Brustkrebs bei Männern: wenig beachtet und oft spät erkannt

Die SBK unterstützt betroffene Männer im Umgang mit der seltenen Erkrankung.

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Brustkrebs ist eine Erkrankung, die vor allem Frauen betrifft. Doch es gibt auch Brustkrebs bei Männern – allerdings vergleichsweise selten: Nur etwa jede hundertste Erkrankung betrifft einen Mann. So stehen in Deutschland pro Jahr 700 Männer 70.000 erkrankte Frauen gegenüber. Die niedrigen Fallzahlen bei Männern führen dazu, dass es weithin unbekannt ist, dass es Brustkrebs bei Männern überhaupt gibt. Eine weitere Folge ist, dass bei ihnen Brustkrebs häufig sehr spät festgestellt wird – oft werden zunächst harmlose Geschwulste diagnostiziert.

Hinzu kommt, dass Männer zögerlicher sind als Frauen, wenn es um den Arztbesuch geht. Entschließen sie sich dann dazu, der Ursache der Verhärtung oder des Knotens in der Brust nachzugehen, stellt sich die Frage: Wer genau ist eigentlich der richtige Ansprechpartner?

Hausarzt, Gynäkologe, Urologe oder Hautarzt – an wen kann ich mich wenden?

Der Weg zur Diagnose ist bei Frauen klar: Sie wenden sich beim Ertasten eines Knotens in der Brust an ihren Gynäkologen. Aber welcher Facharzt ist bei einem Verdacht auf Brustkrebs bei Männern zuständig – der Hausarzt, der Urologe, der Hautarzt?

Ein Betroffener, der bei der SBK versichert ist, machte in diesem Zusammenhang folgende Erfahrung: Nachdem der Versicherte bereits Jahre zuvor an Brustkrebs erkrankt war, wandte er sich mit einem neuerlichen Verdacht zunächst an einen Onkologen. Dieser überwies ihn zur Mammografie an einen Gynäkologen. Von dem Gynäkologen wurde der Versicherte aber abgewiesen, da dieser erklärte, sein Fachgebiet sei auf Frauen beschränkt, Brustkrebs bei Männern dürfe er gar nicht behandeln. In einer Situation, in der der Versicherte vor allem dringend Gewissheit brauchte, war diese Abweisung natürlich ein sehr verunsicherndes Erlebnis.

Tatsächlich ist es nach berufsrechtlichen Vorgaben Gynäkologen untersagt, Männer zu behandeln. Häufig denken sie auch, sie könnten die Leistung nicht abrechnen, da sie „fachfremd“ erbracht wurde. Inzwischen gibt es in vielen Bundesländern jedoch Ausnahmeregelungen, die es erlauben, in einem festgelegten Rahmen „fachfremd“ zu behandeln und abzurechnen. Betroffene fühlen sich mit diesen Zuständigkeitsfragen häufig alleingelassen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wo man Unterstützung findet – zum Beispiel bei der SBK.

Wie unterstützt die SBK?

Das Beispiel Brustkrebs bei Männern zeigt, dass es sinnvoll ist, sich an die persönliche Kundenberaterin oder den persönlichen Kundenberater der SBK zu wenden. Die SBK unterstützt ihre Versicherten bei der Suche nach einem geeigneten Arzt oder bei der Klärung der Frage, zu welchen Ärzten man überhaupt Zugang hat. Im geschilderten Fall des SBK-Versicherten wurde diese Frage sowohl mit den Ärzten als auch der Kassenärztlichen Vereinigung geklärt und dem Kunden schnell zu einem Mammografie-Termin in einer radiologischen Praxis verholfen.

Zudem konnte der persönliche Kundenberater den Kontakt zu einem Brustkrebszentrum – auch Brustzentrum genannt – herstellen. Brustkrebszentren gibt es in allen Bundesländern, zum Beispiel angegliedert an Universitätskliniken. Ein zertifiziertes Brustzentrum erfüllt hohe Qualitätsanforderungen und muss diese mit einem Zertifikat belegen. Brustkrebserkrankte werden nach dem neuesten Stand der Medizin behandelt und alle beteiligten Fachärztinnen und -ärzte arbeiten im Team. So kann dem Brustkrebs bei Männern in optimaler Weise begegnet werden. Da für manche Zentren allerdings die Überweisung eines niedergelassenen Gynäkologen benötigt wird, stieß unser SBK-Kunde erneut auf Schwierigkeiten – der persönliche Kundenberater vermittelte, sodass die Behandlung schließlich doch stattfinden konnte.

Brustkrebs bei Männern – Ansprechpartner und Kontakte

Sprechen Sie im Falle eines Falles zunächst mit Ihrem Hausarzt. Wenn Sie bei der SBK versichert sind, ist auch Ihr persönlicher Kundenberater als Ansprechpartner für Sie da. Er unterstützt Sie bei der Suche nach passenden Ärzten und Kliniken. Der Krebsinformationsdienst hält viele weitere wichtige Informationen für Sie bereit. Unterstützung und Informationen erhalten Sie auch bei der Selbsthilfeorganisation Netzwerk Männer mit Brustkrebs e. V.

SBK - Leistung

Gesundheits-Check-up

Nutzen Sie die Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten.

Frauen und Männer zwischen 18 und 34 Jahren können den Gesundheits-Check-up einmalig in Anspruch nehmen. Ab 35 Jahren kann der Check-up alle drei Jahre durchgeführt werden. Diese Vorsorgeuntersuchung dient der Früherkennung von Krankheiten, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes mellitus. Mehr Informationen zum Gesundheits-Check-up finden Sie hier.

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