Beratung bei Internet- oder Mediensucht

Wenn vor allem junge Menschen „internetsüchtig“ sind, ist Unterstützung wichtig.

Jederzeit erreichbar sein, virtuell kommunizieren, sich online einen Freundeskreis aufbauen – das Netz bietet viele verlockende Möglichkeiten. So praktisch der neue Lebensstil ist, er hat auch seine Schattenseiten. Denn nicht jedem gelingt es, beim Medienkonsum das richtige Maß zu halten. Wie viele tatsächlich „internetsüchtig“ sind, kann auf diesem relativ neuen Forschungsgebiet bislang noch nicht festgestellt werden.

Internetsucht: Was ist das?

Internetsüchtige Menschen ziehen sich aus dem "normalen" analogen Leben zunehmend zurück. Sie verbringen ihre gesamte Zeit im Netz, manchmal bis zu zwanzig Stunden pro Tag.  

Internetsucht ist ein Überbegriff. Dazu gehören viele verschiedene Aktivitäten im Internet, die Betroffene nicht mehr unter Kontrolle haben. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die Nutzung von Computer- und Online-Spielen, die Nutzung von Social Networks und Chats, das Surfen auf Erotikseiten, die Teilnahme an Online-Glücksspielen, das Ansehen und Sammeln von Videos bzw. Filmen, ausuferndes Online-Shoppen oder das ziellose Recherchieren und Sammeln von Informationen.

Kurzer Selbstcheck: Bin ich internetsuchtgefährdet?

Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt oder eine bestimmte Nutzungsdauer, die aussagt, ob jemand internetsüchtig ist. Und auch mit der allgegenwärtigen Möglichkeit, durch Smartphones online zu sein, wird es immer schwieriger, hierfür eindeutige Kriterien, wie zum Beispiel die Nutzungsdauer, festzulegen. Es ist vielmehr die Summe der Nutzung von Online-Angeboten, die zu einer solchen Einschätzung führt. Mit dem nachfolgenden Selbstcheck können Sie sich selbst oder Ihr Kind einschätzen. Beantworten Sie mehr als drei Fragen mit ja, könnte eine problematische Smartphone- oder Internetnutzung vorliegen.

  • Beschäftigen Sie sich gedanklich häufig mit dem Smartphone oder Internet, auch wenn Sie eigentlich andere Dinge zu tun haben?
  • Haben Sie das Gefühl, dass Smartphone- oder Internetnutzung "wie automatisch" abläuft? Kommt es zum Beispiel oft vor, dass Sie das Smartphone als erstes nach dem Aufstehen oder dem nach Hause kommen checken?
  • Verbringen Sie zunehmend mehr Zeit mit der Smartphone- oder Internetnutzung oder Computerspielen?  
  • Wenn Sie das Smartphone oder das Internet nicht nutzen können, haben Sie dann Symptome wie Unruhe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit?
  • Vergessen Sie öfter die Zeit über der Smartphone- oder Internetnutzung und haben dabei das Gefühl, dass Sie das Ausmaß Ihrer Nutzung nicht mehr kontrollieren können?
  • Gibt es aus Ihrer Sicht negative Konsequenzen oder Einschränkungen wegen Ihrer Smartphone- oder Internetnutzung wie zum Beispiel Konflikte in Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld, finanzielle oder gesundheitliche Probleme, Leistungseinbußen, sozialer Rückzug oder Aufgabe von Hobbys?

Beratung bei Internetsucht

Die Therapie der Medien- und Internetsucht selbst ist noch ein sehr junges Behandlungsfeld. Aus diesem Grund verfügen deutschlandweit nur wenige Einrichtungen über spezielle Therapieangebote. Hilfe und Unterstützung finden Sie an folgenden Stellen:

Wissenschaftlicher Hintergrund: Ambulanz für Spielsucht der Universitätsmedizin Mainz

Auf Basis langjähriger Forschungsarbeit bietet die Ambulanz für Spielsucht der Universitätsmedizin Mainz Angebote für Verhaltenssüchte sowie speziell auf Computerspiel- und Internetsucht ausgelegte Therapien. Damit übernimmt sie eine Vorreiterrolle bei der wissenschaftlichen Erforschung und Behandlung der Störungsbilder Computerspiel-, Internet- und Glücksspielsucht.

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