Post-Holiday-Syndrom: Was hilft gegen den Urlaubsblues?
Entdecken Sie, warum die Erholung oft schnell verfliegt und wie Sie sie länger in den Alltag mitnehmen.

Die letzten Urlaubstage vergehen oft viel zu schnell. Eben noch barfuß am Strand oder auf einer Wanderung in den Bergen – und plötzlich klingelt wieder der Wecker. Obwohl der Urlaub eigentlich neue Kraft schenken sollte, fällt vielen Menschen die Rückkehr in den Alltag überraschend schwer. Hinter diesem Gefühl steckt häufig das sogenannte Post-Holiday-Syndrom. Warum die Erholung oft schneller verfliegt, als uns lieb ist, und wie Sie möglichst viel davon in Ihren Alltag mitnehmen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Was ist das Post-Holiday-Syndrom und wie lange kann es dauern?
Das Post-Holiday-Syndrom – auch Urlaubsblues genannt – beschreibt ein vorübergehendes Stimmungstief nach dem Urlaub. Viele Menschen fühlen sich nach ihrer Rückkehr zunächst müde, unmotiviert oder gestresst. Dabei handelt es sich nicht um eine psychische Erkrankung, sondern um eine normale Reaktion auf den Wechsel von einer erholsamen Auszeit zurück in den oft hektischen Alltag.
Typische Symptome sind:
Die Symptome klingen meist nach wenigen Tagen wieder ab, können aber auch bis zu zwei Wochen anhalten. Wie lange der Urlaubsblues dauert, hängt unter anderem davon ab, wie erholsam der Urlaub war und wie belastend der Alltag nach der Rückkehr ist.
Warum fällt die Rückkehr aus dem Urlaub oft so schwer?
Im Urlaub bestimmen häufig Erholung, freie Zeit und spontane Entscheidungen den Tag. Nach der Rückkehr warten dagegen E-Mails, Termine und To-do-Listen. Dieser abrupte Wechsel kann sich anfühlen, als würde man vom Entspannungsmodus direkt wieder in den Arbeitsmodus schalten.
Auch unser Gehirn braucht Zeit, sich auf diese Veränderung einzustellen. Es muss den Fokus wieder auf Aufgaben, Verantwortung und feste Abläufe richten. Gleichzeitig steigt das Stressniveau oft innerhalb kurzer Zeit an. Der Urlaubsblues ist deshalb häufig Teil eines natürlichen Anpassungsprozesses und verschwindet in der Regel, sobald wir uns wieder an den Alltag gewöhnt haben.
Was sagt die aktuelle Forschung?
Dass Urlaub Körper und Psyche guttut, ist wissenschaftlich gut belegt. Eine Metaanalyse der Technischen Universität Dresden,* in der 13 Studien mit insgesamt 1.428 Teilnehmenden ausgewertet wurden, zeigt: Während des Urlaubs sinken Stress und Erschöpfung, gleichzeitig verbessern sich Wohlbefinden und Stimmung.
Nach der Rückkehr in den Alltag lassen diese positiven Effekte jedoch häufig nach. Bereits nach der ersten Arbeitswoche fühlen sich viele Menschen deutlich weniger erholt. Die Forschenden kommen außerdem zu dem Schluss, dass nicht allein die Dauer des Urlaubs entscheidend ist. Auch die Erholung während des Urlaubs, persönliche Voraussetzungen und regelmäßige Erholungsphasen im Alltag tragen dazu bei, wie lange die positiven Effekte anhalten.
* TU Dresden: „Wie erhole ich mich richtig? Neue Erkenntnisse zu guten Pausen bei der Arbeit, Erholung am Feierabend und im Urlaub“, 2023.
Was uns der Urlaubsblues über unsere Bedürfnisse verraten kann
So unangenehm der Urlaubsblues auch sein mag – er kann eine wertvolle Botschaft enthalten. Gefühle sind oft ein Hinweis darauf, was uns guttut und was im Alltag möglicherweise zu kurz kommt. Wenn Ihnen die Rückkehr nach dem Urlaub besonders schwerfällt, lohnt es sich deshalb, einmal innezuhalten und genauer hinzuschauen.
Fragen Sie sich zum Beispiel:
Die Antworten fallen ganz unterschiedlich aus. Vielleicht haben Sie die Zeit mit Familie oder Freundinnen und Freunden genossen, sich mehr bewegt, die Natur erlebt oder einfach den Tag ohne Zeitdruck und Verpflichtungen geschätzt. Solche Erfahrungen zeigen oft, was im Leben mehr Platz bekommen darf. Auch wenn sich der Urlaub nicht dauerhaft verlängern lässt, können schon kleine Veränderungen dazu beitragen, dieses gute Gefühl länger zu bewahren.
Was hilft gegen das Post-Holiday-Syndrom?
Mit ein paar einfachen Strategien lässt sich der Wiedereinstieg oft deutlich entspannter gestalten. Entscheidend ist, sich Zeit für die Umstellung zu geben und bewusst kleine Auszeiten in den Alltag einzubauen.
Planen Sie nach Möglichkeit zwischen der Rückreise und dem ersten Arbeitstag ein oder zwei freie Tage ein. Diese Pufferzeit gibt Ihnen Gelegenheit, in Ruhe anzukommen, den Haushalt zu erledigen und sich Schritt für Schritt wieder auf den gewohnten Tagesrhythmus einzustellen.
Auch der Zeitpunkt der Rückkehr kann einen Unterschied machen. Wenn es sich einrichten lässt, beginnen Sie nach einem längeren Urlaub erst zur Wochenmitte. Eine kürzere erste Arbeitswoche erleichtert vielen Menschen den Übergang in den Berufsalltag.
Lassen Sie Ihre Abwesenheitsnotiz nach Möglichkeit noch einen Tag länger aktiviert. So gewinnen Sie Zeit, bereits eingegangene E-Mails zu sichten und zu bearbeiten, bevor neue Anfragen hinzukommen. Das erleichtert einen ruhigen und strukturierten Wiedereinstieg. Erwarten Sie nicht, vom ersten Tag an wieder mit voller Leistung zu funktionieren – auch die Rückkehr in den Job braucht etwas Zeit. Gönnen Sie sich außerdem bewusst Pausen, um zwischendurch durchzuatmen.
Versuchen Sie, den Wiedereinstieg nicht als Berg voller Aufgaben zu sehen. Richten Sie den Blick bewusst auf das, was Sie bereits geschafft haben. Auch ein ehrliches Dankeschön an Kolleginnen und Kollegen, die Sie während Ihres Urlaubs vertreten haben, sorgt für einen positiven Start und stärkt das Miteinander.
Ob der morgendliche Spaziergang, Zeit zum Lesen oder gemeinsame Mahlzeiten mit Familie sowie Freundinnen und Freunden – vieles, was im Urlaub guttut, lässt sich auch in den Alltag integrieren. Schon kleine Rituale können helfen, das Erholungsgefühl länger zu bewahren. Auch ein Urlaubsfoto oder ein Souvenir können schöne Erinnerungen wachrufen und das Gefühl der Auszeit für einen Moment zurückholen.
Erholung muss nicht auf wenige Wochen im Jahr beschränkt sein. Regelmäßige Erholungsphasen können nachhaltiger sein als ein einzelner langer Jahresurlaub. Verlängerte Wochenenden, Tagesausflüge, Zeit in der Natur oder ein Wellnessnachmittag schaffen kleine Auszeiten und helfen dabei, neue Energie zu tanken. Wie Sie Erholung gezielt in Ihren Alltag integrieren können, lesen Sie auch in unserem Beitrag zum Thema
Vorfreude wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden aus. Planen Sie deshalb bewusst schöne Erlebnisse, auf die Sie sich freuen können – zum Beispiel einen Ausflug, ein Treffen mit Freundinnen und Freunden oder ein Konzert. So bleibt die Rückkehr aus dem Urlaub nicht das Ende der schönen Momente, sondern der Beginn neuer.
Wann ist das Post-Holiday-Syndrom mehr als ein vorübergehendes Stimmungstief?
Kann der Urlaubsblues ein Warnsignal sein?
In den meisten Fällen verschwindet der Urlaubsblues von selbst. Fällt Ihnen die Rückkehr aus dem Urlaub jedoch immer wieder besonders schwer oder fühlen Sie sich auch unabhängig vom Urlaub dauerhaft erschöpft, kann mehr dahinterstecken als ein vorübergehendes Stimmungstief. Ursachen können anhaltender Stress, eine hohe Arbeitsbelastung oder zu wenig Zeit für Erholung sein. Der Urlaubsblues kann dann ein Hinweis darauf sein, dass Ihre Belastungsgrenze erreicht ist. Wie Sie lernen können, einer Überlastung vorzubeugen, lesen Sie in unserem Artikel
Wann sollte ich professionelle Hilfe suchen?
Das Post-Holiday-Syndrom ist keine psychische Erkrankung und sollte nicht mit einer
Mögliche Warnzeichen sind:
Bestehen diese Beschwerden über mehrere Wochen oder verstärken sie sich, sollten Sie ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat einholen. Eine frühzeitige Abklärung kann helfen, die Ursachen der Beschwerden zu erkennen und bei Bedarf die passende Unterstützung zu erhalten.
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