Zwischen Heim und Arbeit: Tipps für Pendler

Ständiger Zeitdruck kann die Gesundheit beeinträchtigen

Die Mieten in den Städten steigen, viele Menschen ziehen mehr und mehr ins Umland. Das bedeutet aber auch, dass die Arbeitswege länger werden. Statistisch hatten wir noch nie so viele Pendler in Deutschland wie jetzt. Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sind 2016 rund 60 Prozent aller Deutschen zum Arbeitsplatz in eine andere Stadt oder Gemeinde gependelt. Zum Vergleich: Im Jahr davor waren es knapp über 50 Prozent.

Studien besagen, dass Pendler öfter an psychosomatischen Erkrankungen leiden – dazu zählen unter anderem Kopf- oder Rückenschmerzen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, den Stress zu mindern.

Nicht zu knapp planen

Knapp aus dem Haus gehen um in Haaresbreite den Zug oder Bus zu erwischen, lässt den Tag schon mit einer Belastung beginnen: Der Cortisol-Anteil im Blut steigt (Cortisol ist ein Hormon, das vermehrt bei Stress ausgeschüttet wird, und führt unter anderem zu Übergewicht und Herzerkrankungen) und die Weichen sind schon frühmorgens auf Stress gestellt. Zuallererst also heißt es: lieber mehr Zeit einplanen und gegebenenfalls etwas früher aufstehen. Der Körper gewöhnt sich nach einer Weile daran. Vielleicht ist es auch möglich, mit dem Arbeitgeber eine Gleitzeit zu vereinbaren.

Zeit für Kultur

Die Fahrt im Auto kann durch Hörbücher, die Lieblingsmusik oder, mit einem Headset, durch Telefonate verkürzt werden. Beim Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht es keine Konzentration und die Hände sind frei zum Lesen der Zeitung oder einem Buch. Mancher nutzt die Zugfahrt auch zum Hören einer Entspannungs-CD. In öffentlichen Verkehrsmitteln besteht eine größere Möglichkeit, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen – auch wenn es nur ein paar Sätze sind, die ausgetauscht werden. Unser persönliches Wohlbefinden speist sich nämlich auch aus kleinen positiven Momenten – und dazu kann schon ein freundliches Schwätzchen mit dem Sitznachbarn beitragen.

Gesundes Essen

Der Körper verlangt insbesondere bei Stresssituationen nach Nährstoffen. Es geht zwar schnell, sich mal eben eine Currywurst oder einen Döner zu holen, aber auf Dauer reagiert der Körper auf diese Fehlernährung mit Schlappheit, Anfälligkeit für Krankheiten und Übergewicht. Besser: sich die Zeit nehmen, vielleicht schon am Vorabend Essen vorzubereiten. Es reicht bereits ein Salat – das Dressing kann separat gepackt und erst vor dem Verzehr darübergegeben werden. Auch wichtig: sich wirklich bewusst die Zeit zum Essen nehmen, auch wenn es auf der Arbeit stressig zugeht. Auszeiten wie diese laden Körper und Geist mit neuer Energie auf und vermeiden einen Burnout.

Bewegung nicht vergessen

Durch das Pendeln bleibt oft nicht genügend Zeit zum Sport machen – und der Körper befindet sich durch die Zeit im Auto beziehungsweise den öffentlichen Verkehrsmitteln und im Büro praktisch stundenlang in Sitzposition. Da empfiehlt es sich, entweder etwas früher aus Bus oder U-Bahn auszusteigen oder mit dem Auto etwas weiter entfernt zu parken. Vielleicht gibt es eine besonders schöne Straße oder einen kleinen Park auf dem Weg zur Arbeit, worauf man sich jeden Tag schon ein bisschen freuen kann. Generell ist empfehlenswert, sich auch zwischen der Arbeitszeit zu strecken und zu dehnen.

Gegen Routine

Immer die gleichen Wege sorgen für geistige Abstumpfung: Die Synapsen im Gehirn bekommen keine neuen Anreize und Signale aus der Umgebung werden oft nicht mehr bewusst registriert. Das kann insbesondere beim Autofahren eine Gefahr sein. Um gezielt aus der Routine auszubrechen reicht es schon, zweimal pro Woche eine andere Strecke zu benutzen.

Das Mindset ist entscheidend

Zahlreiche Studien belegen, dass das Empfinden von Belastungen tatsächlich subjektiv sein kann. Wer zum Beispiel freiwillig aufs Land gezogen ist, tut sich leichter mit dem Pendeln als jemand, der das Gefühl hat, ein Opfer seiner Lebensumstände zu sein. Ersterer freut sich regelmäßig auf sein trautes Heim fernab vom Stress. Vielleicht ist das ebenfalls ein wichtiger Punkt: sich täglich das Positive ins Gedächtnis zu rufen.

SBK-Leistungen zum Thema:

In einem Gesundheitskurs zu Themen wie Achtsamkeit oder Yoga lernen Sie, mit Stress besser umzugehen. In unserer Gesundheitskurssuche finden Sie Kursangebote in Ihrer Nähe.

Ihren Urlaub können Sie für Ihre Gesundheit nutzen: Bei unseren Gesundheitsreisen und Balancetagen sind Gesundheitskurse integriert.