Endometriose – mehr als nur Regelschmerzen

Jede zehnte Frau ist von der chronischen Erkrankung, ausgelöst durch Zellen der Gebärmutterschleimhaut, betroffen. Teilweise mit schweren Folgen.

Eine Frau liegt auf dem Sofa und hält sich den Bauch.

Schmerzen im Unterbauch, Rückenschmerzen, Migräne, aber auch Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs oder beim Wasserlassen können Anzeichen für Endometriose sein. Besonders typisch: Die Beschwerden kommen und gehen, abhängig vom Zyklus. Der Höhepunkt der Schmerzen liegt meist ein bis drei Tage vor dem Einsetzen der Periodenblutung. Mit dem Nachlassen der Regel lassen auch die Beschwerden nach.

Regelschmerzen ärztlich abklären lassen

Frauen sollten diese Schmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Stecken Endometrioseherde dahinter, kann das schwere gesundheitliche Folgen haben. Die Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. warnt: Endometriose ist eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit bei Frauen, da die Eileiter durch die Schleimhautwucherungen verkleben, vernarben und blockiert werden können.

Die Beschwerden stehen jedoch nicht immer in direktem Verhältnis zum Grad der Ausbreitung der Endometriose. Kleinere Endometrioseherde können beispielsweise schwere Beschwerden verursachen, während Frauen mit ausgedehnten Herden unter Umständen nichts von ihrer Krankheit bemerken.

Schätzungen zufolge erkranken daran jährlich mehr als 30.000 deutsche Frauen. Die Dunkelziffer ist hoch, schließlich sind die Symptome nicht eindeutig.

Was verursacht Endometriose?

Wie es zu der Erkrankung kommt, konnten Forscher bislang nicht eindeutig klären. Erwiesen ist jedoch, dass die Schmerzen durch Zellen, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln, verursacht werden. Sie verbreiten sich im Körper. Beeinflusst durch Hormone wachsen und bluten auch diese Zellen jeden Monat, genau wie die Gebärmutterschleimhaut im Rahmen der Menstruation. Der Unterschied: Die verirrten Gewebestücke können den Körper nicht verlassen. Stattdessen verursachen diese Endometrioseherde Entzündungen, Schmerzen, Vernarbungen und im schlimmsten Fall Zysten, Tumore und Unfruchtbarkeit.

Wie wird Endometriose therapiert?

Besteht Verdacht auf Endometriose, erfolgt zunächst eine gynäkologische Untersuchung mittels Tast- und Ultraschalluntersuchung. Für eine sichere Diagnose wird eine Bauchspiegelung vorgenommen und Gewebeproben von verdächtigen Gewebeherden entnommen. Liegt eine Endometriose vor, gibt es verschiedene Therapieansätze: eine medikamentöse Behandlung, Operation oder, bei ausgeprägten Veränderungen, eine Kombinationstherapie.

Ernährungsumstellung kann helfen

Eine richtige und gesunde Ernährung kann die Symptome lindern und das Wohlbefindens steigern. Vermehrt sollte man zu folgenden Lebensmitteln greifen: Frisches Gemüse und frisches Obst, vor allem Brokkoli, Spinat, Kartoffeln, Tomaten, Beeren, Orangen, und Bananen. Weißes Fleisch wie Huhn oder Pute. Meeresfische wie Lachs, Thunfisch und Schalentiere. Zudem ist bei Endometriose-Patientinnen sehr oft eine Milchunverträglichkeit gegeben. Wer auf Milchprodukte verzichtet, kann die Menstruationsbeschwerden und Krämpfe ein wenig lindern. Eine Studie belegt zudem einen Weizen-Zusammenhang: 80 Prozent der Betroffenen, die auf Weizen verzichteten, konnten ihre Schmerzen durch die Diät zumindest mildern. Auch Übergewicht könnte ein Risikofaktor für Endometriose sein.

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