessen an der Spitze

Zum Vergleich: der bundesweite Durchschnitt liegt bei 89 Operationen auf 100.000 Einwohner. Auf der anderen Seite der Skala liegt die Stadt Frankfurt an der Oder mit etwa 20 Spondylodese-Operationen pro 100.000 Einwohnern. Osthessen hingegen liegt auch bei Bandscheiben-Operationen an der Spitze. Dabei haben die Statistiker hier mögliche Verzerrungen wie beispielsweise Krankenhaus-Tourismus oder demografische Besonderheiten schon herausgerechnet. Wie viele dieser Operationen wären nun wirklich medizinisch nötig gewesen, wie viele waren überflüssig? Das können die Wissenschaftler aus den Datensätzen leider nicht herauslesen.

Klinik-Aufnahmen oft nicht notwendig

Den Bertelsmann-Forschern fiel außerdem auf, dass in den letzten Jahren immer mehr Menschen wegen der allgemeinen Diagnose „Rückenschmerzen“ ins Krankenhaus kommen. Von 2007 bis 2015 erhöhten sich die Aufnahmen von 116.000 auf 200.000 – eine Steigerung um 73 Prozent. Und wieder gab es starke regionale Unterschiede: In Heidelberg kamen nur 58 und in Kiel 91 von 100.000 Menschen mit der Diagnose Rückenschmerzen ins Krankenhaus. Dagegen im westfälischen Hamm 815 und in Osterode am Harz nur 919.Dabei wären die Klinikaufenthalte oft gar nicht nötig, sagen die Forscher: Es sei meist gar nicht um besondere Schmerztherapien gegangen, sondern nur um diagnostische Leistungen wie beispielsweise ein MRT. Dieses kann man aber auch ambulant anfertigen lassen.

Klare Leitlinien fehlen

Warum kommen Menschen mit Rückenschmerzen in einigen Regionen Deutschlands häufiger ins Krankenhaus und werden operiert? Schnell liegt der Verdacht nahe, dass etwa finanziell angeschlagene Krankenhäuser versuchen, sich über die Abrechnung lukrativer Fallpauschalen gesund zu stoßen. Doch das sei nicht so leicht nachweisbar, sagen die Bertelsmann-Forscher. Sie gehen davon aus, dass sich die ärztlichen Gewohnheiten von Region zu Region stark unterscheiden. Das Problem an radiologischen Befunden: Es gibt nicht immer einen direkten Zusammenhang mit den Symptomen. Oft ist unklar, ob eine Operation wirklich Linderung verschafft.

Transparenz gefordert

„Die Entscheidung für einen operativen Eingriff darf jedoch nicht aufgrund von individuellen Vorlieben der ortsansässigen Ärzte fallen“, mahnt Eckhard Volbracht, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. „Mehr Transparenz sei besonders für die Patienten wichtig. „Ärzte sollten verständlich über Nutzen und Risiken von Behandlungen informieren und unabhängig von finanziellen Interessen gemeinsam mit dem Patienten über das weitere Vorgehen entscheiden.“

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Zweitmeinung vor Rücken-OP

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