Pflegegrade

Das neue System zur Einstufung der Pflegebedürftigkeit.

Die Pflegebedürftigkeit einer Person wird anhand von Pflegegraden eingeteilt. Dies übernimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK): Er begutachtet, wie selbstständig die betroffene Person im Alltag noch ist und wobei sie Hilfe braucht. Diese Fragen ermitteln die Gutachter des MDK nach einem neuen Punktesystem (seit dem 1.1.2017). Früher erfolgte eine Einstufung nach Zeitbedarf.

Dabei gilt: Je mehr Punkte die betroffene Person erhält, desto höher ist ihr Pflegegrad. Dementsprechend wird die Höhe der Pflegeleistungen festgelegt.

Der Grad der Selbstständigkeit wird in sechs verschiedenen Lebensbereichen, den sogenannten Modulen, mit verschiedener Gewichtung (in Prozent) geprüft:

  • Mobilität – körperliche Beweglichkeit (10 Prozent): Wie selbstständig kann die Person aufstehen, Treppen steigen oder sich in der Wohnung bewegen?
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (15 Prozent): Wie gut kann sich die betroffene Person örtlich und zeitlich orientieren, Dinge merken oder Gefahren erkennen? Wie gut ist die Person in der Lage, ihr Verhalten zu steuern? Ist die Person aggressiv, nachts unruhig oder schädigt sie sich selbst?
  • Selbstversorgung – Handlungen im Alltag (40 Prozent): Wie selbstständig kann sich die Person pflegen, duschen und anziehen? Wird die Toilette selbstständig benutzt? Braucht die Person Unterstützung beim Essen und Trinken?
  • Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (20 Prozent): Inwieweit kann die Person eine Krankheit oder eine Therapie ohne Hilfe bewältigen? Können Medikamente selbstständig eingenommen werden? Braucht die Person Unterstützung bei einem Verbandswechsel oder der Wundversorgung?
  • Alltag und soziale Kontakte (15 Prozent): Wie selbstständig kann die Person den Tagesablauf gestalten? Ist sie fähig, über den Tag hinaus zu planen und bestehende Kontakte zu pflegen?

Jeder Pflegegrad hat eine bestimmte Punktzahl

Pflegegrad 1 (12,5 bis unter 27 Punkte): Der niedrigste Pflege-Grad. Die Person braucht nur wenig Hilfe.

Pflegegrad 2 (27 bis unter 47,5 Punkte): Der Betroffene kann bestimmte Verrichtungen nicht mehr allein bewältigen, zum Beispiel sich selbst waschen und anziehen oder sich Dinge merken. Er braucht mehr Hilfe.

Pflegegrad 3 (47,5 bis unter 70 Punkte): Die Person kann viele Verrichtungen nicht mehr selbstständig bewältigen und braucht deshalb viel Hilfe.

Pflegegrad 4 (70 bis unter 90 Punkte): Der Pflegebedürftige kann sehr viele Dinge nicht mehr allein erledigen und braucht dementsprechend sehr viel Hilfe.

Pflegegrad 5 (90 bis 100 Punkte): Der höchste Pflegegrad. Die Person braucht sehr viel Hilfe und ganz besondere Pflege.

Für Kinder bis eineinhalb Jahre gibt es besondere Regeln: Sie werden immer einen Pflegegrad höher als Erwachsene eingestuft.

Je nachdem, welchen Pflegegrad der Gutachter ermittelt, stehen Ihnen und Ihren Angehörigen Pflegeleistungen zur Verfügung. Diese unterscheiden sich nach Leistungen für die Pflege zu Hause, Leistungen für die Pflege im Pflegeheim oder Leistungen in alternativen Wohnformen – je nachdem, wo der Pflegebedürftige gepflegt wird.

Wie wird der Pflegegrad ermittelt?

Den Pflegegrad stellt der Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) fest. Dafür besucht der Gutachter die betreffende Person. Die Grundlage für die Einstufung in einen Pflegegrad bilden die ermittelten Punkte. Anschließend bekommen Sie von uns einen Bescheid. Er enthält das Gutachten, in dem Ihr Pflegegrad und die Leistungen genannt werden, auf die Sie Anspruch haben.

Ihr persönlicher Kundenberater vermittelt Sie gern an einen SBK-Pflegeberater. Bei ihm bekommen Sie weitere Informationen und können den Antrag für die Feststellung des Pflegegrades stellen.

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