Vorsorgevollmacht

Im Falle des Falles vertraute Personen entscheiden lassen.

Persönliche Beratung zur Vorsorgevollmacht:

Die Beratung erfolgt absolut vertraulich und wird von SBK-Pflege-Experten mit langjähriger Erfahrung durchgeführt. Sie ist für SBK-Kunden und deren Angehörige kostenfrei. Die SBK gibt Ihnen Tipps und Hinweise zu hilfreicher Literatur und zu Informationsmaterial. Ein Beispiel: Wo und wie erstellen Sie eine geeignete Vorsorgevollmacht?

Familienmitglieder, Freunde und andere vertraute Personen können per Vollmacht stellvertretend für Sie Entscheidungen treffen, falls Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Je nachdem wie umfassend die Vorsorgevollmacht von Ihnen verfasst wurde, kann sich der Bevollmächtigte beispielsweise um Ihr Vermögen, medizinische und pflegerische Entscheidungen, den Einzug ins Pflegeheim, Wohnungsangelegenheiten, Ihre Post sowie um Behördengänge kümmern.

Eine Vorsorgevollmacht bietet umfassende Möglichkeiten, Ihre Angelegenheiten von Dritten entscheiden zu lassen, falls Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Vorsorgevollmachten können Sie unter anderem für die Bereiche Vermögensverwaltung, Gesundheitsfürsorge, Pflegebedürftigkeit, Aufenthalts- und Wohnungsangelegenheiten ausstellen. Der Bevollmächtigte wird im Unterschied zur Betreuungsverfügung nicht gerichtlich überwacht.

Eine Patientenverfügung richtet sich direkt an Ärzte. Im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung bezieht sich die Patientenverfügung nur auf die medizinische Versorgung. In der Patientenverfügung legen Sie vorab fest, welche Behandlungen und Therapien gewünscht oder unerwünscht sind, falls Sie nicht mehr ansprechbar sind. Dazu gehören beispielsweise künstliche Beatmung und Ernährung, schmerzlindernde Maßnahmen und Wiederbelebungsversuche. Mit einer Patientenverfügung bevollmächtigen Sie also keine Person zur Wahrnehmung Ihrer Interessen. Dazu bedarf es zusätzlich einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung.

Eine Betreuungsverfügung
macht immer dann Sinn, wenn Sie niemandem das nötige Vertrauen für eine Vorsorgevollmacht schenken. In einer Betreuungsverfügung können Sie mögliche Betreuer vorschlagen und Ihre Vorgaben und Wünsche für den Betreuungsfall festhalten. Im Unterscheid zur Vorsorgevollmacht muss der Betreuer erst durch das Betreuungsgericht bestellt werden. Anders als bei einer Vorsorgevollmacht wird der Betreuer dann bei seiner Tätigkeit vom Gericht überwacht.

Den Zeitpunkt bestimmen Sie selbst. Beispielsweise können Sie festlegen, dass eine Vorsorgevollmacht sofort in Kraft tritt oder erst dann wirksam ist, wenn Sie wegen Ihrer körperlichen und geistigen Verfassung Ihre Angelegenheiten selbst nicht mehr regeln können.

Als Bevollmächtigter kann jede volljährige und geschäftsfähige Person eingesetzt werden. Sie sollten diesem Menschen vertrauen, dass er Entscheidungen in Ihrem Sinne treffen wird. Der Bevollmächtige sollte Sie gut kennen und möglichst in Ihrem Umfeld leben. Selbstverständlich können Sie für verschiedene Bereiche auch unterschiedliche Bevollmächtigte einsetzen. Achten Sie in dem Fall aber auf eine klare Abgrenzung. Gut ist auch, jeweils eine Vertretung zu benennen, wenn der Bevollmächtigte verhindert ist.

Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie eine Vertrauensperson, die Entscheidungen für Sie trifft, wenn Sie das selbst nicht mehr können. Sie können auch mehrere Vorsorgevollmachten für unterschiedliche Lebensbereiche verfassen. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Vollmachten sachlich klar von einander abgegrenzt sind.

Sie können auch eine einzelne Person mit weitreichenden Befugnissen betrauen: Je nachdem wie umfassend Sie Ihre Vorsorgevollmacht schreiben, kann sich der Bevollmächtigte beispielsweise um ihr Vermögen, medizinische und pflegerische Maßnahmen, den Einzug ins Pflegeheim, Wohnungsangelegenheiten, Ihre Post sowie um Behördengänge kümmern.

Ja, die Form ist gesetzlich nicht geregelt. Eine schriftliche Vorsorgevollmacht ist aber sehr ratsam: Nur so können Sie Ihren Willen unmissverständlich festhalten. Das kann gerade für den Bevollmächtigten in der Interessenvertretung nach außen sehr wichtig werden: Bei Unklarheiten kann er sich auf das Dokument beziehen.

Sie können eine Vorsorgevollmacht jederzeit mündlich oder schriftlich widerrufen. Um sicher zu sein, dass der Bevollmächtigte Ihre Vorsorgevollmacht nicht missbraucht, sollten Sie im Anschluss das Originaldokument und sämtliche Kopien vernichten.

Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie eine vertraute Person, die sich stellvertretend um wichtige Bereiche Ihres Lebens kümmert, wenn Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Die Person kennt Sie und Ihre Ansichten gut und handelt in Ihrem Interesse. Sie können sich darauf verlassen, dass Ihnen trotz schwerer geistiger oder körperlicher Erkrankung ein hohes Maß an Selbstbestimmung bleibt. Ohne Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung wird Ihnen vom Gericht ein rechtlicher Betreuer zugewiesen. Möglicherweise setzt der Ihren Willen nicht so um wie es eine vertraute Person tut.

So erhalten Sie einen Beratungstermin

Sie möchten eine individuelle Beratung zur Vorsorgevollmacht für sich oder einen Angehörigen ? Ihr persönlicher Kundenberater vereinbart für Sie einen Termin mit einem unserer Experten – bei Bedarf auch gern kurzfristig. Sprechen Sie ihn einfach darauf an – anschließend brauchen Sie sich um nichts weiter zu kümmern.

Der Bevollmächtigte wird nicht gerichtlich kontrolliert und kann unter Umständen die Vollmacht missbrauchen. Außerdem wird die Vertretungsvollmacht nicht immer ohne Vorbehalte akzeptiert. Insbesondere Banken verlangen oft eine zusätzliche Bankvollmacht. Eine Beglaubigung der Vorsorgevollmacht durch einen Notar kann da Abhilfe schaffen.

Im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer können Vorsorgevollmachten gebührenpflichtig (ab 13 Euro) registriert werden. Eine Registrierung ist sinnvoll, damit nicht unnötig ein gerichtlicher Betreuer bestellt wird, obwohl Sie bereits einen bestimmt haben. Außerdem: Bewahren Sie Vorsorgevollmachten bei Ihren persönlichen Unterlagen auf, so dass sie im Ernstfall von Ihren Angehörigen leicht gefunden werden können.

Eine notarielle Beurkundung ist nicht zwingend notwendig. Es sei denn, die Vorsorgevollmacht bezieht sich auf den Kauf beziehungsweise Verkauf von Immobilien, Grundstücken oder Unternehmen, die Ausschlagung von Erbschaften und die Aufnahme eines Darlehens.

Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen und Patientenverfügungen können im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registriert werden. Dort werden sie unter dem Sammelbegriff Vorsorgeurkunden geführt. Steht beispielsweise bei einem nicht ansprechbaren Patienten eine lebensgefährdende Operation an, wendet sich der Arzt an ein Gericht und bestellt einen Betreuer, der eine Entscheidung für den Patienten treffen muss. Das Gericht fragt die Urkunden ab und vermittelt dem Arzt die bevollmächtigte Vertrauensperson, an die er sich wenden kann.

Aktuell kostet die Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister der Notarkammer einmalig 13 Euro. Wenn Sie nicht am Lastschriftverfahren teilnehmen, kostet es 15,50 Euro. Wird mehr als ein Bevollmächtigter registriert, fallen für jede weitere Person zusätzlich 2,50 Euro an.

Das Alter spielt dabei keine Rolle. Niemand weiß, wann er einen Unfall hat und auf Hilfe angewiesen ist. Daher sollten auch junge Erwachsene überlegen, wer im schlimmsten Fall die eigenen Belange regeln soll. Einzige Voraussetzung ist ein körperlich und geistig gesunder Zustand, damit keine Zweifel an der Geschäftsfähigkeit entstehen können.

Die Laufzeit können Sie individuell festlegen. Sie kann beispielsweise über den eigenen Tod hinaus reichen. Das ist gerade für Bankgeschäfte sinnvoll. Erben kommen erst nach längerer Wartezeit mit einem Erbschein an Ihr Konto. Wenn der Bevollmächtigte über den Tod hinaus Zugriff auf Ihr Konto hat, kann er Daueraufträge sofort löschen und Lastschriften widersprechen.

Ja. Prüfen und aktualisieren Sie etwa alle zwei Jahre Ihre Vorsorgevollmacht. Denken Sie darüber nach, ob ihr Bevollmächtigter noch immer eine geeignete Wahl ist und ob Ihre Vorsorgewünsche weiterhin aktuell sind.

Eine Vorsorgevollmacht kann in der Regel nur vom Vollmachtgeber widerrufen werden. Wenn der Bevollmächtigte allerdings die Vollmacht missbraucht und sich beispielsweise persönlich an dem Vermögen bereichert, kann die Vorsorgeerklärung von einem Amtsgericht geprüft und für nichtig erklärt werden. Bei Verdacht auf Missbrauch kann im Prinzip jeder Angehörige oder Bekannte eine solche Prüfung verlangen.

Grundsätzlich nein. Die notarielle Beurkundung ist jedoch kostenpflichtig und richtet sich nach dem Vermögenswert. Beispielsweise kostet eine Vorsorgeurkunde bei einem Vermögen von 10.000 Euro 75 Euro, bei 100.000 Euro 165 Euro und bei 250.000 Euro 300 Euro. Die Gebühr ist auf maximal 1.735 Euro begrenzt.

Nur indirekt. Durch eine Vorsorgevollmacht erlauben Sie dem Bevollmächtigten, Entscheidungen für Sie zu treffen. Sie können unter anderem die Entscheidung übertragen, ob der Bevollmächtigte in eine Organspende einwilligen soll oder nicht. Mit einer Patientenverfügung hingegen können Sie ausdrücklich einer Organspende zustimmen.