Kampf dem Schmerz im Kopf

Neue Volkskrankheit Kopfschmerz?

Eine neue, traurige Tendenz ist in Deutschland zu beobachten: Noch nie haben so viele junge Menschen an Kopfschmerzen gelitten wie heute. Laut einer repräsentativen Studie litten 2015 rund 1,3 Millionen der 18- bis 27-Jährigen unter Kopfschmerzen, die so stark beziehungsweise regelmäßig waren, dass ein Arzt aufgesucht werden musste. Zum Vergleich: Das sind 400.000 mehr junge Menschen in dieser Altersgruppe als zehn Jahre zuvor.

Gründe für den Kopfschmerz

Experten vermuten, dass der Druck auf diese Altersgruppe extrem zugenommen hat und sehen den Schmerz im Kopf als typische Reaktion auf Stress in Schule, Studium oder Beruf. Daneben schreitet die Digitalisierung voran und viele lesen unterwegs ständig auf ihrem Smartphone oder ihr Tablet, nur um dann zuhause oder im Büro wieder vor dem Bildschirm zu sitzen. Interessant: Die „Kopfschmerzhauptstadt der Republik“ ist tatsächlich Berlin, gefolgt von Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern.

Kopfschmerztabletten, egal ob aus der Apotheke oder vom Arzt, können keine Dauerlösung sein. Zunächst sollte durch eine Arztuntersuchung geklärt werden, ob ein organischer Befund besteht. Und da kann es viele Gründe geben: Allergien gegen Pollen oder Nahrungsmittel, Verspannungen im oberen Rücken- und Nackenbereich oder eine bisher nicht diagnostizierte Kurzsichtigkeit zum Beispiel. Letztere führt zu einer permanenten Überanstrengung, die unter Umständen von den Augen in den Kopf wandert. Manch einer trinkt auch einfach zuwenig Flüssigkeit über den Tag verteilt, und der Kopfschmerz kommt durch Dehydrierung zustande.

Entspannen hilft

Nach dem Ausräumen aller organischen Ursachen gibt es unter Fachleuten ein Mantra, das immer wiederholt wird: Lernen zu entspannen. Die Wege, um das zu erreichen, sind vielfältig, denn sie hängen von den Präferenzen jedes einzelnen ab: Entspannungsübungen wie autogenes Training, Meditation, Yoga, Progressive Muskelentspannung werden oft empfohlen. Auch leichter Sport wie Schwimmen oder „Walking“ helfen dabei, abzuschalten und fördern die Durchblutung bis ins Gehirn. Falls die Kopfschmerzen von einer Verspannung der Muskeln durch ständiges Sitzen am Computer kommen, helfen regelmäßige Massagen. Zudem sollte die Sitzposition überprüft werden, bevor die Wirbelsäule durch jahrelanges falsches Sitzen Schaden nimmt.

Magnesium und Vitamine gegen den Kopfschmerz

Zucker ist erwiesenermaßen ein Auslöser für Migräne, genauer gesagt: die Nachwirkung davon. Süßes lässt den Körper vermehrt Insulin produzieren. Insulin ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, das dabei hilft, den aus dem Essen stammenden Zucker aus dem Blut zu entfernen und an die Zellen im Körper zu verteilen, die dadurch Energie für ihre Funktionen gewinnen. Die Energie hält aber nur kurzzeitig vor: Nach dem Zucker-Hoch fällt der Insulinspiegel rasant ab. Der „Zucker-Blues“, wie die Ernährungsfachleute diese plötzliche Unterzuckerung gerne nennen, tritt ein: Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und für Migräneanfällige ein neuer Schub der Schmerzen im Kopf. Stattdessen ist die Einnahme von Mineralien empfehlenswert, allen voran Magnesium. Tatsächlich ergaben Studien, dass viele Menschen, die an starken Kopfschmerzen leiden, einen zu niedrigen Magnesiumspiegel haben. Das Mineral vermeidet eine Überlastung des zentralen Nervensystems und hilft, nicht nur die Nerven, sondern auch die Muskeln zu entspannen ­– ein Grund, weshalb es auch gern von Sportlern genommen wird. Generell gilt es als Anti-Stress Mineral schlechthin. Neben Nahrungsergänzungsmitteln ist es in Vollkornprodukten, grünem Gemüse und natürlich magnesiumreichen Mineralwasser zu finden. Bei den Vitaminen sind es die der B-Gruppe, die für einen Ausgleich von Stress sorgen, vor allem Vitamin B6.

In sich selbst investieren

Beschwerden wie ständige Kopfschmerzen, egal ob bei jüngeren oder älteren Menschen, bewirken tatsächlich oft eines: Dass das eigene Leben einmal grundlegend überdacht wird. Immerhin weist der Körper hier darauf hin, dass es da etwas gibt, das nach Veränderung ruft. Und das ist eigentlich ein positives Zeichen, denn es kann einen Weg eröffnen, der einen Menschen zu einem gesünderen, zufriedeneren Leben bewegt. Das ist dann eine Investition, das sich auf alle Lebensbereiche auswirken wird. Also: Bei Zweifeln immer einen Arzt aufsuchen, damit der Ursachenforschung betreibt. Und dann gegebenenfalls eine Lebensumstellung vornehmen, in der man sich Zeit nimmt für Entspannung, gesundes Essen und Bewegung.  

SBK-Leistung zum Thema:

Ursache für Kopfschmerz kann auch Stress durch psychische Belastungen sein. Für junge Leute gibt es als spezielles SBK-Angebot eine psychologische Beratungshotline als erste Anlaufstelle.