Ab zum Doktor, Schatz!

Eine Psychologin informiert zur Darmspiegelung.

Ich bin Psychologin. In meiner Praxis berichten mir Männer manchmal von ihrer Angst vor Krankheiten. Oft trauen sie sich nicht zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen, schon gar nicht zur Darmspiegelung. Man(n) fürchtet den Eingriff – und dass der Arzt tatsächlich „etwas findet“. Diese Vorbehalte sind im Laufe der Jahre sogar noch gewachsen, wie Statistiken belegen: Als die Krankenkassen 2003 die Darmspiegelung als gesetzliche Leistung einführten, gingen etwa 600.000 Menschen zur Darmspiegelung. 2012 waren es nur noch knapp 400.000.

Mein Mann ist zur Darmspiegelung mitgekommen

Übrigens: Ich habe selbst schon mal eine Darmspiegelung machen lassen – und fand es gar nicht so dramatisch. Am unangenehmsten war eigentlich die Vorbereitung, weil man am Vortag ja seinen Darm reinigen muss, damit der Arzt freie Sicht hat. Aber es gibt nun wirklich Schlimmeres. "Ich muss hin, dann musst du auch", habe ich zu meinem Mann gesagt. Und er ist mitgekommen.

So motivieren Sie Ihren Mann, zur Vorsorge zu gehen!

Männer gehen viel seltener zu Vorsorgeuntersuchungen als Frauen. Vielleicht sind wir Frauen von Natur aus eher daran gewöhnt, uns mit unserem Körper zu beschäftigen. Und profitieren davon. Ich bin mir sicher: Wir verdanken unsere höhere Lebenserwartung auch der Tatsache, dass wir nicht vor dem Arztbesuch kneifen. Deshalb, liebe Frauen, gebe ich Ihnen hier überzeugende Argumente an die Hand, mit denen Sie Ihren Mann von einer Darmspiegelung überzeugen.

Früh erkannt

Die Darmspiegelung ist nach heutigem Stand die sicherste Art Darmkrebs zu vermeiden. Diese Untersuchung ist eine Leistung der Krankenkassen, bei Beschwerden, oder vorsorglich ab 55 Jahren. Die Zuverlässigkeit der Darmspiegelung liegt bei 97 %. Das bedeutet, dass fast alle Adenome und Polypen im Darm entdeckt werden. Sie bilden die Vorstufe von Krebs und werden bei einer Darmspiegelung sofort entfernt. Das heißt: Die Polypen können erst gar nicht zu Krebs werden! Wenn nichts gefunden wird, freuen Sie sich: Polypen wachsen sehr langsam, Sie haben also ganze zehn Jahre Ruhe. Erst dann steht die nächste Darmspiegelung an.

Wer sich vor einer Darmspiegelung scheut, der sollte zumindest einen Stuhltest machen. Dieser kann ab 55 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden. Um auch den 50-54-jährige Personen eine Vorsorgeuntersuchung zu ermöglichen, kann der Stuhltest - vor der eigentlichen Darmspiegelung - jährlich durchgeführt werden.

Die SBK bietet dafür den immunologischen Stuhltest an. Dieser ist im Vergleich zum üblichen Hämocculttest, um ein vielfaches zuverlässiger. Die Ergebnisse sind für die Patienten dabei meist äußerst ermutigend: Im letzten Jahr mussten nur 6,1 Prozent der Proben weiter abgeklärt werden durch eine Darmspiegelung, das heißt in 93,9 Prozent aller Fälle gab es keinen Hinweis auf Darmkrebs.

Wenn Sie den immunologischen Stuhltest nutzen wollen, dann können Sie sich an Ihren Kundenberater wenden. Dieser berät Sie gerne.

Vorsorge greift

Männer sind pragmatischer und lösungsorientierter. Von Fakten lassen sie sich gerne überzeugen. Hier ein Fakt vom Deutschen Krebsforschungszentrum: In den ersten zehn Jahren seit Einführung der gesetzlichen Darmkrebs-Vorsorge sank die Neuerkrankungsrate um rund 14 Prozent.

Und rechtzeitig erkannt, lässt sich Darmkrebs gut behandeln - mit hohen Erfolgsaussichten. Zwischen 2003 und 2012 sank die Zahl der Darmkrebs-Toten um fast 21 Prozent bei Männern und sogar um über 26 Prozent bei Frauen.

Weniger Stress

Wer Angst vor der Diagnose Krebs hat, steht ständig unter Strom. Denn auch diffuse Befürchtungen verursachen Stress. Der Betroffene selbst bemerkt ihn vielleicht gar nicht. Dennoch ist er da, Tag für Tag – über Monate und Jahre. Und beeinflusst negativ, denn Stress kann krank machen. Ich bin ein Freund von „klaren Ansagen“! Wer Angst hat, sollte sich dieser stellen und vor allem: unbedingt seinen Arzt ins Vertrauen ziehen. Schließlich können schon umfassende Informationen die Angst vor der Untersuchung lindern. Wer einen Facharzt sucht, wird bei der SBK bestimmt fündig: Unsere Facharztsuche und das Gesundheitstelefon helfen gerne.

Kurz und schmerzlos

Eine Darmspiegelung dauert nur 20 Minuten. Zugegeben, es ist nicht sehr angenehm, wenn das Endoskop eingeführt wird. Aber richtige Schmerzen verursacht es nicht – nur ein Drücken, ähnlich wie bei Blähungen. Viel Wichtiger: Die Untersuchung senkt das Darmkrebs-Risiko um 95 Prozent. Auf Wunsch gibt Ihnen der Arzt eine Beruhigungsspritze oder eine Kurznarkose. Dann merken Sie nichts davon.

Was passiert bei einer Darmspiegelung?

Der Arzt führt einen fingerdicken Schlauch in den After ein, das Endoskop. Es hat vorne eine Kamera. Diese sendet ihre Bilder direkt auf einen Monitor, während der Arzt den Darm Zentimeter für Zentimeter auf Auffälligkeiten wie Polypen und Adenome absucht. Das sind Wucherungen, die zu Krebszellen werden können. Am Tag vor der Darmspiegelung muss der Patient ein Abführmittel zu sich nehmen, das den Darm ganz leert.

Liebe Frauen, sprechen Sie mit Ihren Männern. Ich drücke die Daumen und bin mir sicher, dass es Ihnen beiden ein gutes Gefühl gibt.

Und noch etwas: Sollte sich bei Ihnen oder Ihrem Partner tatsächlich ein Krebsverdacht erhärten, dann empfehle ich Ihnen unseren SBK-Zweitmeinungsservice Krebs. Dieser Service ist für Sie kostenlos und verschafft Ihnen die Sicherheit, dass ein Expertengremium sich den Befund und den Therapievorschlag Ihres Arztes noch mal ansieht. Das Gremium setzt sich aus erfahrenen und unabhängigen Spezialisten deutscher Universitätskliniken und Krebszentren zusammen. Ihr persönlicher Kundenberater informiert Sie gerne detailliert über diesen Service.