Brustkrebs – Symptome, Vorsorge, Therapie

Antworten auf häufige Fragen zu Brustkrebs. Wir zeigen, wie Sie Anzeichen erkennen und rechtzeitig vorsorgen.

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Mit bundesweit rund 70.000 Neuerkrankungen jährlich ist das Mammakarzinom, so der medizinische Fachbegriff für Brustkrebs, die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Viele fragen sich: Was kann ich tun, damit ich keinen Brustkrebs bekomme? Ist Brustkrebs heilbar? Wie bei anderen Krebsarten bedeutet auch hier Vorsorge vor allem: rechtzeitige Früherkennung. Durch bessere Früherkennung hat die Diagnose Brustkrebs viel von ihrem Schrecken verloren. Neue und gezieltere Therapien haben die Heilungschancen erheblich erhöht: Über 80 Prozent der Betroffenen werden geheilt, und zwar dauerhaft. Das gilt insbesondere, wenn der Tumor bereits in einem frühen Stadium erkannt und behandelt wird.

Das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Brustkrebs liegt um das 64. Lebensjahr. Knapp ein Drittel der Betroffenen ist bei der Erstdiagnose allerdings jünger als 55 Jahre. Können auch Männer Brustkrebs bekommen? Ja, wenn auch deutlich seltener als Frauen: Auf Männer entfällt rund ein Prozent der Neuerkrankungen im Jahr.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Was konkret zur Entstehung von Brustkrebs führt, darüber rätseln Forschende teilweise noch. Zudem gibt es verschiedene Brustkrebsformen mit unterschiedlichen Entstehungsmechanismen, unterschiedlich aggressivem Wachstum und auch unterschiedlicher Behandlung. Klar ist, dass es eine Reihe von gut beeinflussbaren Faktoren gibt, die das Erkrankungsrisiko erhöhen, etwa Übergewicht, Bewegungsmangel, insbesondere nach den Wechseljahren, und Alkohol, in geringerem Maße auch Rauchen.

Tipps für einen gesunden Lebensstil

Wer sich also vor Krebs schützen möchte, sollte auf einen gesunden Lebensstil achten:

  • Ernähren Sie sich pflanzenbasiert und ballaststoffreich
  • Essen Sie regelmäßig Fisch
  • Reduzieren Sie tierische Fette zugunsten von pflanzlichen
  • Trinken Sie – wenn überhaupt – nur gelegentlich Alkohol
  • Bewegen Sie sich regelmäßig
  • Vermeiden Sie Übergewicht
  • Rauchen Sie nicht

Weitere Strategien, die Ihnen helfen, sich vor Krebs zu schützen, finden Sie hier.

Ist Brustkrebs vererbbar?

Auf diese Frage gibt die Statistik eine klare Antwort: Bei einem Viertel der Betroffenen tritt vermehrt Brustkrebs nicht selten in Kombination mit Eierstockkrebs in der Familie auf. Dies deutet auf eine genetische Ursache hin. Bei 5 bis 10 Prozent aller Fälle lässt sich ein krankheitsauslösendes Gen nachweisen. Zu den bekanntesten Brustkrebsgenen gehören BRCA 1 und BRCA 2. Veränderungen an diesen Genen erhöhen das Risiko um ein Vielfaches.

Besteht bei Ihnen Verdacht auf ein erbliches Brustkrebsrisiko? Dann unterstützt die SBK Sie im Rahmen eines speziellen Vorsorgeangebots, das ein intensiviertes Früherkennungs- und Nachsorgeprogramm umfasst.

Auch die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Gestagen sind mitunter an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt. Unter anderem können eine frühe erste Menstruationsblutung, Kinderlosigkeit, ein höheres Alter bei der ersten Entbindung oder eine längere Hormonersatztherapie während der Menopause das Erkrankungsrisiko erhöhen. Die „Pille“ als Verhütungsmittel dagegen erhöht das Risiko nur gering.

Brustkrebs: Symptome erkennen

Wie machen sich Anzeichen für Brustkrebs bemerkbar? Tut Brustkrebs weh? Diese Fragen stellen sich viele. Die Antwort lautet: Selbst wenn die ersten Symptome auftreten oder sich ein Knoten ertasten lässt, spürt man in der Regel keine Schmerzen. Umso wichtiger ist es, achtsam mit dem eigenen Körper umzugehen und auch kleine Veränderungen zu beobachten – freilich ohne sich unnötig zu beunruhigen. Bestimmte Warnzeichen sollte Sie jedoch ernst nehmen und sie zügig ärztlich abklären lassen.

Symptome für Brustkrebs:

  • Neu aufgetretene Knoten in der Brust
  • Veränderungen der Brustgröße oder -form
  • Veränderungen an den Brustwarzen wie Einziehungen
  • Blutige oder klare flüssige Absonderungen aus der Brustwarze
  • Schwellungen in den Achselhöhlen, unterhalb des Schlüsselbeins oder neben dem Brustbein
  • Rötungen, Entzündungen, Dellen, Grübchen oder vergrößerte Poren der Haut

Viele Brustkrebspatientinnen entdecken ihren Tumor selbst. Dabei spielt die Selbstabtastung eine wichtige Rolle: Tasten Sie am besten regelmäßig Ihre Brust ab! Der beste Zeitpunkt für die Selbstabtastung ist die erste Zyklushälfte, wenn das Drüsengewebe weich ist und Schwellungen und Knoten daher leicht aufzuspüren sind. Frauen nach den Wechseljahren sollten das Abtasten weiter als Routine beibehalten und sich einen festen Tag im Monat dazu einprägen, etwa das Datum des eigenen Geburtstags. Eine ausführliche Anleitung zum Selbstabtasten der Brust finden Sie hier.

Sie haben eines oder mehrere dieser Anzeichen erkannt und sorgen sich: „Ich habe Angst, dass ich Brustkrebs habe. Wann soll ich zum Arzt?“ Lassen Sie Ihren Verdacht zeitnah bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt abklären, schon allein um sich nicht unnötig lange zu beunruhigen.

Brustkrebsvorsorge: Früherkennung

Neben der Selbstuntersuchung sollten Frauen – auch ohne Beschwerden – regelmäßig gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Alle Frauen ab dem Alter von 20 Jahren haben einmal pro Jahr Anspruch auf diese Untersuchung. Ab dem Alter von 30 gehört dazu die ärztliche Tastuntersuchung der Brust. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt kann im individuellen Fall dazu raten, die Untersuchung in kürzeren Intervallen zu wiederholen – etwa falls ein familiäres Risiko besteht. Alle Leistungen und Angebote der SBK zum Thema Brustkrebsvorsorge finden Sie hier.

Ab dem 50. Lebensjahr besteht zudem alle zwei Jahre der Anspruch auf eine Mammographie. Im Rahmen des sogenannten Mammographie-Screenings werden Sie automatisch in eine spezialisierte radiologische Praxis eingeladen. Die Einladung zu einem Termin ist ein Angebot, die Teilnahme am Screening freiwillig. Da es noch keinen Beweis gibt, dass die Mortalitätsrate durch das Screening gesenkt wird, erhält jede Frau mit der Einladung eine Entscheidungshilfe. So kann sich jede frei für oder gegen die Teilnahme entscheiden.

Was ist eine Mammographie? Was passiert dabei? Antworten auf häufige Fragen zur Mammographie finden Sie hier.

Manche Frauen sind skeptisch, ob ihnen eine Mammographie wirklich nützt. Sei es, dass sie sich wegen der Strahlenbelastung sorgen oder darüber Gedanken machen, was ein Brustkrebsverdacht auslöst, der sich dann nicht bestätigt. Die Frage ist in diesem Fall: Gibt es Alternativen zur Mammographie? Die SBK bietet mit dem Angebot Discovering Hands eine weitere Methode zur Brustkrebsfrüherkennung an. Dabei erfühlen speziell geschulte blinde oder stark sehbehinderte Frauen mit geschärftem Tastsinn die weibliche Brust, um Veränderungen im Gewebe zu finden. Wie die Untersuchung abläuft und ob diese Option für Sie infrage kommt, erfahren Sie hier.

Wichtig: Auch Frauen, die keine Mammographie möchten, sollten weiter zur regulären gynäkologischen Vorsorge gehen.

Wurden bei der ärztlichen Untersuchung Hinweise auf Brustkrebs gefunden, werden mit einer feinen Nadel Gewebeproben aus der Brust entnommen und anschließend im Labor unter dem Mikroskop untersucht. Diese sogenannte Biopsie zeigt, ob es sich tatsächlich um Brustkrebs handelt, und liefert wichtige Informationen über die Art des Tumors.

Molekularbiologische Untersuchungen erlangen in der Tumordiagnostik wachsende Bedeutung – auch bei Brustkrebs. Dabei werden, unter anderem mit einer sogenannten Genexpressionsanalyse, bestimmte Eigenschaften des Tumors aus Gewebeproben bestimmt, etwa ob er Andockstellen (Rezeptoren) für Hormone aufweist, wie schnell sich seine Zellen teilen und wie hoch ein Rückfallrisiko eingestuft werden sollte. Dies liefert eine wichtige Entscheidungshilfe für die Wahl und den Verlauf der Therapie, zum Beispiel bei der Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie. In bestimmten Fällen erhalten Sie als SBK-Versicherte die Genexpressionsanalyse Oncotype DX®. Die Abrechnung erfolgt dann ganz einfach über Ihre Versichertenkarte.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Oncotype DX®-Test bei Brustkrebs.

Welche Arten von Brustkrebs gibt es?

Vielleicht haben Sie sich schon gefragt: Gibt es unterschiedliche Brustkrebsarten? Gibt es auch gutartige Knoten in der Brust? Und was bedeuten die Unterschiede? Leider ist nicht jeder Tumor gleich gut zu behandeln. Für Therapie und Prognose ist die Brustkrebsart entscheidend. Dabei spielen die Zellen, von denen die Krankheit ausgeht, eine große Rolle: Sie beeinflussen, wie aggressiv die Krankheit fortschreiten kann.

Bei gutartigen Knoten handelt es sich um sogenannte benigne Tumoren. Diese wachsen langsam und können dabei sehr groß werden. Sie verdrängen zwar bei ihrer Ausbreitung Gewebe, wachsen aber nicht hinein und zerstören es nicht. Diese Eigenschaft wird medizinisch als nicht-invasiv bezeichnet. Gutartige Knoten bilden keine Tochtergeschwüre, also keine Metastasen.

Die gefährliche Form stellen bösartige Knoten dar. Sogenannte maligne Tumoren (Karzinome) sind invasiv: Sie zerstören benachbartes Gewebe und streuen Krebszellen, sodass sich in Lymphknoten und anderen Organen Metastasen bilden können.

Bei Brustkrebs werden zudem duktale von lobulären Formen unterschieden. Duktaler Brustkrebs geht von den Zellen der Milchgänge aus, lobulärer von den Zellen der Milchdrüsen. Die duktalen Tumoren sind mit 70 bis 80 Prozent die weitaus häufigste Form.

Zur Einteilung in Stadien wird bei Brustkrebs wie bei anderen Krebsformen die TNM-Klassifikation herangezogen:

  • T steht für Größe und Ausdehnung des Tumors
  • N steht für Anzahl und Lokalisation befallener Lymphknoten
  • M steht für das Vorkommen von Metastasen

Die TNM-Klassifikation fasst damit die Ergebnisse der diagnostischen Verfahren zur Tumorausbreitung in einem Befund zusammen. Gemeinsam mit dem Erscheinungsbild unter dem Mikroskop und den molekulargenetischen Eigenschaften bildet sie die Basis für die Therapieempfehlungen.

Therapieformen bei Brustkrebs

Nach der Diagnose Brustkrebs fragen sich viele: Muss bei Brustkrebs immer die Brust abgenommen werden? Nein: Etwa 70 Prozent aller Patientinnen mit Brustkrebs können brusterhaltend operiert werden. Damit die Heilungs- und Überlebenschancen genauso sicher sind wie bei der Brustentfernung (Mastektomie), müssen einige Voraussetzungen gegeben sein. Die brusterhaltende Operation kommt für Betroffene infrage,

  • die ein duktales In-situ-Karzinom (DCIS, ein sehr frühes Stadium) haben
  • deren Tumor im Verhältnis zu ihrer Brust relativ klein ist
  • deren Krebs nicht in die Haut oder die Muskulatur eingewachsen ist
  • deren Brustkrebs vollständig entfernt werden kann

Eine zusätzliche Bestrahlung nach der Operation soll in der Regel das Risiko für einen Rückfall senken.

Die sogenannte Mastektomie, bei der das Brustdrüsengewebe vollständig entfernt wird, kommt immer seltener zur Anwendung. Sie ist erforderlich, wenn der Tumor

  • nach brusterhaltender Operation nicht vollständig entfernt werden konnte
  • sehr groß ist
  • in die Umgebung eingewachsen ist
  • sich an mehreren Stellen in der Brust befindet
  • oder ein entzündlicher Brustkrebs vorliegt

Manche Brustkrebsformen sind hormonabhängig: Ihre Krebszellen sind mit Andockstellen für Hormone (Rezeptoren) ausgestattet und werden durch Östrogen oder Progesteron zum Wachstum angeregt. Für einen hormonabhängigen Brustkrebs steht in Kombination mit einer Operation eine Antihormontherapie zur Verfügung: Zum Einsatz kommen Medikamente zum Einnehmen, die den Effekt der Hormone auf die Krebszellen blockieren, wie Tamoxifen oder – eher nach den Wechseljahren – Aromatasehemmer. Die Antihormontherapie kommt bei hormonrezeptorpositiven Tumoren infrage

  • als sogenannte adjuvante, also begleitende und unterstützende Behandlung
  • bei fortgeschrittener Erkrankung, wenn es darum geht, Metastasen in Schach zu halten

Die sogenannte „Chemo“ soll Krebszellen erreichen, die sich vom Tumor abgelöst und mit dem Blutkreislauf im Körper ausgebreitet haben. Vor oder nach einer Operation kann sie das Risiko für einen Rückfall senken, bei einer fortgeschrittenen Erkrankung das Tumorwachstum verlangsamen. Eine Chemotherapie wird meist dann durchgeführt, wenn

  • der Tumor hormonunabhängig wächst (hormonrezeptornegativ)
  • der Tumor besonders viele Wachstumsfaktorrezeptoren aufweist
  • die Tumorzellen eine rasche Zellteilungsrate aufweisen
  • Lymphknoten befallen sind
  • Metastasen vorliegen
  • man bei der Erkrankung jünger als 35 Jahre alt ist

Die Strahlentherapie wird vor allem im Anschluss an die Operation empfohlen und soll das Risiko für einen Rückfall senken. Bei Knochenmetastasen kann sie zudem die Knochen stabilisieren und Beschwerden lindern.

Gibt es neue Medikamente, die gegen Brustkrebs wirken? Ja: Sogenannte Antikörpertherapien blockieren gezielt Vorgänge in Krebszellen, die für deren Wachstum wichtig sind. Da Tumoren unterschiedliche Entstehungsmechanismen und Eigenschaften haben, nutzen solche Medikamente nicht allen Betroffenen, sondern werden individuell ausgewählt. Beispielsweise kann das Medikament Herceptin nur wirken, wenn die Krebszellen auf ihrer Oberfläche den Wachstumsfaktorrezeptor HER2 verstärkt ausbilden. Fast immer wird die Behandlung mit anderen Verfahren kombiniert, zum Beispiel mit einer Chemotherapie. Sie können auch Betroffenen helfen, die bereits unter Metastasen leiden.

Detaillierte Informationen zu diesen Verfahren sowie zu weiteren Behandlungsmöglichkeiten von Krebs finden Sie hier.

Leben mit Brustkrebs

Die Diagnose Brustkrebs hat glücklicherweise heute einiges an ihrem Schrecken eingebüßt. Gute Heilungschancen, die brusterhaltenden Therapien und die Möglichkeit, auch nach einer Chemotherapie noch schwanger werden zu können – das macht vielen Frauen mit Brustkrebs Mut. Kann man mit Brustkrebs alt werden? Dazu sagen wir ganz deutlich: Ja! Brustkrebspatientinnen und -patienten finden bei der SBK zahlreiche Angebot der Unterstützung. Etwa übernimmt die SBK die Kosten für die Entnahme, das Einfrieren und Lagern von Eizellen.

Sowohl der Krankheitsverlauf als auch die Zeit nach Abschluss der Therapie können belastend sein. Doch gezielte Strategien können Betroffenen helfen, Ängste und Sorgen in den Griff zu bekommen, mit dunklen Gedanken und Momenten des Zweifels und der Verzweiflung besser umzugehen. Entsprechende Angebote bieten Psychoonkologinnen und -onkologen übrigens auch für Angehörige von Krebspatientinnen und -patienten an. Dabei werden psychologische wie soziale Aspekte berücksichtig, etwa auch die praktische Organisation im Alltag, wenn ein Familienmitglied krankheitsbedingt ausfällt, oder Rechte, die Ihnen zustehen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Neben professioneller Unterstützung ist es oft hilfreich und tröstend, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Brustkrebs sollte kein Tabuthema sein. Hier finden Sie nützliche Kontakte in Ihrer Nähe:

Selbsthilfeorganisationen für Brustkrebspatientinnen und -patienten

Unterstützung für Angehörige

Brustkrebsfrüherkennung und -Vorsorge

Bei der Brustkrebsfrüherkennung bekommen Sie bei der SBK zusätzliche Vorsorgeleistungen.

Bei der Brustkrebsvorsorge unterstützt Sie die SBK mit zahlreichen Angeboten. Dazu gehört die Tastuntersuchung ab 30 Jahren beim Gynäkologen, Discovering Hands, eine Tastuntersuchung durch blinde und sehbehinderte Frauen. Auch am Mammographie-Screening-Programm können Sie natürlich kostenfrei teilnehmen. Alle wichtigen Informationen zum Thema Brustkrebsvorsorge finden Sie hier.

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