Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse

Für manche Leistungen hat der Gesetzgeber Zuzahlungen festgelegt. Erfahren Sie, welche Fälle das betrifft und wie Sie eine Zuzahlungsbefreiung von Ihrer Krankenkasse SBK beantragen können.

Höhe der Zuzahlungen

Als gesetzlich Versicherter übernehmen Sie bei einigen medizinischen Leistungen einen Teil der Ausgaben selbst, zum Beispiel bei Krankengymnastik, Medikamenten oder einer Behandlung im Krankenhaus. Diesen Anteil nennt man Zuzahlung.

In der Regel betragen Zuzahlungen 10 % der Kosten für eine Leistung. Für eine stationäre Behandlung, z. B. im Krankenhaus oder bei einer Kurmaßnahme, zahlen Sie dagegen in den ersten 28 Tagen 10,– € je Kalendertag hinzu.

Welche Zuzahlung bei welcher Art von Leistung und in welcher Höhe Sie entrichten, können Sie in der Zuzahlungstabelle sehen.

Zuzahlungsgrenze

Ihre Zuzahlungen sind auf 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen Ihres Haushaltes begrenzt. Für die Berechnung dieser Grenze werden immer die Einnahmen und Zuzahlungen aller Familienmitglieder im gemeinsamen Haushalt betrachtet. Zusätzlich werden Freibeträge für den Ehegatten oder Lebenspartner und für jedes Kind abgezogen.

Welche Einnahmen werden angerechnet?

Für die Berechnung der Zuzahlungsgrenze werden alle persönlichen Einnahmen herangezogen, die Ihnen zur Verfügung stehen, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten - egal, ob sie versteuert werden müssen oder nicht. Dies sind zum Beispiel:

  • Lohn oder Gehalt
  • Renten, auch Betriebsrenten
  • Zinserträge
  • Mieteinnahmen
  • Arbeitslosengeld I 

Welche Einnahmen werden nicht angerechnet?

Daneben gibt es bestimmte Einkünfte, die nicht angerechnet werden. Dies sind in der Regel zweckgebundene Einnahmen, die Mehraufwände (zum Beispiel durch eine Behinderung, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit) ausgleichen sollen. Dazu gehören zum Beispiel

  • Kindergeld
  • Pflegegeld
  • Blindengeld
  • BAföG
  • Bildungskredite

Bitte geben Sie bei Ihrem Antrag auf Befreiung von den Zuzahlungen trotzdem alle Einkünfte an. So vermeiden Sie unnötige Rückfragen.

Legen Sie Ihrem Antrag für alle Einkünfte geeignete Nachweise bei. Zum Beispiel:

  • Rentenmitteilungen
  • Gehaltsbescheinigungen
  • Steuerbescheide
  • behördliche Bewilligungsbescheide

Sonderregelung für bestimmte Personenkreise

Es gibt bestimmte Personenkreise, bei denen nicht einzelne Einkünfte zusammengezählt werden, sondern ein gesetzlich festgelegter Einkommenswert zugrunde gelegt wird. Dieser beträgt 4.788,- € für das Jahr 2015.

Die Sonderregelung betrifft Personen, die für das Jahr, für das sie die Befreiung beantragen wollen, eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Bezug laufender Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
  • Unterbringung in einem Heim auf Kosten eines Sozialhilfeträgers
  • Bezug von Arbeitslosengeld II

Bitte legen Sie Ihrem Antrag auf Befreiung von den Zuzahlungen in diesem Fall Ihren Bewilligungsbescheid der jeweiligen Leistung bei.

Für wen gilt die Befreiung?

Die Zuzahlungsgrenze wird immer für alle Familienmitglieder eines Haushaltes zusammen ermittelt. Zum Haushalt zählen

  • Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner
  • Kinder bis zum Kalenderjahr, in dem sie 18 Jahre alt werden – unabhängig davon, wie sie krankenversichert sind
  • Kinder werden ab dem Kalenderjahr, in dem sie 19 Jahre alt werden, nur noch dann zum gemeinsamen Haushalt gezählt, wenn sie gesetzlich familienversichert sind.

Haben Sie die 2 %-Grenze erreicht, sind Sie und alle oben genannten im Haushalt lebenden Familienmitglieder für das restliche Kalenderjahr von weiteren Zuzahlungen befreit.

Wie lange gilt die Befreiung?

Die Zuzahlungsbefreiung gilt immer für ein Kalenderjahr, zum Beispiel vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015. Die Zuzahlungsgrenze muss daher jedes Jahr neu festgestellt werden, auch wenn sich Ihre Einkünfte nicht verändert haben.

Gibt es auch eine niedrigere Grenze?

Ihre Zuzahlungsgrenze wird auf 1 % gesenkt, wenn ein Familienmitglied im gemeinsamen Haushalt an einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung leidet. Eine Krankheit gilt als schwerwiegend chronisch, wenn sie wenigstens ein Jahr lang, mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde (Dauerbehandlung).

Zusätzlich muss mindestens einer der folgenden Punkte zutreffen:

  1. Ohne die Behandlung wäre nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erwarten.
  2. Es liegt die Pflegestufe 2 oder 3 vor.
  3. Es wurde ein Grad der Behinderung oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 60 % festgestellt.

Rechenbeispiel

Herr Müller meldet sich bei der SBK, um sich von den Zuzahlungen befreien zu lassen. Er erhält eine Altersrente von 800,- € pro Monat vor Abzug von Sozialabgaben und Steuern (Bruttorente). Zusätzlich hat er Mieteinnahmen in Höhe 150,- € pro Monat.

Einnahmemonatlicher Betragjährlicher Betrag
Altersrente800 €9.600 €
Mieteinnahmen150 €1.800 €
Summe11.400 €

Herr Müller verfügt damit über jährliche Bruttoeinnahmen in Höhe von 11.400,- €. Das bedeutet, dass er jährlich Zuzahlungen bis zu einer Höhe von 228,- € selbst tragen muss. Zuzahlungen, die diesen Betrag übersteigen, erstattet die SBK.  

In diesem Jahr hat er sich bereits mehrmals an seinen Behandlungskosten beteiligt, zum Beispiel bei einer längeren Krankenhausbehandlung:

LeistungBetrag der Zuzahlung
Krankenhausbehandlung200 €
Medikamente  20 €
Krankengymnastik  20 €
Summe240 €

Er hat damit in diesem Jahr bereits 240,- € an Zuzahlungen gezahlt. Da seine individuelle Zuzahlungsgrenze nur bei 228,- € liegt, erstattet ihm die SBK 12,- €. Zusätzlich erhält er einen Befreiungsausweis, damit er in diesem Jahr keine Zuzahlungen mehr übernehmen muss.

Kann ich meinen Zuzahlungsbetrag auch im Voraus bezahlen?

Sparen Sie sich das Sammeln der Belege: Wenn Sie schon vorab wissen, dass Sie im kommenden Jahr 2 % bzw. 1 % Ihrer Einnahmen für Zuzahlungen ausgeben werden, können Sie den Betrag im Voraus an uns überweisen. Sie erhalten dann pünktlich zu Beginn des Jahres Ihren Befreiungsausweis, sodass unterjährig keine weiteren Zuzahlungen auf Sie zukommen. Bitte sprechen Sie dafür einfach Ihren persönlichen Kundenberater an.

Wichtig: Sollten Sie wider Erwarten unter der Belastungsgrenze bleiben, bekommen Sie die bereits gezahlte Vorauszahlung nicht erstattet. Daher eignet sich die Vorauszahlung vor allem für diejenigen, die über Jahre an einer chronischen Erkrankung leiden und gut einschätzen können, welche Zuzahlungen jährlich anfallen.

Zuzahlungsbefreiung - Ihr SBK-Vorteil:

Wie hoch die Grenze Ihrer Zuzahlungen in etwa ist, können Sie mit unseren Zuzahlungsrechnern  ermitteln - oder Sie wenden sich an Ihren persönlichen Kundenberater.

So beantragen Sie eine Zuzahlungsbefreiung

Sollten Sie die Voraussetzungen erfüllen, können Sie eine Zuzahlungsbefreiung bei uns beantragen. Laden Sie sich dazu den Antrag zur Befreiung von den Zuzahlungen (PDF, 2.9 MB) herunter. Auf dem Antrag sehen Sie, welche weiteren Unterlagen wir von Ihnen benötigen. Senden Sie die gesammelten Dokumente an die SBK, 80227 München. Wir kümmern uns dann um alles weitere.