Sorgen Sie gut für Ihr Herz!

Große US-Studie: Fast 80 Prozent aller Herzinfarkte bleiben unentdeckt

Sorgen Sie gut für Ihr Herz

Extreme Schmerzen im Brustraum, die ausstrahlen in die Arme, den Oberbauch, in den Rücken oder Hals und Kiefer: Das sind die klassischen Symptome eines Herzinfarkts, die jeder kennen sollte. Doch nicht jeder Herzinfarkt geht mit diesen starken Symptomen einher: Vor allem Frauen erleiden öfter Infarkte, ohne es überhaupt zu merken. Sie haben nur unspezifische Symptome: starke Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Müdigkeit und Lustlosigkeit.

Oft nur geringe Schmerzen

Eine Studie des US-amerikanischen Herzforschers David Bluemke von den National-Institutes of Health (NIH) fand heraus, dass wir fast 80 Prozent aller Herzinfarkte gar nicht bemerken. Denn sie verursachen, wie oben beschrieben, zunächst nur geringe Beschwerden. Vorübergehender Schwindel, leichte beziehungsweise unspezifische Schmerzen – wer würde deshalb schon zum Arzt gehen?

Infarkt bleibt unentdeckt

Bluemkes Team untersuchte zu Beginn der Studie 1.840 Menschen ohne Herzerkrankung im Alter von 45 bis 84 Jahren. Zehn Jahre später kamen die Probanden erneut auf den Prüfstand: Die kardiale Magnetresonanztomographie fand bei 146 Personen (fast acht Prozent) Narbengewebe im Herzmuskel. Nur 32 hatten den Infarkt bemerkt, bei den übrigen 114 war er unbemerkt geblieben. Das heißt, 78 Prozent der Betroffenen wussten nichts von ihrer Attacke, zumal sie auch später bei Untersuchungen per Elektrokardiogramm (EKG) nicht auffiel.

Narbengewebe ist unflexibel

Herzforscher raten, auch unspezifische Beschwerden ernst zu nehmen. Denn stille Infarkte können den Herzmuskel schädigen. Sie verursachen Narben im Herzgewebe. Herzforscher Bluemke vermutet, dass Narben zum plötzlichen Herztod beitragen können. Denn sie sind nicht so flexibel wie gesundes Gewebe und können sich nicht zusammenziehen, wie es für das unablässige Pumpen des Herzmuskels nötig ist.

Plötzlicher Herztod bei vorhandenem Narbengewebe

Für seinen Verdacht sprechen Untersuchungen an Patienten, die eines plötzlichen Herztodes gestorben sind, obwohl bei ihnen vorher keine Erkrankung der Herzkranzgefäße bekannt war. Bei mehr als 70 Prozent fand man heraus, dass sie schon vorher Narben am Herzmuskel hatten. „Wir brauchen weitere Studien, um die klinischen Folgen solch unentdeckter Narben zu verstehen“, schreiben die Forscher. Die Arbeit wurde im angesehenen Fachmagazin „Journal of the American Medical Association“ veröffentlicht. Bluemkes Ergebnisse werden auch in Deutschland ernst genommen. Viel spricht dafür, dass sie auf Europa übertragbar sind.

Im Zweifelsfall: abklären lassen

Besonders infarktgefährdet sind Übergewichtige, Raucher und Diabetiker. Männer erleiden fünfmal häufiger einen Herzinfarkt als Frauen. Bei ihnen sind aber die Symptome meist eindeutiger. Was tun beim Verdacht auf Herzinfarkt? Da er sich schon hinter scheinbar harmlosen Anzeichen wie starker Kurzatmigkeit, Übelkeit, Beschwerden im Oberbauch und Müdigkeit verbergen kann, gilt gerade für Frauen: Schon bei den geringsten Anzeichen sollten Betroffene sofort ins Krankenhaus gebracht werden.

Das können Sie selbst jederzeit für Ihr Herz tun

  1. Beginnen Sie mit einer Ausdauer-Sportart wie Rad fahren, joggen, walken oder schwimmen. Dabei kommt es nicht darauf an, Rekorde zu brechen, sondern das Herz-Kreislauf-System in Schwung zu bringen. Auch flottes Gehen mehrmals am Tag stärkt das Herz.
  2. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt vier bis fünf Sporteinheiten von je 30 bis 45 Minuten pro Woche. Auch ein bis zwei Einheiten die Woche können sich schon positiv auswirken.
  3. Mit dem Rad zur Arbeit, Treppe statt Aufzug: Mit einfachen Veränderungen bringen Sie mehr Bewegung in den Alltag.
  4. Übergewichtige haben ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. Der Body Mass Index (BMI) sagt Ihnen, ob Ihr Gewicht noch gesund ist. Alles über 25 erhöht das Risiko. Hier können Sie ihren BMI kostenlos errechnen lassen: www.bmi-rechner.net
  5. Achten Sie auf gesunde Ernährung: viel frisches Obst, Gemüse und Salat, Vollkornprodukte und Fisch. Sparsam mit Salz umgehen, lieber Kräuter zum Würzen nehmen, gesunde Öle verwenden (Raps- und Olivenöl), zu fettarmen Milchprodukten greifen.
  6. Lassen Sie regelmäßig Ihre Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte messen. So erfahren Sie frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt und können gegensteuern. Ab dem Alter von 35 Jahren können Sie Ihre Werte alle zwei Jahre im Rahmen des kostenlosen Gesundheitschecks messen lassen. Für zwischendurch bieten viele Apotheken den Service ebenfalls an.
  7. Falls Sie es noch nicht getan haben: Hören Sie auf zu rauchen. Tabakrauch verengt die Blutgefäße und erhöht damit das Infarktrisiko.

SBK-Leistung zum Thema:

Mit dem SBK-Risikocheck Herz können Sie Ihr Herzinfarktrisiko von einem Arzt testen lassen. Mehr Informationen zu dieser SBK-Leistung finden Sie auf der Seite SBK-Risikocheck Herz.