Schwangerschaftsabbruch

Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die SBK die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch.

Ein Kind zu erwarten bedeutet immer große Veränderungen im Leben. Dies bedeutet nicht für alle werdenden Eltern nur Vorfreude und Glück, sondern kann auch mit großen Ängsten und Sorgen verbunden sein. Deshalb erhalten Sie bei einer Schwangerschaftsberatungsstelle eine anonyme Beratung. Angebote in Ihrer Nähe finden Sie unter www.familienplanung.de.

Wenn die Entscheidung zu einem Schwangerschaftsabbruch feststeht, übernehmen wir unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für einen geplanten ambulanten oder stationären Schwangerschaftsabbruch. Hierbei unterscheidet man zwischen rechtswidrigen und nicht rechtswidrigen, aber straffreien Schwangerschaftsabbrüchen.

Nicht rechtswidriger Schwangerschaftsabbruch

Ist ein Schwangerschaftsabbruch nicht rechtswidrig, übernehmen wir sämtliche Kosten des Eingriffs. Er gilt als nicht rechtswidrig, wenn er aus medizinischen oder kriminologischen Gründen vorgenommen wird.

Medizinische Gründe liegen vor, wenn aufgrund der Schwangerschaft für die Frau Lebensgefahr oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung ihres körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes besteht. Ein medizinischer Grund kann unter bestimmten Voraussetzungen auch ein auffälliger Befund sein der vermuten lässt, dass das Kind mit einer sehr schweren Krankheit oder Behinderung auf die Welt kommen wird. Manchmal ist die Entwicklungsstörung des Babys so schwerwiegend, dass es bereits während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder bald danach wenig Überlebenschancen hat.

Besteht die Annahme, dass die Schwangerschaft aufgrund kriminologischer Gründe zustande kam, also durch eine Vergewaltigung, ist ein Abbruch ebenfalls nicht rechtswidrig. In diesen Fällen darf der Arzt die Kosten direkt über die SBK-Versicherungskarte abrechnen.

Rechtswidriger Schwangerschaftsabbruch

In anderen Situationen liegt ein rechtswidriger, jedoch straffreier Schwangerschaftsabbruch vor. Für diesen Schwangerschaftsabbruch, der bis zur 12. Woche nach der Empfängnis durchgeführt werden darf, ist eine vorhergehende Beratung einer Beratungsstelle unbedingt erforderlich. In diesem Fall spricht man auch von der so genannten Beratungsregelung. Diese Beratungsstellen brauchen eine besondere staatliche Anerkennung. Sie setzt eine fachgerechte Konfliktberatung voraus. Die Schwangerenkonfliktberatung ist kostenlos. Der Arzt, der den Abbruch der Schwangerschaft vornimmt, darf diese Beratung nicht übernehmen. Bei einem rechtswidrigen, jedoch straffreien Schwangerschaftsabbruch trägt die Schwangere die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch selbst.

Kann eine Frau die entstehenden Kosten nicht selbst tragen, prüfen wir, ob die Kosten vom jeweiligen Bundesland getragen werden können. Dies ist der Fall, wenn die Einnahmen der Frau eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten. Deshalb benötigen wir von ihr u. a. Auskünfte zu ihren persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnissen, zu ihren Wohnungskosten und zur Anzahl der Kinder, für die sie unterhaltspflichtig ist.

Wir unterstützen Sie

Ein Schwangerschaftsabbruch ist eine sehr schwierige Entscheidung. Haben Sie das Gefühl, mit der belastenden Situation nicht mehr alleine zurechtzukommen, können Sie jederzeit unsere psychologische Beratung in Anspruch nehmen.

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