Weitere Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

Für mehr Sicherheit in Ihrer Entscheidung

Neben der empfohlenen Standarduntersuchung, dem Gebärmutterhalsscreening ab 20 Jahre, werden zusätzliche sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) zur Früherkennung angeboten. Dazu gehören zum Beispiel der gynäkologische Ultraschall der Gebärmutter und die Dünnschichtzytologie. Sie werden als Screenings zur Früherkennung bei gesunden Frauen nicht empfohlen. Daher sind sie Wunschleistungen, die privat bezahlt werden müssen.

Jede Frau trifft für sich eine individuelle Entscheidung, ob sie die Untersuchung durchführen möchte oder nicht. Dazu ist es wichtig, alle wesentlichen Fragen zur Untersuchung zu klären und eventuelle Vor- und Nachteile abzuwägen.

Wir geben Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Informationen zu diesen zusätzlichen Untersuchungen. Grundsätzliche Tipps zu IGeL und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie auf unserer Seite zu individuellen Gesundheitsleistungen.

Entscheidend bei einer Früherkennung ist, dass die Untersuchung bei gesunden Personen stattfindet. Das bedeutet: Es sind keinerlei Auffälligkeiten vorhanden, die Frau ist zum Zeitpunkt der Untersuchung gesund und zeigt keine Symptome. Zur Früherkennung ist das Gebärmutterhalskrebsscreening ab 20 Jahren als Kassenleistung festgelegt. Sobald Auffälligkeiten wie Schmerzen, ein Verdacht bei der Tastuntersuchung oder Ähnliches vorliegen, kann der Frauenarzt weitere Untersuchungen wie einen notwendigen Ultraschall zur weiteren Abklärung vornehmen. In diesem Fall handelt es sich um keine Früherkennungsuntersuchung, hierfür müssen Sie keine Kosten tragen.

HPV steht für Humane Papillomviren. Für den HPV-Test benötigt der Experte Zellmaterial aus einem Schleimhautabstrich oder aus einer kleinen Gewebeprobe aus dem jeweils infizierten Bereich des Gebärmutterhalses. Dabei ist es in erster Linie das Ziel, Hochrisiko-HP-Viren auszumachen, die die Gefahr für bestimmte Krebsarten erhöhen. Der Test zeigt nur die Viren an, Tumorzellen werden damit nicht erfasst.

Der HPV-Test ist aktuell kein Teil der gesetzlichen Früherkennung. Daher müssen die Kosten des Tests privat übernommen werden. Die Kosten werden nur dann übernommen, wenn unklare oder auffällige Befunde weiter abgeklärt werden müssen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss prüft aktuell, den HPV-Test ergänzend in das Früherkennungsprogramm aufzunehmen.

Der Test identifiziert im Gewebe des Gebärmutterhalses Hochrisiko-HP-Viren, die als Hauptauslöser für Gebärmutterhalskrebs gelten. Ist das Gewebe mit den Hochrisiko-HP-Viren infiziert, kann das auf eine krankhafte Veränderung des Gewebes hinweisen. Der Test zeigt aber nicht an, ob tatsächlich Krebs oder eine Krebsvorstufe vorliegen.

Finden sich bei einer Frau HP-Viren am Gebärmutterhals, ist erst einmal unklar, ob das Gewebe krankhaft verändert ist. Bei vielen Frauen heilt eine HPV-Infektion von allein wieder ab. Daher kann ein positives Testergebnis unnötig verunsichern und beängstigen. Weitere Untersuchungen des Gewebes sind dann notwendig, um dem Verdacht nachzugehen.

Bei der Dünnschichtzytologie werden die Zellen aus dem Pap-Test (Abstrich des Gebärmutterhalses) vor der mikroskopischen Untersuchung zusätzlich gereinigt. Ziel ist es, die eigentlichen Zellen des Gebärmutterhalses besser erkennen und untersuchen zu können.

Da das Zellmaterial zunächst gereinigt wird, um störende Bestandteile abzutrennen, soll es unter dem Mikroskop einfacher zu beurteilen sein.

Derzeit findet sich keine Bestätigung für ein genaueres mikroskopisches Ergebnis durch die Dünnschichtzytologie. Sie ist laut Gemeinsamem Bundesausschuss dem Routinetest zur Gebärmutterhalsvorsoge (Pap-Test) nicht überlegen. Mehr Informationen finden Sie auf der Seite IGeL-Monitor.

Je nach Umfang der Untersuchung fallen ca. 30 bis 50 Euro an.

Der gynäkologische oder auch vaginale Ultraschall untersucht die Gebärmutter und Eileiter auf Auffälligkeiten.

Ziel ist es, Veränderungen aufzuzeigen, bevor diese Schmerzen verursachen.

Man erhofft sich mit dem Ultraschall eine frühzeitige Diagnose und damit auch die Möglichkeit zur rechtzeitigen Therapie.

Der gynäkologische Ultraschall alleine reicht nicht aus, um eine sichere Diagnose zu stellen. Es entstehen sehr viel mehr auffällige Ultraschallbilder, als dass tatsächlich eine Krebserkrankung vorliegt. Infolgedessen erhalten viele Frauen eine Fehldiagnose sowie unnötige weitere Untersuchungen bis hin zu operativen Eingriffen, die zu psychischem Stress führen können. Außerdem ist bisher der Nutzen des gynäkologischen Ultraschalls als Früherkennungsuntersuchung zur Verringerung der Sterblichkeit nicht nachgewiesen. Mehr Informationen zum gynäkologischen Ultraschall bietet der IGeL-Monitor.

Die Kosten liegen je nach Umfang der Untersuchung bei ca. 35 bis 75 Euro.

Da diese Untersuchungen zur Früherkennung nicht empfohlen werden, tragen Sie die Kosten für diese individuellen Gesundheitsleistungen selbst.